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AUSSTELLUNG: Der "Vogelmensch" und der "Götterjüngling"

In den 1970er-Jahren begegneten sich die Skispringer Walter Steiner und Toni Innauer auf der Schanze. Kürzlich besuchte der Österreicher die Ausstellung über den Toggenburger und ist begeistert.
Sabine Schmid
Der Österreicher Toni Innauer (links) mit seinem ehemaligen Konkurrenten und heutigen Freund Walter Steiner. (Bild: Sabine Schmid)

Der Österreicher Toni Innauer (links) mit seinem ehemaligen Konkurrenten und heutigen Freund Walter Steiner. (Bild: Sabine Schmid)

«Wir sind einfach nur gesprungen. Der Walter aber, der hat sich viele Gedanken gemacht. Aber viele wollten ihn nicht verstehen.» Toni Innauer, Skispringer in den 1970er- und 1980er-Jahren und heutiger Co-Kommentator von Skisprungübertragungen, steht neben Walter Steiner und schüttelt den Kopf. Bereits zu seiner Aktivzeit hat sich der Wildhauser «Vogelmensch» Walter Steiner mit der Architektur der Sprungschanzen auseinander gesetzt. Immer wieder hat er die Verantwortlichen des Internationalen Skiverbandes FIS darauf hingewiesen, dass viele Schanzen falsch gebaut sind und die Sprünge zu weit gingen. Tätig sei die FIS aber erst 1993 geworden, lange nachdem er zurückgetreten sei, erzählt Walter Steiner.

Er war seiner Zeit voraus

Zusammen mit seinem Freund Toni Innauer betrachtet er die Ausstellung «Ein Stück weit Pionier» im Bahnhofsgebäude in Lichtensteig. Der Gast aus Österreich ist beeindruckt, was das Publikum zu sehen bekommt. Immer wieder schweifen die beiden ab in ihre Aktivzeit. «Walter war seiner Zeit voraus», sagt Toni Innauer. Und Steiner ist es wieder. Im Langlaufen im klassischen Stil – Walter Steiner gewann an den Langlauf-Masters in Minneapolis ein Rennen und somit einen Weltmeistertitel – setzt er lange Stöcke ein. «Das ist viel schonender für den Rücken», sagt er und zeigt auf einen Bildschirm, indem der Unterschied gezeigt wird. Doch schon wieder eckt er an, wird zu kürzeren Stöcken gezwungen.

Die mentale Arbeit, die fürs Skispringen sehr wichtig ist, habe er bei der Kunst gemacht. «An der Hobelbank habe ich mir die Sprünge vorgestellt und sie perfektioniert», verrät er. Da habe er den Kopf freigehabt dafür. Wie er das denn gemacht habe, will Walter Steiner von Toni Innauer, der die Schule besucht hat, wissen. In der Schulbank sei dies wohl nicht möglich gewesen. «Bei den langen Autofahrten haben wir uns damit beschäftigt», antwortet er.

Innauer vor Steiner klassiert

Ein Blickfang für die beiden sind die Zeitungsausschnitte, die Walter Steiner gesammelt hat und die nun, digitalisiert, in der Ausstellung zu sehen sind. Innauer hat gewonnen, Steiner war weiter hinten klassiert, ist mehreren davon zu entnehmen. Bei den Bildern erkennen die beiden sich und ihre Konkurrenten rasch wieder. Und als Toni Innauer den Ausdruck «Götterjüngling» als Attribut zu seinem Namen liest, lacht er laut heraus und steckt Walter Steiner an.

Ein gemeinsamer Kaffee liegt noch drin, dann muss Toni Innauer weiter. Walter Steiner bleibt bis zum Abschluss der Ausstellung in der Schweiz. «Ich bin häufig in Lichtensteig anzutreffen», sagt er. Denn es läuft noch einiges. Filme werden gezeigt, an Auffahrt führt Köbi Gantenbein «Ein Strauss für Walter Steiner auf». Am Sonntag schliesst die Ausstellung ihre Tore. Dann bleiben Walter Steiner Erinnerungen an viele Begegnungen, auch an eine weitere mit seinem Freund Toni Innauer.

Die Ausstellung «Ein Stück weit Pionier im Bahnhof Lichtensteig dauert noch bis am 13. Mai. Weitere Informationen auf der Website.

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