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Bald zieht der Sturm auf: Zwei Lütisburger veröffentlichen einen Film

Zwei Lütisburger Brüder präsentieren diesen Samstag ihren neuen Spielfilm «Ein Sturm zieht auf». Gedreht haben sie die Szenen in einem Toggenburger Riegelhaus.
Anina Rütsche
Severin (links) und Joachim Schönenberger haben für «Ein Sturm zieht auf» nicht bloss gefilmt und Regie geführt, sondern auch je eine Nebenrolle übernommen – historische Kleider und Frisuren inklusive. (Bild: PD)

Severin (links) und Joachim Schönenberger haben für «Ein Sturm zieht auf» nicht bloss gefilmt und Regie geführt, sondern auch je eine Nebenrolle übernommen – historische Kleider und Frisuren inklusive. (Bild: PD)

«Ja, ein bisschen nervös sind wir schon», sagen die Brüder Severin und Joachim Schönenberger. Und doch freuen sich die zwei Lütisburger vom Verein Filmfabrik gewaltig auf den Samstagmorgen, an dem sie ihr neustes Werk erstmals vor Publikum zeigen können. Die Premiere des rund 90-minütigen Spielfilms mit dem Titel «Ein Sturm zieht auf» findet im Kino Cinewil statt und es werden zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet.

«Ich finde es immer spannend zu sehen, wie die Leute im Kino auf all das reagieren, was wir zuvor über lange Zeit hinweg im stillen Kämmerlein erarbeitet haben», sagt Severin Schönenberger, der ältere der beiden Brüder, der im Sommer sein Filmstudium an der Hochschule Luzern mit dem Bachelordiplom abgeschlossen hat. Dieselbe Ausbildung absolviert auch Joachim Schönenberger – er hat mit dem zweiten von drei Studienjahren angefangen.

In Sachen Filmproduktion bringen die jungen Toggenburger einiges an Erfahrung mit. Ihr Verein Filmfabrik besteht seit Anfang 2014. Seither haben sie drei grosse Projekte realisiert: Noch im Gründungsjahr erschien «Mona», 2016 gaben sie «Unter dem Adlerhorst» heraus und seit 2017 laufen die Vorbereitungen für den aktuellen Streifen (das «Toggenburger Tagblatt» berichtete).

Ein Kriminalgeschichte aus den 1930ern

Bei «Ein Sturm zieht auf» handelt es sich um einen Kriminalfilm, der in den 1930er-Jahren spielt, in einem Herrenhaus auf einer abgelegenen Lichtung. Gedreht wurden die Szenen im Toggenburg, im stattlichen Riegelhaus «Vogelsang», das zwischen Lichtensteig und Krinau steht. Das Drehbuch, welches Joachim und Severin Schönenberger vor rund eineinhalb Jahren selbst verfasst haben, beginnt so: An einem stürmischen Abend finden sich sieben Personen im alten Gebäude ein, da der Hausbesitzer, Alfred Stalder, im Sterben liegt.

Als der Privatdetektiv Paul Steiner, kurz vor Einbruch der Dunkelheit zum Schauplatz gerufen wird, nimmt die Geschichte eine mysteriöse Wendung. Auf dem Sterbebett überreicht Stalder dem ratlosen Detektiv einen Schlüssel, zusammen mit einer geheimnisvollen Information. Die Anwesenden müssen jedoch bald feststellen, dass sie aufgrund eines heftigen Sturms im Haus festsitzen. Offenbar kann niemand das Rätsel um den Schlüssel lösen. Das Misstrauen beginnt zu steigen, als klar wird, dass einige doch mehr über das Geheimnis wissen, als sie vor den anderen preisgeben.

Toggenburger Riegelhaus als Kulisse

Gedreht wurden sämtliche Szenen im Spätsommer 2017. Als Schauspieler betätigten sich, wie bereits bei früheren Produktionen des Vereins Filmfabrik, Freude und Bekannte der Lütisburger Brüder. «Alles ist gut verlaufen», fasst Joachim Schönenberger nicht ohne Stolz zusammen.

«Unseren Zeitplan konnten wir stets einhalten, und auch finanziell ging es auf, weil wir allesamt auf eine Entlöhnung verzichteten.»

Nach Abschluss der Dreharbeiten liessen die Jungfilmer ihr Projekt zwei Monate lang ruhen, wie Severin Schönenberger anfügt. «Wir wollten Abstand gewinnen und neue Energie für die aufwendige Postproduktion sammeln», erklärt er. Der Schnitt habe sich schliesslich über mehrere Monate hinweggezogen und einen grossen Teil der Freizeit beansprucht, dies zusätzlich zu den Arbeiten, die im Studium von den Brüdern gefordert wurden.

Fortschritte gemacht beim Licht und Organisieren

Darauf angesprochen, was «Ein Sturm zieht auf» von ihren früheren Projekten unterscheide, meint Joachim Schönenberger: «Wir haben uns dieses Mal mehr Zeit fürs Drehbuch genommen und explizit auf schlüssige Dialoge geachtet. Auch organisatorisch und in Sachen Beleuchtung konnten wir uns weiter steigern, dies auch dank des Studiums.»

Er weist zudem auf das neue Equipment des Vereins hin. Erstmals habe man anstelle einer Spiegelreflexkamera eine Videokamera verwendet, womit die Bildqualität deutlich gestiegen sei. «Wir mussten aber feststellen, dass es personell sehr eng wird, wenn ausschliesslich wir zwei hinter der Kamera agieren», sagt Severin Schönenberger. Neben dem Filmen seien sie nämlich auch für die Regie zuständig gewesen.

«Deshalb waren wir froh, dass uns ein Mitstudent bei der Postproduktion unterstützt hat.»

Auch wenn an ihrem dritten Film vieles neu sei, hätten sie auch Altbekanntes beibehalten, sagen die Brüder. Lachend berichten die beiden von ihrem Hang zu Special Effects und der Vorliebe für Kunstblut. Beides habe – logischerweise – Eingang in «Ein Sturm zieht auf» gefunden.

Zwei Vorführungen im Toggenburg geplant

Nach der Premiere in Wil, bei der ein grosser Teil der knapp 30 am Projekt beteiligten Personen anwesend sein wird, stehen weitere Vorführungen des dritten Schönenberger-Spielfilms an. Am 15. November wird dieser im «Passerelle» in Wattwil gezeigt, dies als Kundenanlass der Raiffeisenbank Bütschwil.

Am 27. November gastiert «Ein Sturm zieht auf» im Cinétreff Herisau, und am 15. Dezember findet im Kronensaal Lichtensteig eine Filmvorführung inklusive Abendessen statt. Und auch für jene Tage, an denen sich der Sturm allmählich legen wird, haben die Schönenbergers vorgesorgt. Details könnten sie zwar nicht verraten, aber: «In unseren Köpfen spukt bereits eine weitere Filmidee herum.»

Informationen

Premiere «Ein Sturm zieht auf» diesen Samstag, 29. September, 10 Uhr, im Kino Cinewil am Bahnhofplatz 7 in Wil. Reservationen sind auf www.verein-filmfabrik.com möglich.

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