Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kreisgericht Toggenburg: Betrüger muss hinter Gitter, weil er 16 Smartphones verkauft ohne ein einziges zu besitzen

Unrechtmässiger Bezug von Sozialleistungen und gewerbsmässiger Betrug: Die Vorwürfe an den Angeschuldigten, der vor dem Kreisgericht Toggenburg stand, waren happig. Da er mehrfach vorbestraft ist, muss er für acht Monate ins Gefängnis.
Sabine Camedda
Ständige Ebbe im Portemonnaie brachte einen 25-Jährigen dazu, nicht vorhandene Smartphones zu verkaufen. (Bild: Fotolia)

Ständige Ebbe im Portemonnaie brachte einen 25-Jährigen dazu, nicht vorhandene Smartphones zu verkaufen. (Bild: Fotolia)

Sechzehn Personen hat der Angeschuldigte innerhalb von vier Monaten betrogen, immer mit derselben Masche. Er schrieb auf einer Internet-Plattform ein Smartphone zum Verkauf aus. Dies obwohl er, wie in der Anklageschrift ausgeführt, «entgegen seiner Zusicherung nicht im Besitz eines solchen Geräts war».

Sechzehn Personen zeigten Interesse und überwiesen dem Angeschuldigten Geld. Ein Smartphone erhielten sie dafür aber nie. «Der Beschuldigte stellte dem Kläger in der Folge weder das versprochene Telefon zu, noch erstattete er ihm den Kaufpreis zurück», steht in der Anklageschrift. Insgesamt nahm er so über 9500 Franken ein. «Das eingenommene Geld verwendete der Beschuldige für seinen persönlichen Gebrauch.»

Schulden bezahlt statt Arbeitskleider gekauft

An der Verhandlung vor dem Kreisgericht Lichtensteig, bei dem drei der Geschädigten anwesend waren, gab der Angeschuldigte alle sechzehn vorgeworfenen Delikte zu und anerkannte die Zivilforderungen. Der Richter befragte den Angeschuldigten zu einem weiteren Vorfall, einer zu unrecht bezogenen Leistung der Sozialhilfe.

Der 25-Jährige Schweizer, der zwei Ausbildungen abgebrochen hat, lebt von der Sozialhilfe. Dem Sozialamt gegenüber habe er angegeben, dass er ein Einsatzprogramm in einem Unternehmen absolvieren könne und danach eine Festanstellung erhalte. Dafür sollte er Arbeitsbekleidung im Wert von 150 Franken anschaffen. Das von der Sozialhilfe ausbezahlte Geld verwendete er aber zur Tilgung von Schulden, denn er arbeitete nie bei der besagten Firma. Auch zu diesem Vorwurf antwortete der Beschuldigte knapp mit «Das trifft so zu».

Der Angeklagte beteuert, er habe aus den Vorstrafen gelernt

Vor dem Gericht beteuerte der Angeklagte, dass mehrere Vorstrafen, die er wegen mehrfachem Führen eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis und auch wegen mehrfachem Betrug erhalten hatte, einen Einfluss auf sein Leben hatten. «Ich habe daraus gelernt, bin dann aber in alte Muster zurück gefallen», sagte er dem Einzelrichter. Er begründete dies mit Verzweiflung und auch mit fehlender finanzieller Hilfe.

Da der Fall im abgekürzten Verfahren verhandelt wurde, gab es seitens des Verteidigers kein Plädoyer. Er beantragte den Urteilsvorschlag zum Urteilsspruch zu erheben. Er hielt fest, dass die im Urteilsvorschlag festgelegte Sanktion, eine Freiheitsstrafe von acht Monaten und eine Busse von 200 Franken, angemessen sei. Ebenfalls könne man nicht mehr darüber diskutieren, dass die Freiheitsstrafe unbedingt auszusprechen sei.

Nicht wieder ins alte Muster zurückfallen

Nach einer kurzen Urteilsberatung folgte der Einzelrichter der Staatsanwaltschaft und dem Verteidiger. Er sprach den Angeklagten in beiden vorgeworfenen Punkten schuldig. Auch bezüglich des Strafmasses übernahm der Richter den Urteilsvorschlag und verhängte eine unbedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten und eine Busse von 200 Franken.

Dazu widerrief er den bedingten Vollzug einer vor fünfeinhalb Jahren angeordneten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 80 Franken. Zudem hat der Angeklagte die Kosten des Verfahrens zu tragen und den Verteidiger zu entschädigen, wenn ihm dies seine finanzielle Lage erlaubt. Der Richter betonte in der mündlichen Urteilsbegründung, dass man lange mit dem Angeklagten geduldig war, da er nicht zum ersten Mal vor Gericht war. Nun sei aber die Geduld zu Ende und er werde spürbar bestraft.

Der Richter riet dem Angeschuldigten, nicht wieder ins alte Muster zurück zu fallen. «Nun können Sie das Ruder noch herumreissen.» Wenn ihm dies nicht gelinge, würde er eine kriminelle Laufbahn einschlagen. Und, betonte der Richter, wie immer die Strafen dann ausfallen würden, besser würde es auf keinen Fall.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.