Kantonsgericht bestätigt Urteil gegen Hundehalter

Ein Obertoggenburger ging in die Berufung, nachdem das Kreisgericht ihn 2018 verurteilt hatte. Zwei Hunde - ein Hund gehörte dem Obertoggenburger - hatten das Grundstück ihrer Besitzer verlassen können und ein Rehkitz in einer Wiese aufgestöbert.

Martin Knoepfel
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Ein junges Rehkitz duckt sich ins Gras. Es handelt sich nicht um das Kitz, dessen Tod Thema des Berufungsverfahrens vor dem Kantonsgericht war.

Ein junges Rehkitz duckt sich ins Gras. Es handelt sich nicht um das Kitz, dessen Tod Thema des Berufungsverfahrens vor dem Kantonsgericht war.

Steffen Schmidt / KEYSTONE

Die Berufung hat sich für einen Obertoggenburger nicht gelohnt. Das Kantonsgericht in St.Gallen bestätigte am Dienstag das Urteil des Einzelrichters des Kreisgerichts Toggenburg vom Oktober 2018.

Probezeit für frühere Strafe verlängert

Dieser hatte den Mann wegen fahrlässiger Tierquälerei und fahrlässiger Übertretung des Jagdgesetzes zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 50 Franken und zu 300 Franken Busse verknurrt.

Die Probezeit für die Geldstrafe dauert zwei Jahre. Zudem hatte der Richter die Probezeit für eine 2017 verhängte bedingte Geldstrafe von 20 mal 20 Franken um ein Jahr verlängert.

Qualvoller Tod des Rehkitzes

Der Grund: Im Mai 2017 streunten zwei Hunde. Der eine, der Hund des Obertoggenburgers, stöberte ein Rehkitz auf und tötete es.

Die Schreie des Kitzes riefen das Muttertier herbei. Das Reh musste aber vor den Hunden flüchten. Die Hunde verfolgten das Reh einige hundert Meter, holten es aber nicht ein.

Versuch, Zweifel zu säen

Vor dem Kantonsgericht sagte der Anwalt des Hundehalters, es sei nicht erwiesen, dass der Hund seines Mandanten das Kitz getötet habe. Es könne auch ein anderer Hund gewesen sein, sagte der Anwalt und kritisierte, dass sich die Zeugen immer besser an den Vorfall erinnerten, je weiter dieser zurückliege.

Das sah das Kantonsgericht aber anders und wies die Berufung ab. Eine DNA-Probe, die eventuell hätte Klarheit schaffen können, war vorschnell vernichtet worden. 

Zwei Drittel der Verfahrenskosten

Die Verfahrenskosten betragen 3000 Franken oder 2000 Franken, je nachdem, ob der Fall weitergezogen wird oder nicht. Der Toggenburger muss zwei Drittel davon bezahlen. Andererseits erhält er einen Kantonsbeitrag von knapp 1600 Franken an die Kosten der Vertretung vor dem Kantonsgericht.