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Interview

Beim Umzug des Volg müssen sich die Mosnanger in Geduld üben

Der Konsumgenossenschaft wäre es am liebsten, wenn bei der alten Post bereits eine Baugrube wäre, damit der Volg bald umziehen kann. Doch die Verzögerungen können ihrem Optimismus nichts anhaben.
Timon Kobelt
Andreas Hagmann (links) und Benno Länzlinger wenden viel Freizeit für die Konsumgenossenschaft Mosnang auf. Sie hoffen, dass der Volg schnellstmöglich auf die Parzelle der Post zügeln kann – am jetzigen Standort sind die Kühl- und Gefrieranlagen in die Jahre gekommen. (Bild: Timon Kobelt)

Andreas Hagmann (links) und Benno Länzlinger wenden viel Freizeit für die Konsumgenossenschaft Mosnang auf. Sie hoffen, dass der Volg schnellstmöglich auf die Parzelle der Post zügeln kann – am jetzigen Standort sind die Kühl- und Gefrieranlagen in die Jahre gekommen. (Bild: Timon Kobelt)

Am Montag beginnt die Auflagefrist für die bereinigten Baugesuche der Gemeinde und der Konsumgenossenschaft (KG) Mosnang betreffend Liegenschaft alte Post. Die Frist läuft bis am 16. Juli. Das Gesuch der Gemeinde bezieht sich auf den Bau der Tiefgarage, jenes der KG auf den Neubau des Gebäudes. In dessen Untergeschoss soll neu der Volg untergebracht werden, in den zwei Obergeschossen entsteht Wohnraum.

Was nun klar ist: Der Kaufrechtsvertrag, welcher der KG das Recht gibt, die Post-Parzelle bis am 30. Juni zu übernehmen, wird aufgrund der fehlenden Baubewilligung ungenutzt auslaufen. Das heisst, selbst wenn es im neuen Auflageverfahren keine Einsprachen gibt, muss die Bürgerversammlung dem Kaufgeschäft erneut zustimmen. Die Verantwortlichen des Vorstands der KG Benno Länzlinger (Präsident) und Andreas Hagmann (Aktuar) nehmen dazu Stellung.

Die Konsumgenossenschaft Mosnang kann ihr Kaufrecht für die Parzelle der alten Post erneut nicht ausüben, weil keine Baubewilligung vorliegt. Verlieren Sie langsam die Geduld?

Benno Länzlinger: Man darf die Geduld nicht verlieren. Die Stimmung bei uns ist immer noch positiv. Durch die Schlaufe mit der Tiefgarage hat es halt genauere Abklärungen und mehr Zeit gebraucht. Dafür gibt es ein umso schöneres Endprojekt für das Dorf. Aber klar ist die Verzögerung schade, auch für unsere Nachfolgerin Jolanda Brändle, die ihre Pläne und Visionen zeitlich nach hinten verschieben muss.

Klar ist die Verzögerung schade, auch für unsere Nachfolgerin Jolanda Brändle, die ihre Pläne und Visionen zeitlich nach hinten verschieben muss.

Andreas Hagmann: Natürlich wäre es auch uns lieber, wenn der Bau schon begonnen hätte. Doch wir verwerfen nun nicht die Hände, weil es unsere Überzeugung ist, dass das Projekt eine gefreute Sache für Mosnang wird.

Dennoch muss die Verzögerung der Baubewilligung doch auch Nachteile für die KG bringen?

Länzlinger: Das ist so. Wir kommen im jetzigen Volg-Laden langsam in Not von der Einrichtung und müssen immer wieder Reparaturen an Kühl- und Gefrieranlagen durchführen. Mit jedem Monat, den es andauert, nimmt das Risiko zu, dass Geräte aussteigen.

Immerhin stehen Sie betreffend Finanzierung nicht besonders unter Druck. Die Dorfkorporation (DK) finanziert den Neubau, die Gemeinde die Tiefgarage.

Länzlinger: Ganz so einfach ist es nicht. Wir müssen die Kosten im Griff haben. Wenn die Baubewilligung vorliegt, kaufen wir zunächst der Gemeinde die Post-Liegenschaft für 600000 Franken ab. Mit der Dorfkorporation haben wir Verhandlungen geführt. Wir können nicht ins Uferlose bauen. Die DK ist wie unsere Bank und gewährt uns ein Darlehen, das wir abbezahlen müssen (die DK hat als Maximalsumme ein Darlehen von 3,5 Millionen Franken gesprochen, Anmerkung der Redaktion).

Hagmann: Wir haben ein Gesamtbudget, wie viel Kauf und Neubau kosten. Auf der Einnahmeseite stehen der Verkauf des alten Gebäudes, das Darlehen der DK und die anderen Geldquellen, die wir aufgetrieben haben.

Finanziellen Druck haben wir in dem Sinn nicht, weil wir noch nichts gekauft haben.

Wie rechnet sich alles, wenn der neue Volg in Betrieb ist?

Länzlinger: Eins will ich vorwegnehmen: Wir sind keine gewinnorientierte Körperschaft und wollen in erster Linie dem Dorf etwas Gutes tun. Wir müssen schauen, dass wir den Kopf über Wasser halten können. Dazu sollen nebst dem neuen Volg die neun Wohnungen in den zwei Obergeschossen etwas beitragen.

Hagmann: Die Wohnungen sind ein erheblicher Punkt. Es ist wichtig, dass wir diese vermieten können. Mit dem Laden alleine können wir unsere Investitionen kaum decken, daher sollen die Wohnungen zusätzliches Geld in die Kasse spülen und den Ladenbetrieb ein Stück weit querfinanzieren. Da die DK die Finanzierung regelt, erwartet sie, dass ihr Geld gut angelegt ist.

Sie scheinen nach wie vor Feuer und Flammen für das Projekt zu sein.

Länzlinger: Absolut. Es ist für Mosnang ein ganz klarer Gewinn. Wir sind ein aktives Dorf, zu dem auch ein Dorfladen gehört. Am neuen Standort ist der Volg zentraler. Die Landi und die Metzgerei liegen ganz nahe. Die Leute können zentral parken und ihre wichtigsten Einkäufe zu Fuss erledigen. Was sind wichtige Elemente für eine attraktive Gemeinde? ÖV, Schulen und gute Einkaufsmöglichkeiten.

Wir sehen uns als halböffentliche Institution und wollen deshalb mit dem Projekt etwas zu Gunsten der Öffentlichkeit machen.

Gerade aus der Öffentlichkeit kommt aber auch Widerstand. Die Tiefgarage wurde nur hauchdünn angenommen und jüngst wurde die Sorge laut, dass der Neubau die Sicht auf die Kirche einschränke.

Länzlinger: Die Tiefgarage ist letztlich das Projekt der Gemeinde. Wir glauben, dass die meisten Bürger nichts gegen das Volg-Projekt haben. Klar ist, dass jeder seine Meinung haben und äussern darf. Bezüglich Kirche kann ich nur sagen, dass wir von Anfang an mit der kantonalen Denkmalpflege und dem Ortsbildschutz zusammengearbeitet haben. So wie das Projekt jetzt bereinigt wurde und nochmals aufgelegt wird, ist es eine Korrektur des Dorfbilds. Zudem nehmen wir auch die vielen positiven Rückmeldungen zur Kenntnis.

Von wem zum Beispiel?

Länzlinger: Ich kann die Metzgerei Näf nennen. Sie ist ein direkter Nachbar des neuen Standorts und zeigte sich sehr kooperativ. Es ist bis jetzt mit vielen Beteiligten ein erfreutes Miteinander.

Konsumgenossenschaft Mosnang

Die KG Mosnang wurde 1919 gegründet. Sie zählt 154 Genossenschafter, beschäftigt vier Mitarbeitende und bildet zwei Lehrlinge aus. Als Genossenschafter muss man mindestens einen Anteilschein für 300 Franken besitzen. Ziel der Körperschaft ist, die Bevölkerung von Mosnang mit Lebensmitteln und weiteren wichtigen Gütern zu bedienen. Die KG Mosnang führt ihr Geschäft eigenständig und ist keine Filiale der Fenaco, zu der die Volg-Gruppe gehört. (pd/tik)

Hagmann: Nicht zu vergessen sind unsere Genossenschafter. Sie tragen ja unsere Körperschaft, es ist nicht der Laden des Vorstands. Und unsere Mitglieder verstehen, dass es nicht um Gewinn geht, sondern darum, etwas Tolles auf die Beine zu stellen. Sie stärken uns den Rücken, weil wir den Prozess vorantreiben. Es ist schliesslich unsere Freizeit, die wir für den Mosnanger Konsum geben und wir tun es gerne, weil wir der Öffentlichkeit etwas zurückgeben wollen und weil wir hier leben.

Im Idealfall: Wie schnell wird der Prozess denn nun vorangetrieben?

Länzlinger: Zunächst folgt nun das zweite Auflageverfahren. Wir hoffen natürlich, dass es keine weiteren Einsprachen gibt. Liegt die Baubewilligung vor, wird wohl an der Bürgerversammlung (BV) im November über den Kaufvertrag abgestimmt. Die Bürgerschaft hat uns bereits an zwei Abstimmungen das Vertrauen geschenkt (BV vom 23. November 2016: Zustimmung für Abschluss Kaufrechtsvertrag, BV vom 22. März 2018: Verlängerung Vertrag bis 30. Juni 2019. Anmerkung der Redaktion). Daher sind wir zuversichtlich, dass sie es erneut tun wird. Ab November rechnen wir mit etwa eineinhalb Jahren, bis der Bau steht.

Hagmann: Wir hoffen sehr, dass nun alles reibungslos voranschreitet. Wir sind schon lange im Vorstand und wollen einen Schritt vorwärtsmachen. Das ist nur am neuen Standort möglich, vor allem aufgrund der Platzsituation. Es ist auch ein Schritt, den wir machen müssen, wollen wir den Laden erhalten. Die Konkurrenz ist grösser geworden. Man kann nicht denken: Es hat die letzten 100 Jahre auch funktioniert.

Vor 100 Jahren ging niemand in die Migros Bütschwil einkaufen.

Zu den Personen

Benno Länzlinger ist in Mosnang geboren und neben der Kirche aufgewachsen. Heute lebt er wieder in Mosnang. Der 48-Jährige arbeitet in der Schreinerei Fust in Wil als Verkaufsleiter. Der Familienvater hat vier Söhne. Andreas Hagmann ist 55 alt. Auch er ist in Mosnang aufgewachsen und nach einem Unterbruch ins Dorf zurückgekehrt, um dort zu leben. Er ist Vater von drei Töchtern. Beruflich fungiert er als Richter im Kreisgericht Toggenburg und ist Mitglied der CVP. (tik)

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