Bei den Fischern gab es keine Diskussionen, weil genug informiert wurde

Die Thursanierung und das Fischsterben waren Themen an der Hauptversammlung des Fischereivereins Thur.

Urs Nobel
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Bei den Mitgliedern herrschte in sämtlichen Abstimmungen, welche im Verlauf der Versammlung notwendig waren, Einigkeit.

Bei den Mitgliedern herrschte in sämtlichen Abstimmungen, welche im Verlauf der Versammlung notwendig waren, Einigkeit.

Bild: Urs Nobel

Vereinspräsident Markus Brunner zeigte sich am Schluss der Versammlung am Samstag überrascht und erleichtert. Es hätte ihn nicht verwundert, wenn zahlreiche Voten seitens der Mitglieder wiederum zu heftigen Diskussionen geführt hätten und die Versammlung unendlich in die Länge gezogen worden wäre.

Aber es kam ganz anders: Die Traktanden gingen alle reibungslos über die Bühne, einzig ein Satz zum immer noch aktuellen Fischsterben. Dies mag wohl daran gelegen haben, dass im vergangenen Jahr im September in Wattwil ausgiebig darüber informiert wurde und dass sich seither nichts an der unerfreulichen Lage verändert hat.

Informationen aus erster Hand

Ebenfalls gab das Thema Thursanierung in Wattwil keinen Anlass zu Opposition oder Fragen. Und zwar deshalb, weil mit Philipp Gyr ein Referent verpflichtet werden konnte, der anschaulich aufzeigte, wie das Vorgehen auf dem vier Kilometer langen Bachbett geplant ist. Gyr arbeitet in der Abteilung Wasserbau beim Amt für Wasser und Energie des Kantons St.Gallen. Er hat die Projektleitung Sanierung Thur inne.

Dem aus Flawil stammenden Fachmann gelang es, mittels begleitender Bebilderung glaubhaft aufzuzeigen, dass die Massnahmen zur Sanierung zur Verbesserung der Hochwassersicherheit und zur Aufwertung der Thur gereichen werden.

«In erster Linie wird die Thur verbreitert. Damit können die Flusssohle angehoben und Unterspülungen des Uferschutzes zukünftig vermieden werden.»

Im bebauten Siedlungsgebiet geht Gyr davon aus, dass das Flussbett auf bis zu 30 Metern verbreitert wird. In Landwirtschafts- oder Freiflächen auf gegen 40 Meter. Die Uferböschungen werden abgeflacht und somit auch den Fischern einen besseren Zugang zum Wasser bieten. «Die mittlere Thur wird für standortgebundene und wandernde Fischarten wieder zu einem attraktiven Lebensraum», prophezeite Gyr. «Das Teilstück wird für die Fische deutlich aufgewertet.»

50 Freiwillige an der Thurputzete

In Anbetracht dessen, dass unter dem Traktandum «Verschiedenes und Umfrage» seitens der Mitglieder niemand das Wort ergriff, geriet die Vereinsversammlung zu einem in Minne verlaufenen Anlass, bei welchem der Jahresrückblick des Präsidenten, die Bestätigungs- und Neuwahlen sowie neue Statuten im Zentrum standen.

Markus Brunner blickte nochmals auf die 125-Jahr-Jubiläumsversammlung zurück und orientierte des Weiteren, dass sich zum Thema Forellensterben nichts Neues ergeben habe. «Wir sind weiter daran, Ursachen zu suchen und zu finden.»

Der Präsident nahm zudem Stellung zu den unerfreulichen Trübungen im Wasser an den Thurbaustellen. Stolz zeigte er sich, dass sich 50 Mitglieder an der Thurputzete beteiligt haben und dass der Ruchfischerkurs mit Verwertungsmöglichkeiten von Barben und Alert grossen Zuspruch erhielt.

Ein Rücktritt durch zwei Neue kompensiert

Für den nach 12 Jahren Vorstandstätigkeit zurücktretenden Fabian Sternig konnte mit dem erst 23-jährigen Levin Wagner Ersatz gefunden werden. Auch Ruedi Scherrer wird den Vorstand zusätzlich ergänzen. «Selbstverständlich» wurde auch Präsident Markus Brunner einstimmig in seinem Amt bestätigt.

Weil die neuen Statuten weder zu Fragen noch Diskussionen führten, endete die Vereinsversammlung bereits nach zwei Stunden. Die Küchenbrigade des «Toggenburgerhofs» konnte somit pünktlich das Mittagessen servieren und überleiten zum nachmittäglichen Zusammensein unter Gleichgesinnten, das wie immer einen grossen Stellenwert im Vereinsleben des Fischereivereins Thur besitzt.