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Kompostierbares Geschirr landet im Müll – der Baumwipfelpfad Neckertal will sein Abfallkonzept überarbeiten: «Wir haben die Probleme erkannt»

Die Betreiber des Baumwipfelpfads Neckertal überarbeiten zurzeit ihr Abfall- und Entsorgungskonzept.
Urs M. Hemm
Ein griffiges Entsorgungskonzept sei wichtig. «Wichtiger jedoch ist es, Abfall womöglich zu vermeiden», sagt Melanie Anon, Geschäftsleiterin der Genossenschaft Baumwipfelpfad Neckertal in Mogelsberg. (Bild: Urs M. Hemm)

Ein griffiges Entsorgungskonzept sei wichtig. «Wichtiger jedoch ist es, Abfall womöglich zu vermeiden», sagt Melanie Anon, Geschäftsleiterin der Genossenschaft Baumwipfelpfad Neckertal in Mogelsberg. (Bild: Urs M. Hemm)

Mit dem Baumwipfelpfad Neckertal wird zu Recht zuerst einmal die reine Natur in Verbindung gebracht. Der anhaltende Besucherstrom und ein – auch wenn nur eingeschränktes – gastronomisches Angebot produzieren hingegen Abfälle aller Art. Auf der Basis der vier «V» – Abfälle möglichst zu vermeiden, zu vermindern, zu verwerten oder gefahrlos zu vernichten – verfügt die Genossenschaft Baumwipfelpfad Neckertal an sich über ein umfassendes Entsorgungskonzept.

Im Laufe des Betriebs hat sich nun jedoch in verschiedenen Bereichen Verbesserungspotenzial aufgezeigt. «Tatsächlich können wir uns auf bestimmten Gebieten verbessern. Wir sind nun daran, für die verschiedenen Problemfelder, Lösungen zu prüfen, um unser Entsorgungskonzept entsprechend verbessern zu können», sagt Melanie Anon, Geschäftsleiterin der Genossenschaft Baumwipfelpfad Neckertal.

Geschirr soll ersetzt werden

Auch das Palmblattgeschirr soll durch eine nachhaltigere Lösung ersetzt werden. (Bild: Urs M. Hemm)

Auch das Palmblattgeschirr soll durch eine nachhaltigere Lösung ersetzt werden. (Bild: Urs M. Hemm)

Ein Problem, und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht, sei das Geschirr. «Wir benutzen zurzeit für unser Speisenangebot – das sind Suppe und Würste vom Grill – Palmblattgeschirr», erläutert Melanie Anon. Dieses sei zwar umweltfreundlicher als Plastik- oder Kartongeschirr, jedoch nicht so leicht kompostierbar, wie allgemein geglaubt werde. Darüber hinaus gebe es neben dem Palmblattgeschirr praktisch keine organischen Abfälle, weshalb sich eine separate Sammlung nicht lohne und es mit dem normalen Abfall entsorgt werde. «So ist es bestimmt keine ideale Lösung und unsere Mitarbeiter werden von den Besuchern auch oft nach den Gründen gefragt», sagt Anon.

«Diese Situation ist für die Besucher wie auch für die Mitarbeiter unbefriedigend.»

Ökologisch sinnvolle Alternativen gebe es derweil nicht viele auf dem Markt oder dann seien sie für den Betrieb nicht praktikabel. «Porzellan beispielsweise komme auf dem Aussengelände wegen der Gefahr von Scherben nicht in Frage. Viele Kinder rennen hier barfuss herum», sagt Melanie Anon. Deshalb würden sie zurzeit Geschirr aus Melamin prüfen, einer Art Kunststoff, der nicht so schnell bricht, abwaschbar ist und somit unzählige Male wiederverwendet werden kann. «Da wir aber nur Suppenschalen und kleine Teller für die Würste brauchen, ist es schwierig, einen Lieferanten dafür zu finden. Denn die meisten verkaufen ihr Geschirr nur als komplettes Set. Wir hoffen aber diesbezüglich, in den laufenden Verhandlungen, bald Fortschritte machen zu können.»

Ähnlich gestaltet sich die Herausforderung, einen Ersatz für die bisher verwendeten Kartonbecher zu finden. «Gänzlich auf Kartonbecher verzichten können wir kaum. Denn insbesondere Kaffee wird oft zum Mitnehmen ausgegeben», sagt Ricco Donatsch, Bereichsleiter Gastronomie und stellvertretender Geschäftsleiter.

Erweiterungsbau wird nötig

PET raus – Glas rein. Das ganze Getränkeangebot soll nur noch in Glasflaschen erhältlich sein. (Bild: Urs M. Hemm)

PET raus – Glas rein. Das ganze Getränkeangebot soll nur noch in Glasflaschen erhältlich sein. (Bild: Urs M. Hemm)

Steigerungspotenzial in der Vermeidung von Abfällen sehen die Betreiber des Baumwipfelpfades auch beim PET. «Wir haben im Kiosk ein breites Getränkeangebot – das meiste jedoch in PET-Flaschen. Nun wollen wir komplett, das heisst bei den kleinen wie auch bei den Ein- oder Eineinhalb-Liter-Flaschen, auf Glas umstellen», sagt Melanie Anon. Denn, obwohl die Kübel für Restmüll oder PET klar gekennzeichnet seien, würden noch immer viel PET-Flaschen im Restmüll landen. «Wir sind überzeugt, dass die Schwelle, eine Glasflasche einfach in den Restmüll zu werfen, höher ist als bei PET. Zudem haben wir bereits mit der bestehenden Rückgabestelle für Glasflaschen gute Erfahrungen gemacht.»

Überall auf dem Gelände werden PET-Flaschen und Restmüll getrennt gesammelt. (Bild: Urs M. Hemm)

Überall auf dem Gelände werden PET-Flaschen und Restmüll getrennt gesammelt. (Bild: Urs M. Hemm)

Damit Verkauf und Rückgabe von Flaschen und vor allem die Wege von sauberem und benutztem Geschirr klar getrennt sind, bedarf es einer Erweiterung des kombinierten Kiosk- und Kassengebäudes, dessen Pläne bereits bei der Gemeinde eingereicht wurden. «Um den Hygienevorschriften gerecht zu werden braucht es diese Erweiterung. Zudem können die Abläufe dadurch vereinfacht und die Besucher effizienter bedient werden», sagt Ricco Donatsch. Geplant ist auch, die Büroräume der Geschäftsleitung dort zu integrieren. Diese befinden sich zurzeit in einem Baucontainer neben dem Kioskgebäude.

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