Aus Mosnang wird Longhorn City: Auf Wiedersehen ihr «vier schönschte Täg»

Mit der Absetzung des Gemeindepräsidenten und der Amtseinsetzung des Dreigestirns wurde Mosnang in Longhorn City umbenannt.

Peter Jenni
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Das Dreigestirn beehrte mit seinem Besuch auch die Pöstli-Ranch.

Das Dreigestirn beehrte mit seinem Besuch auch die Pöstli-Ranch.

Bild: Peter Jenni

Vier Tage dauerte die Herrschaft des Dreigestirns, mit dem neuen «Gmändämmeli» Helen Wohlgensinger, Emmanuel Van Caenegem und Bettina Roos. Erst am Sonntag um 23 Uhr im Oberstufenzentrum (OSZ) wurde der Normalzustand wiederhergestellt, indem Gemeindepräsident Renato Truniger in sein Amt zurückkehren konnte. Gleichzeitig verlor Longhorn City seine Legitimation und das amtliche Mosnang, beziehungsweise das gängige Moslig, erhielten ihre Namen zurück. In der Zeit zwischen Ab- und Einsetzung ist in den Gemarkungen Mosnangs allerdings viel passiert.

Die Besucher in den Strassen von Mosnang hatten offensichtlich grossen Spass bei den verschiedenen Darbietungen.

Die Besucher in den Strassen von Mosnang hatten offensichtlich grossen Spass bei den verschiedenen Darbietungen.

Bild: Peter Jenni

Der Hauptakt begann mit der «Narrenvorgmäänd» in der vom Fakomo dekorierten Radballhalle, die das erste «Gmändämmeli» Edi Schnellmann in hohen Tönen lobte. Das Zepter übernahmen IG-Präsident Alex Forrer, Pascal Schönenberger und Ruben Schuler. Nach der Begrüssung wurde die Zukunft des Kulturbatzens diskutiert, den die Gemeinde diesmal verweigert hat, wobei der Präsident der Diskussion ein schnelles Ende setzte: «D’Mosliger jommered nöd – mir machets sälber!» Weitere Traktanden: Narren-Initiative, «Gmäändsbible» und die Verlosung der goldenen Narrenkappe, mit Gewinnerin Corinne Kaufmann.

Herzlicher Empfang des Dreigestirns

Angeführt durch die Trychler Dreien ging der Narren-Tross von der Radballhalle zur Bühne auf dem «Hirschen»-Platz. Dort übernahmen Moderator Chicco (Pascal Schönenberger) sowie die beiden Programmchefs Boris Kukolj und Ruben Schuler das Zepter und klärten die inzwischen riesige Zuschauermenge über die Fasnachtshighlights und das Projekt Kulturbatzen auf. Darauf folgte die kurze prägnante Rücktrittsrede des Gemeindepräsidenten, ehe das letztjährige «Gmändämmeli» Toni Gübeli eine lustige Laudatio für das neue Dreigestirn hielt. Dabei betonte er unter anderem den Vielvölkerstaat Mosnang, trotz Einheitsgemeinde, zudem wollte er wissen, auf was sich das Dreigestirn am meisten freue. Mit tosendem Applaus gab sich danach das Dreigestirn auf der Bühne zu erkennen. Nach der Antrittsrede (siehe Kasten) erklärte das neue «Gmändämmeli» die Fasnacht 2020 als eröffnet.

Die beiden IG-Mitglieder Ruben Schuler, Programm (links) und Boris Kukolj, verantwortlich für die Kommunikation.

Die beiden IG-Mitglieder Ruben Schuler, Programm (links) und Boris Kukolj, verantwortlich für die Kommunikation.

Bild: Peter Jenni

Der Willkommgruss der Guggemusig Moslig (GMM) fiel derart heftig und laut aus, sodass die Krähen auf dem Rachlis bestimmt blitzartig Reissaus nahmen. Die anschliessende Strassen- und Beizenfasnacht führte zur «Sprengerparty mit Del Capo» ins Wöschhüsli, zu «Mc Schneiders» in die Krone, zur «Fiesta Mexicana» in den Hirschen sowie zu «Lucky Luke und die Daltons» beim Fakomo. Hinzu kamen diverse Auftritte von Guggen und den Passwit-Tröllern Mühlrüti.

Rund um Longhorn City

Wie herzlich das Dreigestirn sowohl am Donnerstag im Dorf Mosnang als auch am Freitag in ganz Longhorn City empfangen wurde, zeigte sich beim Besuch der Restaurants und im Wöschhüsli. Überall beim Erscheinen des Dreigestirns bildeten sich spontan Spaliere, um dem Trio den Einzug zu ermöglichen. Gemeint sind damit die bereits erwähnten sowie das Hotel Rössli in Libingen, die Pöstli-Ranch in Dreien, die Bank Schäfli in Wisen und der Longhorn Saloon in Mühlrüti.

Überall herrschte Jubel, Trubel, Heiterkeit, verbunden mit Auftritten von zahlreichen Guggen und Bands. Damit sich alle nach Belieben unterhalten konnten, pendelten auf allen Strecken Gratisbusse.

Antrittsrede des «Gmändämmeli», mit Emmanuel Van Caenegem und Bettina Roos, sowie Renato Truniger, Toni Gübeli und Pascal Schönenberger (von links).

Antrittsrede des «Gmändämmeli», mit Emmanuel Van Caenegem und Bettina Roos, sowie Renato Truniger, Toni Gübeli und Pascal Schönenberger (von links).

Bild: Peter Jenni

Am Samstag und Sonntag, jeweils ab vier Uhr, gab es im Café-Bäckerei Fischbacher Katerfrühstück. Am Samstagabend lud die GMM zum legendären Maskenball ins OSZ ein. Ihr Ende fanden «di vier schönschte Täg» mit der Abdankung des Dreigestirns an der Uslumpete im Oberstufenzentrum.

Aus der Antrittsrede des neuen «Gmändämmeli»

«Scho zum vierte Mol git d’IG Mosliger Fasnacht eifach alles, dass diä vier schönstä Täg z’Moslig nöd nu so heisset, sondern jewils au zu denä werdet. IG, mir danket eu vielmol.

Drü Johr isch dä Gmeindrot sehr grosszügig gsi und het miteme Kulturbatzä s’Drügestirn i ihrem Vorhabe unterstützt. Leider isch dä Biitrag für das Johr nöd zuägsicheret wordä, drum startet mer selber e Sammelaktion zum üses Projekt z’verwürklichä. S’Ziel isch, dass mir mit dä gsammletä 2000 Frankä üsi Gmeindsbibliothek chönd unterstützä. Mit em Geld cha i dä Narreziit en Fasnachtseggä mit tollä Gschichtä- oder au Bastel- und Schminkbüecher iigrichtet werde.

Nu kei Angst! Dä Fasnachtsvirus isch nöd so gföhrlich wiä anderi Virä. Zum uf Nummer sicher z’goh, wird i dä nögstä Täg möglichst uf dä Usschank vo Corona-Bier verzichtet und vor allem Einsiedler, Schüga und Haldäguät trunkä! Damit ihr au an Inhalt vo all denä Fläschli chömet, sind er mit 5 Frankä däbii, en schönä Fläschäöffner z’erwerbe. Natürli, dörf mer au meh als einä chaufä. D’Ahzahl isch limitiert! Es het so langs het!

So, jetzt hani aber gnueg gschwätzt! Ich erkläre, d’Fasnacht 2020 als eröffnet, mit ämenä drüfache Modlimü – Modlimü – Modlimü. (pd)