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Ausleihen statt Kaufen: Bütschwiler Ludothek feiert Geburtstag

Die Ludothek Bütschwil hat ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Sie steht vor Veränderungen.
Cecilia Hess-Lombriser
Gemeinsam spielen schafft Nähe, fördert das Kind vielfältig und dies mit Spass. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Gemeinsam spielen schafft Nähe, fördert das Kind vielfältig und dies mit Spass. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Vor und in der Turnhalle der Primarschule Bütschwil ist es am Samstagnachmittag lebendig. Draussen fahren Kinder mit den verschiedensten Fahrzeugen herum und drinnen hüpfen kleine Kinder in einen mit vielen farbigen Kugeln gefüllten Pool. Grössere Kinder bauen mit riesigen Bausteinen Türme oder am angefangenen Bauwerk aus Legosteinen weiter, andere spielen mit Mutter, Vater oder der Grossmutter ein Tischspiel, lassen sich ein Airbrush-Tattoo verpassen oder Bänder in die Haare flechten.

Zwischendurch präsentiert der Magier Vogtini auf der Bühne eine Zaubershow und als Ballonkünstler formt er schier endlos Figuren. Die Ludothek feiert so richtig Geburtstag. Den 20. In diesem Alter hat sie schon einige Veränderungen hinter sich. Die nächste könnte bevorstehen.

Spielverhalten hat sich verändert

Susanne Roth, Leiterin Ludothek Bütschwil. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Susanne Roth, Leiterin Ludothek Bütschwil. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Susanne Roth ist Leiterin der Ludothek und seit Beginn dabei. Als Kindergärtnerin weiss sie, wie wichtig Spielen für die Entwicklung des Kindes ist, und bedauert deshalb, dass die Benützung des Angebotes rückläufig ist. Das ist auch an anderen Orten in der Schweiz so und einige Ludotheken haben sogar schon dichtgemacht. Über die Gründe kann Susanne Roth nur spekulieren. Sie schildert ihre Erfahrung:

«Vor 20 Jahren waren der Gameboy und Nintendo die Renner. Inzwischen haben wir keine mehr im Angebot. Onlinespiele auf Tablets und Handys sind Konkurrenten geworden.»

Kinder würden nach wie vor spielen, doch vielen Eltern scheine der Aufwand zu gross zu sein, Spiele in der Ludothek zu holen, alle Einzelteile wieder einzupacken, darauf zu achten, dass alles vorhanden sei und wieder fristgerecht zurückzubringen. Dies sei ein weiterer Grund für die rückläufige Nachfrage. Andererseits habe sie auch schon gehört, dass Eltern sagen, dass sie es sich leisten könnten, die Spielsachen selber zu kaufen. «Das ist in der heutigen Zeit kein Argument. Es geht auch um Ressourcen und andererseits legen Kinder Spiele oder Spielsachen auch wieder weg, weil sie etwas Neues oder anderes ausprobieren wollen», sagt Roth. Sie betont:

«Da ist es sinnvoll, die Ludothek zu besuchen.»

Spielen ist in jedem Alter angesagt

«Im Spiel lernt das Kind ein soziales Verhalten, Koordination, sprachlichen Ausdruck, es verbindet untereinander, gibt Beziehung. Eigentlich deckt das Spielen alles ab, was für das Kind förderlich ist», sagt die Ludothek-Leiterin weiter. Wie vielfältig das Spielen sein kann, zeigt sich anhand der 1159 Artikel, welche die Ludothek Bütschwil im Sortiment hat. Fahrzeuge aller Art sind nach wie vor gefragt. Und auch Gesellschaftsspiele für jedes Alter.

Jedes Jahr kommen neue Spiele auf den Markt, ein Zeichen, dass nach wie vor gemeinsam gespielt wird. «Und nach diesen Spielen wird auch gefragt», bestätigt Susanne Roth. Beliebt ist auch Playmobil. Konstruktionen und Rollenspiele sind damit möglich. Die Fantasie wird gefördert. Zur Förderung eignen sich die verschiedenen Lernspiele. Weniger gefragt sind CDs und DVDs, weil online so viel angeboten wird. Das Dreierteam der Ludothek Bütschwil sucht trotzdem Unterstützung. Männer und Frauen, die selber gerne spielen, sind willkommen. «Daran möchten wir auch erinnern: Die Ludothek bietet auch Spiele für Erwachsene an. Wir haben momentan ein junges Paar, das die Ludothek benutzt», verrät Susanne Roth.

Gemeinde verspricht Unterstützung

Das Ludothek-Team wünscht sich auch neue Räume. Jene an der Oberdorfstrasse sind weder attraktiv und einladend, noch bieten sie genügend Raum. «Wir haben im Mai 2018 einen Antrag an den Gemeinderat gestellt, eine neue Möglichkeit zu prüfen», informiert Susanne Roth während des Geburtstagsfestes. Ebenerdig sollten die Räume sein, hell, freundlich, 100 bis 120 Quadratmeter gross und über ein WC verfügen, zählt sie auf.

Und weil Gemeindepräsident Karl Brändle gerade vor Ort ist, bittet ihn das «Toggenburger Tagblatt» um eine Stellungnahme. Er teilt das mit, was er am gleichen Abend während eines internen Apéros offiziell sagt. «Ich wünschte mir, dass in den Familien viel mehr gespielt würde, denn das Angebot von Spielen und Spielzeugen in der Ludothek ist gross und vielfältig. Besonders in unserer Zeit, wo viele Kinder und Jugendliche ganz alleine und nur noch mit ihrem Handy spielen und so den zwischenmenschlichen Kontakt völlig verlieren, kommt dem Gesellschaftsspiel mit anderen Spielteilnehmenden wieder eine ganz besondere soziale Bedeutung zu.»

Spielen als Mittel gegen die Einsamkeit

Weiter wünscht sich Brändle, dass auch ältere Leute und alleinstehende Erwachsene zum Spielen finden. Als Mittel gegen die Einsamkeit. Und er verspricht dem Ludothek-Team: «Die Gemeinde will euch unterstützen. Zurzeit evaluieren wir einen neuen, attraktiven und besser zugänglichen Standort.» Die Gemeinde wird zur gegebenen Zeit darüber informieren.

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