Ausstellung
Galerie Fafou startet mit einem künstlerischen Mix in die neue Saison

Mit einem Start der etwas anderen Art ist das Team der Galerie Fafou in Oberuzwil mit der Gemeinschaftsausstellung Anfang21 ins Galeriejahr gestartet. Aufgrund der Corona-Massnahmen wurde die Vernissage via Livestream übertragen.

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Ohne Publikum? Der schein trügt. Die Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung in der Galerie Fafou wurde den Interessierten via Livestream in die Stuben übertragen.

Ohne Publikum? Der schein trügt. Die Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung in der Galerie Fafou wurde den Interessierten via Livestream in die Stuben übertragen.

Bild: PD

(pd/ahi) Sich laufend ändernde Rahmenbedingungen machen einen geregelten Galeriebetrieb derzeit zu einer Herausforderung. Das Team der Galerie Fafou hat sich dieser Herausforderung gestellt. Weil die Anzahl Personen, welche die Galerie miteinander besuchen dürfen, aktuell auf 12 beschränkt ist, ist nach neuen Wegen der Präsentation von Kunst und Kunstschaffen gesucht worden. Und man ist fündig geworden.

Die Möglichkeiten der Technik

Die Eröffnung sollte etwas mehr als einfach regulärer reduzierter Galeriebetrieb sein. Das Publikum, das bei einem solchen Anlass zentral ist, einfach auszuschliessen, um den teilnehmenden Kunstschaffenden den Zutritt zur Galerie zu ermöglichen, kam nicht in Frage. Bloss wie sollte das unter den geltenden Massnahmen, die klare Schranken setzen, umgesetzt werden. Innovativ, kreativ und so gut es die verfügbaren technischen Mittel erlaubten, ist die Eröffnung deshalb für interessierte Kunstliebhaberinnen und Kunstfreunde in die gute Stube gestreamt worden.

Leider war eine Künstlerin, Illuka, mit bürgerlichem Namen Katja Eggli krank geworden und eine andere, Jana Zlotowski, musste bei der Arbeit für eine krank gewordene Kollegin einspringen. Mit den anderen an- und abwesenden Kunstschaffenden ist je ein Interview über ihre Werke, die Person und den Schaffenstrieb gesendet worden.

Interviews mit den anwesenden Kunstschaffenden

Donegel' Chong beschreibt im ersten Interview des Abends lebhaft wie er zu seiner Serie «Feeding» inspiriert worden ist. «Beim Füttern der Fische, entstand dieses Chaos im Kampf um das Futter, welches bei mir Gedanken wie «Würden sie auch teilen?» oder «Füttere ich die Tiere aus egoistischen Motiven?» wachsen liess.» Die grossformatigen Acryl-Bilder zeigen die Fische erst auf den zweiten Blick, wie sie in einem wilden Strudel um Futter kämpfen. Kraftvoll und lebendig wirken die Bilder, wohl auch weil er beim Malen einen speziellen Pinselstrich verwendet – sozusagen sein Markenzeichen – welchen er lebensfreudig «Kurrrly» nennt. Donegel' Chong malt erst seit Ende 2018, ist davon beseelt und steckt seine ganze Energie in seine Kunst. Ausgestellt hat er bereits in China, Deutschland, Italien, Norwegen, Thailand und der Schweiz.

Beim zweiten Interview steht Boris Knorpp Red und Antwort. Der Oberuzwiler, der sich selber als Jäger und Sammler bezeichnet, sucht den einen speziellen Moment, der ihn dazu inspiriert mit Hingabe ein Bild mit seiner Kamera zu malen. Seine digitalen Fotografien bestechen durch Formen und Farben. Den Ausschnitt wählt er so, dass immer nur geahnt werden darf, was denn tatsächlich als Vorlage diente. Die Fantasie sieht mit. Er arbeitet mit dem Mittel der Reduktion. «Die digitale Fotografie erlaubt mir zu spielen, auszuprobieren, Bilder zu jagen. Die Fotografien bearbeite ich nicht nach. Es ist was es ist.» Der Sammler beginnt dort seine Arbeit, wo er die Beute des Jägers durchforstet, um jene Bilder zu finden, die ihn zufrieden, vielleicht sogar glücklich machen. «Ein Bild ist wie ein Freund, gibt dir Raum und ist für dich da.»

Liveschaltung nach Guinea

Als Höhepunkt des Abends ist mit Anton in Guinea Conakry über eine online Schaltung ein Interview geführt worden. Antons Linoldrucke scheinen aus einer Parallelwelt ins Fafou gefunden zu haben. Sie bringen Dinge zusammen, die im wirklichen Leben nicht einhergehen. Über wahrgenommene Wirklichkeiten liesse sich allerdings bekannter weise auch streiten. Anton, die in Wirklichkeit eine junge Frau ist, strebt nicht nach Präzision und Perfektion, aber danach Menschen einen frohen Moment zu verschaffen. «Am Schönsten finde ich, die Reaktionen der Menschen, wenn sie Dinge in meinen Drucken sehen, die ihnen Freude machen. Das ist mein Streben.» Das zeigt sich nicht nur in ihren Werken, sondern auch in ihrem Engagement für das Kinderhilfswerk «Mamadou et Bineta» für das sie aktuell vor Ort arbeitet. Der Erlös aus dem Verkauf ihrer Werke geht voll zugunsten des Hilfswerks

Für Publikum geöffnet

Die Ausstellung Anfang21 in der Galerie Fafou in Oberuzwil ist am Donnerstag, von 19 bis 21 Uhr und am Sonntag, von 14 bis 17 Uhr, noch bis am 11. April öffentlich zugänglich. Trotz Beschränkung der Anzahl Personen auf zwölf, ist das Galerieteam zuversichtlich, dass alle Interessierten Einlass finden.