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Barock und Rock auf der Kirchenorgel in Oberhelfenschwil

Gitarre, Kontrabass, Alphorn und Orgel. Barock, Pop und Rock. In Oberhelfenschwil fand ein spezielles Konzert statt.
Michael Hug
Zwiespiel in der Kirche: Dänu Wisler am Alphorn ... (Bild: Michael Hug)

Zwiespiel in der Kirche: Dänu Wisler am Alphorn ... (Bild: Michael Hug)

Wenn beim Gottesdienst auch so viel Publikum käme! Fast bis auf den letzten Platz war die Kirche von Oberhelfenschwil am späten Sonntagnachmittag besetzt, als Organist Max Heinz zum Präludium von Marc-Antoine Charpentiers «Te Deum» ansetzte. Die berühmte Fanfare hat wohl schon so manches Ereignis eröffnet, bekannt ist sie auch als Erkennungsmelodie der Eurovisions-Gemeinschaft europäischer Fernsehanstalten.

Max Heinz, eben noch auf der Empore, eilte ins Kirchenschiff, um drei seiner nächsten Solo-Stücke anzukündigen. Wie schon Charpentiers Fanfare stammen «Les Carillons de Paris», «Carillon de Longpont» und «Carillon» auch aus Federn von Komponisten des Barock. Alle drei sind dem Glockenspiel, dem «Carillon» gewidmet, beim Dritten begleitete Dänu Wisler den Organisten mit dem Alphorn.

Vom Barock ins 20. Jahrhundert

Dann kamen Dänu Wisler (Gitarre) und sein Sohn Lou (Kontrabass) zum Einsatz. Mit drei schottischen Songs von Stephen J. Wood – darunter «The Drunken Piper» – verliess man das Zeitalter des Barock und reiste behände ins 20. Jahrhundert.

... und Max Heinz an der Orgel. (Bild: Michael Hug)

... und Max Heinz an der Orgel. (Bild: Michael Hug)

Und wieder verliess Heinz seine Orgel und rannte durchs Kirchenschiff nach vorne, um die Geschichte von «Amazing Grace» zu erzählen. Mit diesem Stück, das gerne als Popsong interpretiert wird, aber eigentlich viel älter ist, kehrten die drei Musiker zeitlich betrachtet zum Barock (17. Jahrhundert) zurück. Doch «Amazing Grace», im Jahr 1748 vom englischen Komponisten und Ex-Sklavenhändler John Newton geschrieben und als Kirchenlied aus Nordamerika nach Europa herübergeschwappt, ist längst eine viel zitierte Hymne geworden, die weder mit Klassik noch Pop etwas am Hut hat.

Heinz-Wisler-Wisler mit Rock zum Finale

Mit «Lonesome Fiddle Blues» (Vassar Clemens) und «Shady Grove» (traditionell), zwei Bluegass-Stücken, leitete das Trio Heinz-Wisler-Wisler mit Keyboard, Gitarre und Kontrabass zum Finale über. «Von Barock bis Rock» hiess ja die Affiche, bis dahin aber war noch kein Rock ‘n’ Roll oder gar Hardrock zu erleben. Dem wurde mit einem Medley der Band Queen Abhilfe geschaffen. «Bohemien Rhapsody», «Love Of My Life» und drei weitere Müsterchen aus dem Gesamtwerk der britischen Rockband um Freddy Mercury bildeten dieses Medley.

Doch eine Kirchenorgel ist nicht wirklich das ideale Instrument, um «We Will Rock You» richtig zu rocken, und so hielt sich denn die Motivation des Publikums, mit den Händen zu klatschen oder mit den Füssen zu stampfen, in der Kirche in Grenzen. Schön anzuhören, aber «gerockt» hatte es nicht. Gerockt hatte zu diesem Zeitpunkt nur einer: der Sturm Uwe über dem Neckertal.

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