Peter Diener und seine Bergerlebnisse in den 1950er-Jahren

Der in Wildhaus wohnhafte Peter Diener kam in den 1950er Jahren aus Deutschland in die Schweiz und begeisterte sich für Alpinismus. Seine Erinnerungen an unzählige Bergtouren erzählt der inzwischen 90-Jährige noch immer sehr gerne.

Adi Lippuner
Drucken
Teilen
Der junge Peter Diener beim Kochen auf einer Klettertour am Mont Blanc. (Bild: Adi Lippuner)

Der junge Peter Diener beim Kochen auf einer Klettertour am Mont Blanc. (Bild: Adi Lippuner)

Peter Diener entführte die Anwesenden mit seinen Bergsteiger-Erinnerungen in die Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Der inzwischen 90-Jährige sprach an seinem Vortrag an der Hauptversammlung des Vereins Lebenswertes oberstes Toggenburg (LoT) ohne Manuskript, zeigte seine mit Glas gerahmten Dias und liess Klettertouren aufleben, welche nicht nur die jüngere Generation zum Staunen brachte.

Peter Diener. (Bild: Adi Lippuner)

Peter Diener. (Bild: Adi Lippuner)

Anfang der 1950er-Jahre kam der aus Deutschland stammende Peter Diener ins Toggenburg. «Damals suchte ich Anschluss an die Kletterszene und wurde dank Seth Abderhalden fündig», blickte er zurück. Dann zeigte er Aufnahmen von Besteigungen im Gebiet der Kreuzberge, aber auch am Goggeien. Bescheidenste Ausrüstungen, Hanfseile und als Kopfschutz eine gestrickte Mütze – so bezwangen die jungen, unternehmungslustigen Männer die Felswände.

Auch in dem Rhätikongebiet, insbesondere an den Bergen rund um St.Antönien im Prättigau wurde geklettert. Peter Diener: «1961 verbrachte ich die Flitterwochen in der Garschinahütte hoch über St.Antönien. Nachdem wir eingeschneit wurden, konnten wir das junge Eheglück völlig ungestört geniessen.»

Doch auch Überschätzung und Rückschläge mussten in Kauf genommen werden. So waren die Drei Zinnen in den Sextner Dolomiten im Südtirol nicht so einfach zu bewältigen, wie es sich die jungen Kletterer vorgestellt hatten. Auch am Mont Blanc gab es Herausforderungen zu bewältigen.

Erfolgreich waren Ernst Forrer und Peter Diener am Eiger. Die langjährigen Kletterkameraden bezwangen zuerst die Nord-Ost-Route und wagten sich dann, an einem Septemberwochenende im Jahr 1959, «still und heimlich», an die Eigernordwand. «Das war das einzige Mal, dass wir am Montagmorgen nicht zurück bei der Arbeit waren, weil sich der Auf- und Abstieg bis in den Montag hineinzog,» so Peter Diener.