Aug in Aug mit Berggorillas: Fotograf berichtet in Wattwil über seine Reisen nach Afrika

James Egli ist im Toggenburg aufgewachsen, wohnt in Oberuzwil und sein Herz schlägt für Afrika.

Cecilia Hess-Lombriser
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Im Bwindi Impenetrable Nationalpark in Südwest-Uganda sind die Berggorillas geschützt.

Im Bwindi Impenetrable Nationalpark in Südwest-Uganda sind die Berggorillas geschützt.

Bild: James Egli

Auf Einladung des SGW Kulturforums berichtete James Egli am Mittwochabend im BWZ Toggenburg über seine Begegnungen mit Berggorillas in Uganda. Für ihn war der Vortrag eine Premiere. Seine Fotografien hat er bereits gezeigt. 2018 beispielsweise in der Galerie Fafou in Oberuzwil. Seit 30 Jahren fasziniert ihn der Kontinent Afrika.

«Ich muss mindestens alle zwei Jahre hin, sonst ist es mir nicht wohl», bekannte er nach dem Vortrag in Wattwil. «Afrika ist für mich ein Stück Heimat geworden, emotional nahe. Ich liebe die Herzlichkeit der Menschen, die Natürlichkeit, die reine Natur», sagte er. Sein Grossvater hatte in ihm die Liebe zu Afrika mit einem Silva-Buch über Berggorillas geweckt. Mit grossem Respekt, offenen Augen und offenem Herz bereist er den Kontinent immer wieder. Abseits von grossen Touristenströmen.

Respektvoller Umgang mit Menschen

Sein Grossvater hatte den jungen James Egli in die Fotografie eingeführt und mit dem geschenkten Silva-Buch einen Teil seiner Seele geweckt, der inzwischen regelmässig genährt werden muss. «Wie der Mensch mit der Natur und den Tieren in einer Symbiose lebt, fasziniert mich», sagte er nach dem lebendig gestalteten Vortrag in Wattwil.

Ein Vortrag, in dem genau das zum Tragen kam, was ihn fasziniert. Er zeigte Menschen in ihrer natürlichen Umgebung und in ihren natürlichen Bewegungsformen. Er hatte sie zuvor respektvoll um ihre Erlaubnis gefragt. «Das Fotografieren hilft mir, die Erinnerungen lebendig zu erhalten und den Moment intensiver zu spüren, mit allen Sinnen wahrzunehmen. Im Vortrag war es mir wichtig, reelle Geschichten zu den Bildern zu erzählen, Nähe zu schaffen», sagte James Egli im Anschluss. Viele Besuchende des Vortrags dankten ihm persönlich und es war zu spüren, dass sie sich hatten berühren lassen.

Nachthimmel, wie er in Europa Vergangenheit ist

Paul Vestner, Präsident des SGW Kulturforums, hatte den Referenten zu Beginn vorgestellt. James Egli ist in Wattwil geboren worden, ging in Ebnat-Kappel zur Schule, lernte Werkzeugmechaniker, arbeitet heute als Versicherungs- und Vorsorgeberater und wohnt in Oberuzwil. Die Fotografie ist ein wichtiger Teil in seinem Leben. Unter dem Namen Silberkorn führt er sein eigenes Fotostudio in Schwarzenbach.

James Egli hat mehrere afrikanische Länder bereist. Er war in Südafrika, Botswana, Simbabwe, Marokko, Kenia, Tansania und in Uganda, wo er die sanftmütigen Berggorillas aus der Nähe beobachten konnte. Diese sind heute gut geschützt und es gibt wieder über 1000 von ihnen. James Egli zeigte Bilder von zwei Reisen, die er mit einem einheimischen Führer unternommen hatte. In das Schutzgebiet der Berggorillas begleiteten ihn weitere Führer und Träger. Bevor es so weit war, zeigte er Filmsequenzen aus Kampala, Fotos von einem Streifzug durch den Queen-Elizabeth-Nationalpark mit wunderschönen Tieren und Vögeln oder einem Nachthimmel, wie er in Europa mit der Lichterflut nicht mehr zu sehen ist. «So einen farbenprächtigen Sonnenuntergang wie in Uganda habe ich auch noch nie gesehen», schwärmte James Egli.

Anreiz, Abfälle zu sammeln

Er zeigte auch bunte Märkte, Landschaften, die Arbeit von Menschen an steilen Hängen und ihre Fröhlichkeit, die sie in Tänzen ausdrückten. Auch Aufnahmen mit der Drohne waren dabei, für die er drei Monate vorher eine Bewilligung hatte einholen müssen. Überall, wo der Schweizer hinkam, verteilte er Schulhefte, Stifte und Radiergummis, die er im Land selber gekauft hatte. Damit schaffte er sogar einen Anreiz, die Plastikabfälle einzusammeln, nachdem er bewusst gemacht hatte, dass Plastik nicht wie Pflanzen verrottet.

James Egli ist nahe an die Berggorillas mit den braunen Augen herangekommen und so sind eindrückliche Bilder entstanden. Von kleinen, neugierigen Berggorillas mit wuscheligen Köpfen und gewichtigen und gutmütigen Tieren. Die Tiere sind gut geschützt, die Menschen dort leben in Symbiose mit ihnen.

Berggorillas haben Chance zum Überleben bekommen

Im Bwindi-Nationalpark gibt es eine Vielzahl von Pflanzen, Vögeln und Tieren und da haben auch die Berggorillas wieder eine Überlebenschance erhalten. Für seine eindrücklichen Bilder war James Egli neun Stunden mit den Führern unterwegs gewesen. Er konnte die Tiere aus nächster Nähe fotografieren. In seinem Vortrag zeigte er Zusammenhänge auf, bezog den Menschen mit ein, erzählte Geschichten und alles war geprägt von grossem Respekt und Demut. Er wird wieder nach Afrika reisen müssen.