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Bass und Berner Beats in Bütschwil – Chlyklass überzeugen am Open Air

Einmal mehr regnet es am Open Air Bütschwil. Trotzdem kamen Hunderte, unter anderem für das Berner Hip-Hop-Kollektiv Chlyklass.
Ruben Schönenberger
Beim Auftritt von Les Touristes hört der Regen auf. (Bild: Ruben Schönenberger)Beim Auftritt von Les Touristes hört der Regen auf. (Bild: Ruben Schönenberger)
(Bild: Ruben Schönenberger)(Bild: Ruben Schönenberger)
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«Anarchie, wenn keine luegt», singen Les Touristes und helfen dem Publikum beim Mitsingen. (Bild: Ruben Schönenberger)«Anarchie, wenn keine luegt», singen Les Touristes und helfen dem Publikum beim Mitsingen. (Bild: Ruben Schönenberger)
Les Touristes verneigen sich vor dem Publikum, das Publikum vor Les Touristes. (Bild: Ruben Schönenberger)Les Touristes verneigen sich vor dem Publikum, das Publikum vor Les Touristes. (Bild: Ruben Schönenberger)
Auf dem Zeltplatz hätte es noch etwas Platz gehabt. (Bild: Ruben Schönenberger)Auf dem Zeltplatz hätte es noch etwas Platz gehabt. (Bild: Ruben Schönenberger)
Wer es doch gewagt hat, wurde mit diesem Blick vom eigenen «Sitzplatz» belohnt. (Bild: Ruben Schönenberger)Wer es doch gewagt hat, wurde mit diesem Blick vom eigenen «Sitzplatz» belohnt. (Bild: Ruben Schönenberger)
(Bild: Ruben Schönenberger)(Bild: Ruben Schönenberger)
Spätabends auf dem Zeltplatz. (Bild: Ruben Schönenberger)Spätabends auf dem Zeltplatz. (Bild: Ruben Schönenberger)
(Bild: Ruben Schönenberger)(Bild: Ruben Schönenberger)
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Der Sänger von den Pedestrians findets «huere geil do obe». (Bild: Ruben Schönenberger)Der Sänger von den Pedestrians findets «huere geil do obe». (Bild: Ruben Schönenberger)
(Bild: Ruben Schönenberger)(Bild: Ruben Schönenberger)
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Auch die ganz Kleinen geniessen die Musik in Bütschwil. (Bild: Ruben Schönenberger)Auch die ganz Kleinen geniessen die Musik in Bütschwil. (Bild: Ruben Schönenberger)
(Bild: Ruben Schönenberger)(Bild: Ruben Schönenberger)
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Den Abschluss macht der Headliner Chlyklass. (Bild: Ruben Schönenberger)Den Abschluss macht der Headliner Chlyklass. (Bild: Ruben Schönenberger)
Die Berner Hip-Hip-Kombo ist seit rund 20 Jahren aus dem Schweizer Rap nicht wegzudenken. (Bild: Ruben Schönenberger)Die Berner Hip-Hip-Kombo ist seit rund 20 Jahren aus dem Schweizer Rap nicht wegzudenken. (Bild: Ruben Schönenberger)
(Bild: Ruben Schönenberger)(Bild: Ruben Schönenberger)
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(Bild: Ruben Schönenberger)(Bild: Ruben Schönenberger)
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«Alli Häng id Luft für Bern City», rappen Chlyklass. Das Publikum macht mit.(Bild: Ruben Schönenberger)«Alli Häng id Luft für Bern City», rappen Chlyklass. Das Publikum macht mit.(Bild: Ruben Schönenberger)
(Bild: Ruben Schönenberger)(Bild: Ruben Schönenberger)
(Bild: Ruben Schönenberger)(Bild: Ruben Schönenberger)
Auch Baze gehört zur Chlyklass. Vor zwei Wochen trat er mit seinem Soloalbum bereits am Open Ear in Brunnadern auf. (Bild: Ruben Schönenberger)Auch Baze gehört zur Chlyklass. Vor zwei Wochen trat er mit seinem Soloalbum bereits am Open Ear in Brunnadern auf. (Bild: Ruben Schönenberger)
(Bild: Ruben Schönenberger)(Bild: Ruben Schönenberger)
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Einem gefiel die Musik so gut, dass es ihm glatt die Schuhe auszog. (Bild: Ruben Schönenberger)Einem gefiel die Musik so gut, dass es ihm glatt die Schuhe auszog. (Bild: Ruben Schönenberger)
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Beats und Bass in Bütschwil

Schon beim Warten auf den Shuttlebus hört man es. Das Open Air Bütschwil findet zwar auf dem Sal oberhalb des Dorfes statt, die Bässe hört man aber bis ins Zentrum. Über die Musikanlage kann man sich also wahrlich nicht beschweren. Das wird später am Abend auch noch der Rapper Greis, Teil des Berner Hip-Hop-Kollektivs Chlyklass, mit einem anerkennenden «Än easy Bass heit ihr do» würdigen. Aber der Reihe nach.

Der Samstag startet nass

Nach einem gelungenen Auftakt am Freitagabend – rund 500 Leute kamen zu den Tessinern Make Plain ins Festzelt – startete das Open Air Bütschwil wie so oft in der Vergangenheit nass in den Samstag. Rival Empire machten den Auftakt im strömenden Regen. Der Stimmung tat das keinen Abbruch, trotzdem dürften sowohl die Festivalbesucherinnen und Festivalbesucher als auch das Organisationskomitee froh gewesen sein, dass der Regen nachliess. Schon für Les Touristes konnten die Besucherinnen und Besucher ihre Regenjacken verstauen. Aus «Tanzi halt elei», wie die Basler in einem Lied singen, wurde auch deshalb ein Tanz der Massen. Spätestens als sie mittels auf Karten geschriebenem Songtext zur «Anarchie, wenn keine luegt» aufriefen, bewegte sich das Publikum mit.

Anarchie forderten Les Touristes. Aber nur, wenn keiner zuschaut. (Bild: Ruben Schönenberger)

Anarchie forderten Les Touristes. Aber nur, wenn keiner zuschaut. (Bild: Ruben Schönenberger)

Das Publikum blieb auch für die Pedestrians in Feierlaune. Viele sangen vom ersten Lied an mit, bei «Is It Love» – von SRF3 wurde der «süffige Reggae-Knüller» schon zum «Song vom Tag» gewählt – wusste dann wohl wirklich jeder etwas mit der Badener Band anzufangen. Das färbte auch auf den Sänger Mike Bill ab, der es «do obe» in Bütschwil «huere geil» fand.

Ein lang gehegter Traum der Festivalverantwortlichen

Der eigentliche Headliner sollte da erst noch folgen. Für 00.30 Uhr waren die Berner Chlyklass angekündigt. Das Hip-Hop-Kollektiv war für die Festivalverantwortlichen ein lang gehegter Traum, wie es in der Ankündigung der Band hiess. Beim Publikum schien das ähnlich zu sein. Zwar hatten sich einige der rund 900 Tagesgäste schon ins Festzelt oder auf den Heimweg verschoben – der Platz vor der Bühne war merklich weniger gefüllt als noch zuvor. Unter jenen, die blieben, war dafür mit den ersten Beats und dem ersten Wummern des – eben – «easy Bass» noch mehr Bewegung drin als zuvor.

Das Berner Hip-Hop-Kollektiv Chlyklass war der Headliner des diesjährigen Open Airs. (Bild: Ruben Schönenberger)

Das Berner Hip-Hop-Kollektiv Chlyklass war der Headliner des diesjährigen Open Airs. (Bild: Ruben Schönenberger)

Das Kollektiv Chlyklass, das mit zwei DJs und acht MCs zum ersten Mal in diesem Jahr vollständig auftrat, lieferte eine Show ab, wie man es von den Bernern seit rund 20 Jahren gewöhnt ist. Nichts Neues zwar – das letzte Album liegt vier Jahre zurück –, aber das ist auch gar nicht nötig. Chlyklass macht, wie sie selber rappen, ein «Gschäft mit dr Nostalgie». Und auch oder gerade weil sie das live so gut machen, führt auch nach über 20 Jahren im Schweizer Rap-Geschäft eigentlich kein Weg an den Bernern vorbei.

Es wartete doch jemand auf sie

Sie selber sehen das manchmal etwas anders. «Ds isch Chlyklass im 15zehni, steil über Drissgi, uf ds het niemer gwartet, ds mir zrügg im Bizz si», rappen sie auf ihrem noch immer aktuellsten Album. Das «Bizz», das Business, sei ihnen aber eigentlich sowieso egal, wie sie im Interview vor ihrem Auftritt sagen.

«Wir wollen einfach Musik machen, Punkt.»

Dass eben doch der eine oder andere auf das 2015 erschienene Album gewartet hatte, bewies schon der erste Chartplatz, den das Album erreichte. Oder der MTV European Music Award als Best Swiss Act, den sie 2016 auch dank des Online-Votings und damit ihrer Fans holten. Die Resonanz hätten sie so nicht erwartet, sagt Diens. «Wir wussten schon, dass es noch Leute gibt, die das interessiert. Aber in dem Ausmass? Das haben wir sicher nicht gedacht.» Ein Vorteil sei, dass das Kollektiv mit Wurzel 5, PVP, Baze und Greis aus verschiedenen Einzelkünstlern beziehungsweise Bands bestehe. Das ziehe verschiedene Leute an. Dazu kommt: «Wurzel 5 gibt es nicht mehr. Wenn du Wurzel 5 sehen willst, musst du an ein Chlyklass-Konzert», ergänzt Greis.

Noch sind die besten Zeiten nicht vorbei

So scheint es denn auch eher ein Kokettieren, wenn die Berner rappen, dass «üsi beschte Zyte» vorbei, sie «e Huufe auti, truurigi Männer» und die Auftritte «nur no piinlech» seien. Ernst meinen sie es nämlich nicht. Höchstens das mit dem alt. Greis sagt:

«Wir sind die ersten Alten im Hip Hop. Hip Hop ist eine Jugendkultur, die etwa dann entstanden ist, als wir entstanden sind.»

Und er ergänzt: «Wir haben keine Vorbilder, wir haben keine Polo Hofers oder Endo Anacondas, die auch im Alter noch würdig auf der Bühne standen.»

Einem Besucher zog das Konzert wortwörtlich die Schuhe aus. (Bild: Ruben Schönenberger)

Einem Besucher zog das Konzert wortwörtlich die Schuhe aus. (Bild: Ruben Schönenberger)

Und wie es so ist mit Jugendkulturen, veränderte sich auch der Hip Hop über die Jahre. «Rap war früher thematisch eingeschränkter», sagt Krust. «Heute ist es ein stilistisches Mittel, dem sich jeder bedienen kann.»

Jede Jugendkultur verändert sich

Rap ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Werten mögen das die Rapper nicht. «Es ist einfach Tatsache», sagt Krust. Oder: «Es liegt in der Natur», so Greis. «Jede Jugendkultur wächst, bis sie im Mainstream ankommt und sich dann aufsplittet.» Das ändere nichts daran, dass Rap immer noch interessant sei. «In der Peripherie. Im Mainstream ist es halt Mainstream», sagt Greis weiter. «Für uns hat sich dadurch nicht viel verändert», sagt Diens.

«Wir werden immer noch nicht gespielt im Radio.»

Sie selber haben diese Veränderung auch nicht unbedingt mitgemacht. «Wir werden nicht mit feuerspeienden Drachen auftreten oder klassisch orchestrierte Tanzbewegungen aufführen. Wir sind schon noch ziemlich die gleichen, die wir früher waren», meint Diens. Und auch «Songs fürs Auto mit Kindersitz» (Berner Zeitung) haben sie ihrer eigenen Ansicht nach nie geschrieben. «Wir haben noch nie kinderfreundliche Musik gemacht», meint Greis.

«Wir haben eher das Bedürfnis, gleich viel zu fluchen und gleich ignorant zu sein wie mit 20, um uns selber zu beweisen, dass wir nicht ganz erwachsen werden müssen.»

Höchstens in den Inhalten seien sie vielleicht etwas braver geworden. «Kiffen und Saufen hat nicht mehr den Stellenwert in den Texten wie auch schon», sagt Diens.

Das neue Album kommt im Februar

Auch auf dem neuen Album werden sich Chlyklass nicht neu erfinden. «Es wird bodenständigen Chlyklass-Rap geben», sagt Diens. «Wie bei jeder Band ist es auch bei uns: Wir sind eigentlich so gut wie fertig», sagt Greis. Ein genaues Datum mögen die Berner im Interview nicht nennen. Auf der Bühne kündigen sie dann aber doch noch eines an: Im Februar solls soweit sein. Vielleicht kommen die Berner dann ja nochmal nach Bütschwil. Und vielleicht bleibts dann das ganze Wochenende trocken, immerhin wünschten Chlyklass sich und allen Festivalbesucherinnen und Festivalbesuchern im letzten Track «Summer für immer».

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