BAZENHEIDER CUP
Torspektakel auf dem Ifang: Nur im Final behielten die Defensivreihen die Kontrolle

Kein Überraschungssieg am Bazenheider Cup. 1.-Liga-Aufsteiger FC Uzwil gewinnt den Final gegen das um eine Liga tiefer spielende Bazenheid sicher mit 2:0. Den dritten Platz sichert sich die U20-Auswahl des FC Wil – mit einem «Stängeli».

Simon Dudle
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Die Bazenheider hielten zwar dagegen, waren im Final gegen Uzwil aber doch unterlegen.

Die Bazenheider hielten zwar dagegen, waren im Final gegen Uzwil aber doch unterlegen.

Bild: Benjamin Manser

Das weckt Freude auf die bevorstehende Regio-Fussball-Saison. An den drei Finalspielen des Bazenheider Cups – sie dauerten je 90 Minuten – fielen ganze 20 Tore. Das sind mehr als sechs Treffer pro Partie im Durchschnitt. Die Quote drückte vor allem die U20-Auswahl des FC Wil aus der 2. Liga interregional in die Höhe, welche im Spiel um Platz 3 das Stängeli vollmachte und Wattwil Bunt aus der 2. Liga regional mit 10:2 abfertigte. Und es ging munter weiter mit dem Torreigen eines Klubs aus der Stadt Wil. Im Spiel um Platz 5, das eine Stunde später begann, setzte sich der SC Bronschhofen im Vergleich zweier Vereine aus der 2. Liga regional gegen Henau mit 5:1 durch – nach einem Rückstand. In die Torschützenliste der Bronschhofer trug sich erneut auch Andi Qerfozi ein, der mit total vier Treffern an diesem Turnier Torschützenkönig wurde.

So unterhaltsam der Abend bis dahin war, so arm an Spektakel war dann der Final. Beide Mannschaften, der FC Bazenheid und der FC Uzwil, hatten ihre Stärken im defensiven Bereich. Mit zunehmender Spieldauer übernahmen aber doch die Uzwiler, welche im Sommer in die 1. Liga aufgestiegen waren, das Kommando gegen den Vertreter der 2. Liga interregional und gaben je länger je mehr den Ton an. Kurz vor der Pause drückte Captain Ifraim Alija den Ball zur Uzwiler Führung über die Linie, einige Minuten nach Wiederanpfiff machte Orcun Cengiz alles klar.

Uzwils Goalie Timon Waldvogel hielt seinen Kasten im Final sauber.

Uzwils Goalie Timon Waldvogel hielt seinen Kasten im Final sauber.

Bild: Benjamin Manser

Rote Karte am Vorbereitungsturnier

Zu einer Reaktion waren die Bazenheider nicht fähig, zumal sie nach dem Platzverweis gegen Claudio Grauso in einer frühen Phase der zweiten Halbzeit geschwächt waren. Gegen gut organisierte Uzwiler wurde schonungslos aufgezeigt, dass noch kein Stossstürmer im Kader der Alttoggenburger steht. Chancen waren rar – und die Bazenheider Rufe nach einem Handypenalty verhallten ungehört. So kamen die Uzwiler schliesslich zu einem ungefährdeten und verdienten 2:0-Sieg. In der 22. Ausgabe des Bazenheider Cups gewannen sie den Titel zum fünften Mal – zum ersten Mal seit 2014. Dies auch, weil der 1.-Liga-Aufsteiger mit einer starken Truppe angereist war. Zwar fehlten die Routiniers Kristian Nushi, Thomas Knöpfel, Dario Koller und Zoltan Farkas sowie der verletzte Raul Stillhart, alles in allem waren es aber weniger Absenzen als bei anderen Teams. Uzwils Trainer Armando Müller sagte:

«Wir haben eine gute Mannschaft mit Spielern, die auf verschiedenen Positionen spielen können. Es war eine Steigerung gegenüber Mittwoch.»

Nur mit Zittern und dank Schützenhilfe des FC Wil hatten es die Uzwiler überhaupt ins Endspiel geschafft.

Der Übungsleiter erwähnte aber auch, dass sie noch einiges an Arbeit hätten, vor allem im Spiel nach vorne und im physischen Bereich. So gehe es etwa darum, die unterschiedlichen Fitnessstände der Spieler zu korrigieren.

Zum ersten Mal seit 2014 durfte sich der FC Uzwil über einen Turniersieg am Bazenheider Cup freuen.

Zum ersten Mal seit 2014 durfte sich der FC Uzwil über einen Turniersieg am Bazenheider Cup freuen.

Bild: Simon Dudle

Neuauflage des Finals am Samstag

Während das Kader bei den Uzwilern steht, ist man bei Finalgegner FC Bazenheid noch weit davon entfernt. Mal abgesehen von den zehn Abwesenden, die im Endspiel des Bazenheider Cups fehlten, ist auch sonst noch vieles offen und der Umbruch im Kader in vollem Gang. Gleich mehrere Teamstützen haben den Klub im Sommer verlassen. Als der neue Trainer Daniel Bernhardsgrütter Anfang Juli seine Arbeit aufnahm, waren gerade einmal zwölf Spieler da. Mittlerweile sind es 21 – aber noch keine Stürmer. «Ich bin zuversichtlich, dass wir in einer Woche zwei Neuner haben werden. Kurz vor Saisonstart werden wir das Kader beisammenhaben», sagte Bernhardsgrütter. Obwohl im Final des Bazenheider Cups die Niederlage zu akzeptieren war, konnte Bernhardsgrütter dem Spiel auch positive Aspekte abgewinnen. Er sagte:

«Es war eine sehr junge Mannschaft, die eine solidarische Leistung zeigte.»

Schon am kommenden Samstag (14. August) bietet sich den Bazenheidern die Chance zur Revanche. Dann kommt es auf der Rüti in Henau um 17 Uhr zu einer Neuauflage des Finals in Form eines Testspiels. Saisonstart ist für beide Teams am 21. August. Uzwil reist zu Eschen/Mauren, Bazenheid empfängt Aufsteiger Goldach-Rorschach.

Aus Bazenheider Sicht mundete immerhin das kulinarische Angebot.

Aus Bazenheider Sicht mundete immerhin das kulinarische Angebot.

Bild: Benjamin Manser

Bazenheider Cup 2021, Finaltag, Resultate (Spiele à 90 Minuten )

Final: Uzwil – Bazenheid 2:0 (1:0). Spiel um Platz 3: Wil U20 – Wattwil Bunt 10:2 (5:0). Spiel um Platz 5: Bronschhofen – Henau 5:1 (2:1). Schlussrangliste: 1. Uzwil (1. Liga). 2. Bazenheid (2. Liga interregional). 3. Wil U20 (2. Liga interregional). 4. Wattwil Bunt (2. Liga). 5. Bronschhofen (2. Liga). 6. Henau (2. Liga). Torschützenkönig: Andi Qerfozi (Bronschhofen), 4 Tore.

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