Beim Verein Keflam drehen sich die Diskussionen um die Bütschwiler Ottilienstrasse und die Situation im Lerchenfeld

Mitgliederversammlung des Vereins Keflam in Dietfurt: Trotz einigen Turbulenzen behielt der Vorstand stets die Oberhand.

Peter Jenni
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Diskussion am Vorstandstisch: Ivo Scherrer, Fritz Rutz (Präsident), Christian Vogel, Ruben Schuler, Thomas Renz und Felix Widmer in den nagelneuen Keflam-Gilets (von links).

Diskussion am Vorstandstisch: Ivo Scherrer, Fritz Rutz (Präsident), Christian Vogel, Ruben Schuler, Thomas Renz und Felix Widmer in den nagelneuen Keflam-Gilets (von links).

Bild: Peter Jenni

Vor gut einem Jahr fand in Dietfurt die Gründungsversammlung des Vereins Komitee für echte flankierende Massnahmen (Keflam) in und um Bütschwil statt, zu der sich 120 Personen eingefunden hatten. Das Interesse ist seither noch gestiegen, denn per 31. Dezember 2019 zählte der Verein 150 Mitglieder.

82 davon fanden sich am Donnerstag im «Rössli» zur Mitgliederversammlung (MV) ein, wo sie von Präsident Fritz Rutz begrüsst wurden. Unter den Anwesenden war auch eine Delegation des Gemeinderates Bütschwil-Ganterschwil, angeführt von Präsident Karl Brändle. Ebenso zugegen war Imelda Stadler, Gemeindepräsidentin von Lütisburg.

Das Protokoll von Christian Vogel wurde ihm als perfekt verdankt, ebenso die Rechnung von Ruben Schuler, die mit einem Plus zu Buche steht, sodass der Jahresbeitrag von 20 Franken beibehalten werden kann. In seinem ausführlichen Jahresbericht analysierte Präsident Fritz Rutz nochmals alle relevanten Geschehnisse des ersten Geschäftsjahres, was ihm mit Applaus verdankt wurde. Die Revisoren Hans Werner Abderhalden und Jakob Bleiker beantragten denn auch Entlastung des ganzen Vorstandes.

Lösungsvorschläge des Keflam

In der Folge präsentierten Ruben Schuler und Christian Vogel das bisherige Vorgehen und die erzielten Erfolge, die nicht alle Anwesenden wahrhaben wollten, wie sich in der Umfrage zeigte. Der Keflam-Vorstand habe erkannt, «dass die Ottilienstrasse per Eröffnung der Umfahrung Bestandteil des Kantonsstrassennetzes wird». Die Redner betonten, «eine Revision dieses Beschlusses mit einem Referendum zu erreichen» sei praktisch unmöglich und dauere zudem sehr lange.

Im November 2019 habe der Vorstand dem Gemeinderat einen Lösungsvorschlag zukommen lassen. «Bekenntnis der Gemeinden Lütisburg und Bütschwil-Ganterschwil zu einem funktionierenden und sicheren Anschluss im Lerchenfeld, der parallel zu den flankierenden Massnahmen realisiert wird. Definitiver Verzicht auf einen Kreisel an der Ottilien- und Wilerstrasse. Mitwirkung des Keflam bei der Ausarbeitung der flankierenden Massnahmen auf der Ottilien- und Wilerstrasse. Verzicht des Keflam auf die Forderung, die Ottilienstrasse solle Gemeindestrasse bleiben».

Unterzeichnet werden muss der Lösungsvorschlag bis am 29. Februar vom Gemeinderat Bütschwil-Ganterschwil. Zudem musste auch die MV zustimmen, was Bestandteil der Traktandenliste war.

Für den am 1. April vorgesehenen runden Tisch hat der Vorstand dem Tiefbauamt des Kantons rote Linien gesetzt: «Verzicht auf Trottoir über die Mosnangerstrasse, auf Enteignungen an der Ottilienstrasse, auf den Kreisel Ottilien-Wilerstrasse, auf beidseitige Bushaltestellen Hofwiesen, auf Bushaltestelle im Grünen (zwischen Engi und Chrüz).»

Nein bedeutet freie Hand für den Kanton

Dass sich nicht alle mit den vorgeschlagenen Massnahmen zufriedengaben, war abzusehen. So mussten sich Fritz Rutz und seine Mitstreiter gegen Vorwürfe wehren, der Keflam habe bisher nichts erreicht. Dabei spielten bei einigen Votanten auch persönliche Anliegen mit, zum Beispiel betreffen der Ein- und Ausfahrten von Garagen und Abstellplätzen an der Ottilienstrasse.

Aber auch die Lerchenfeldstrasse gab zu Beanstandungen Anlass. Bevor Fritz Rutz zur Abstimmung schritt, wurde festgestellt, dass bei einer Ablehnung der Kanton freie Hand bekäme, «seine flankierenden Massnahmen auf der Ottilien- und Wilerstrasse ohne inhaltliche Mitsprache der Bevölkerung durchzusetzen – zum Beispiel den Ottilienkreisel». Ob die Warnung fruchtete, bleibe dahingestellt. Auf jeden Fall fiel die Abstimmung mit 59 Ja gegen 14 Nein bei neun Enthaltungen klar für die Anliegen des Vorstandes aus.

Danach meldete sich Karl Brändle zum Wort und sagte sinngemäss, der Keflam sollte sich nicht so wichtig nehmen, da es in der Gemeinde noch 3200 weitere Stimmberechtige gebe. Den Ottilienkreisel werde es nicht geben, ist er überzeugt. Betreffend Lerchenfeld riet er, dieses Problem sollte von den flankierenden Massnahmen getrennt werden: «Im Gegensatz zu den flankierenden Massnahmen sind dafür die Kosten im Strassenbauprogramm noch nicht enthalten.»

Imelda Stadler sicherte zu, sich für eine Lösung im Lerchenfeld einzusetzen. Zum Schluss zeigte Vizepräsident Ivo Scherrer die Fehler auf, die bei den Anschlüssen zur Umfahrung gemacht wurden und dank des Keflam zum grossen Teil behoben werden konnten. Mit der klaren Aussage des Vorstandes «Keflam kämpft weiter» endete die Versammlung zu vorgerückter Stunde.

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