Aufschwung der Hotellerie dauert an: Toggenburger Betriebe konnten mehr Übernachtungsgäste begrüssen

Zum zweiten Mal in Folge steigen die Übernachtungszahlen im Toggenburg: Über 53'000 Gäste logierten in Hotelbetrieben der Region.

Sabine Camedda
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Roland Stump von «Stump’s Alpenrose» in Wildhaus ist einer der Hoteliers, die sich jeden Tag für das Wohl der Gäste einsetzen. Steigende Übernachtungszahlen sind der Lohn.

Roland Stump von «Stump’s Alpenrose» in Wildhaus ist einer der Hoteliers, die sich jeden Tag für das Wohl der Gäste einsetzen. Steigende Übernachtungszahlen sind der Lohn.

Bild: Mareycke Frehner

Die Toggenburger Hoteliers haben ihre Arbeit im Jahr 2019 gut gemacht. Erneut konnten sie mehr Gäste in ihren Häusern begrüssen als im Vorjahr. 53'193 Gäste reisten in einen Beherbergungsbetrieb im Tal an, das entspricht einer Zunahme von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Toggenburg dürfte die Nachfrage von Feriengästen sogar noch höher sein, denn Ferienwohnungen und Bed&Breakfast sind in dieser Statistik nicht berücksichtigt.

Damit liegt das Toggenburg im Schweizer Trend. Es ist aber die einzige der vier Tourismusdestinationen im Kanton St.Gallen, die mehr Hotelgäste verzeichnete. Auch in der Region Ostschweiz nahm die Zahl an Hotelgästen gegenüber dem Vorjahr ab.

Für Christian Gressbach, Geschäftsführer von Toggenburg Tourismus, ist das Jahr 2019 erfreulich. Er kann sich diese Zunahmen mit verschiedenen Gründen erklären. «Es widerspiegelt den Trend, dass Schweizer in der Schweiz Ferien machen», sagt er. Dass das Toggenburg auf Strassen und mit dem öffentlichen Verkehr immer besser erreichbar wird, trägt zum Plus bei.

Auch Gäste aus Deutschland – 2019 stieg deren Anteil um fast 25 Prozent – reisen wieder vermehrt ins Land der Churfirsten. Der Franken sei wieder schwächer geworden und so seien die Schweiz und das Toggenburg wieder preislich attraktiver für Gäste aus dem nördlichen Nachbarland.

Vier von fünf Gästen aus der Schweiz

Die Statistik für die Hotellerie weist aus, dass mit Abstand die meisten Übernachtungsgäste in der Tourismusregion Toggenburg – gut 80 Prozent – aus der Schweiz anreisen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl sogar noch um fast 4 Prozent gestiegen.

Die zweitgrösste Gruppe machen die Deutschen aus. Bei ihnen verzeichnete das Toggenburg im Jahr 2019 ein Plus von fast 25 Prozent. Einen starken Rückgang gab es bei den Gästen aus den USA, aus Frankreich und aus Russland. Sie machen gemeinsam einen Anteil von 0,8 Prozent aus.

Der Bund wertet die Übernachtungszahlen speziell für die Gemeinden aus. Aus dieser Statistik geht beispielsweise hervor, dass im vergangenen Jahr ein Gast aus Indien eine Nacht in Wildhaus-Alt St.Johann verbracht hat.

Zehn Gäste reisten aus Japan an, 20 aus Brasilien, 37 aus Australien neun aus Singapur und 28 aus Saudi Arabien. Am meisten ausländische Gäste stammten jedoch aus Deutschland. (sas)

Das Plus an Gästen verteilt sich über das ganze Jahr. Auffallend ist, dass im Juni ein Plus von 25,1 Prozent bei den Gästeankünften gezählt wurde. Ebenfalls eine starke Zunahme gab es im November (17,4 Prozent). Im Februar und im April lagen die Zahlen mit 10,4 respektive 10,8 Prozent ebenfalls deutlich über dem Vorjahr. Hingegen wurden in den Monaten Mai (-8,4 Prozent) und September (-4,2 Prozent) weniger Hotelgäste gezählt als im Vorjahr.

Gäste bleiben weniger lang in den Hotels

Die Anzahl Logiernächte – die effektive Zahl, welche die Gäste in den Hotelbetrieben verbracht haben – ist in der Feriendestination Toggenburg ebenfalls gestiegen. 2019 verzeichneten die Betriebe 120'512 Logiernächte. Das entspricht einem Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die geringere Zunahme an Logiernächten gegenüber den Ankünften zeigt, dass die Gäste weniger lange im Toggenburg geblieben sind. Im Durchschnitt blieb im Jahr 2019 jeder Gast 2,27 Nächte, im Vorjahr waren es noch 2,32 Nächte. Christian Gressbach möchte dies nicht dramatisieren. Er hält aber fest, dass eine längere Aufenthaltsdauer wünschenswert wäre, denn dies steigert die Wertschöpfung. Toggenburg Tourismus möchte eine Studie durchführen, die belegen soll, wie wichtig die Übernachtungszahlen für das Toggenburg sind.

Bezüglich der Auslastung der Hotelbetriebe gibt es in der Tourismusregion grosse Unterschiede. «Diese kann sicher noch gesteigert werden», ist Christian Gressbach überzeugt. Vor allem in der Nebensaison gebe es viele Kapazitäten in den Hotelbetrieben, die man nutzen könnte. In Grossen und Ganzen gibt der Geschäftsführer von Toggenburg Tourismus den Hoteliers und ihren Mitarbeitern aber eine gute Note.

Sie zeigen eine Tendenz, wie der Tourismus in der Destination läuft. «Wir sind aber auch zufrieden mit der Auslastung von Ferienwohnungen und Bed&Breakfast», sagt Christian Gressbach. Dass diese gut läuft, zeigt sich an den Einnahmen der Kurtaxen. Auch diese Zahlen kennen eine Richtung: nach oben.

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