«Aufgeben wäre zu einfach» – Warum der Schnebelhorn Panoramatrail in Mosnang stattfindet

Am nächsten Samstag findet zum vierten Mal der Lauf hinauf zum Schnebelhorn und zurück nach Mosnang statt. Die 300 Teilnehmenden müssen dabei 21 Kilometer hinter sich bringen – für die Organisatoren war eine Absage keine Option.

Beat Lanzendorfer
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Start der dritten Auflage des Schnebelhorn Panoramatrail im letzten Jahr.

Start der dritten Auflage des Schnebelhorn Panoramatrail im letzten Jahr.

Bild: Beat Lanzendorfer ( Mosnang, September 2019)

OK-Präsidentin Rita Hedley sitzt nach einer Wanderung in den Churfirsten im Garten ihres Hauses in der Mosnanger Sonnhalden und geniesst die Ruhe und die wärmenden Sonnenstrahlen.

Weniger ruhig dürfte es für sie am nächsten Samstag werden, wenn die 4. Auflage des von der Läuferriege Mosnang organisierten Schnebelhorn Panoramatrail gestartet wird.

Bisher immer Wetterglück gehabt

«Dafür hoffe ich auf ähnliches Wetter», sagt sie lachend. Das Wetter gehört seit jeher zu den Verbündeten der Organisatoren. In den vergangenen drei Jahren trübte kaum einmal eine Wolke den Mosnanger Himmel, wenn die Laufsportbegeisterten Richtung Schnebelhorn unterwegs waren.

Rita Hedley, OK-Präsidentin Schnebelhorn Panoramatrail.

Rita Hedley, OK-Präsidentin Schnebelhorn Panoramatrail.

Bild: Beat Lanzendorfer

Und wenn das Wetter am 19. September erneut mitspielen sollte, etwas ist doch anders: In den letzten Monaten sind schwarze Wolken in Form des Coronavirus aufgezogen.

Dies hat viele Verantwortliche von Laufsportanlässen dazu bewogen, ihre Veranstaltung zu verschieben oder abzusagen. «Aufgeben wäre zu einfach gewesen», erklärt Hedley. «Wir haben über eine Absage diskutiert, sind aber schnell zum Entschluss gelangt, dass wir das Ganze durchziehen, auch wenn es mit einem grossen Mehraufwand und vielen Einschränkungen verbunden ist.»

Keine Laufkategorien im Dorf

Um das in Absprache mit der Gemeinde Mosnang erstellte und bewilligte Sicherheitskonzept durchziehen zu können, war schnell klar, dass im Dorf keine Läufe stattfinden können. Dazu Hedley:

«Sämtliche Kategorien rund ums Oberstufenschulhaus mussten wir streichen. Dies betrifft zur Hauptsache jene mit den Kindern, was uns schmerzt.»

Durchgezogen wird hingegen der Panoramatrail aufs Schnebelhorn. «Allerdings mit einer beschränkten Teilnehmerzahl von 300», erklärt Hedley weiter.

Zum Sicherheitskonzept gehört das Absperren des Start- und Zielgeländes. Zugang haben lediglich Läuferinnen und Läufer sowie Helferinnen und Helfer. Nachmeldungen vor Ort sind nicht möglich. Der Zieleinlauf befindet sich für einmal hinter dem Oberstufenschulhaus, weil die Teilnehmenden dort mehr Platz vorfinden.

Die Festwirtschaft steht nur den Teilnehmenden offen

Rita Hedley, die in diesem Jahr das OK-Präsidium von Karl Bürge übernahm, muss bei ihrer Premiere einige Hürden überspringen. «Wir gehen bei der 4. Austragung von einer schwarzen Null aus, weil das Sicherheitskonzept nur eine kleine Festwirtschaft erlaubt, in der das Social Distancing eingehalten werden muss und diese auch nur den Teilnehmenden offensteht. Wer sich von den anfeuernden Fans verpflegen möchte, darf die Gäststätten an der Strecke berücksichtigen.»

Für Zuschauer sei eine Wanderung zur Alpwirtschaft Meiersalp oder zum Ausflugsrestaurant Tierhag alleweil lohnenswert.

«Kuhglocken, die zur speziellen Stimmung des Panoramatrail beitragen, sind an der Strecke erlaubt und sogar erwünscht.»

Die Stimmung im Sportlerdorf hinterlasse bei den Läuferinnen und Läufern immer wieder einen bleibenden Eindruck.

Bekannte Gesichter sind am Start

Zu den 300 Teilnehmenden gehört die ehemalige Laufikone Viktor Röthlin, der sein Kommen vor Monaten angekündigt hat und trotz Coronakrise nicht von seinen Plänen abrückt. Die 21 Kilometer unter die Füsse nehmen wird erneut Raphael Sprenger, der die Ausgaben 2018 und 2019 für sich entschied. Eingeschrieben hat sich auch der Lütisburger Spitzenläufer Sven Lusti, der in den vergangenen drei Jahren jeweils den fünften Platz belegte.

Bei den Frauen fällt Vorjahressiegerin Michela Segalada verletzungsbedingt aus. Dies dürfte die Siegchancen von Marigna Franck – der ehemaligen Mosnangerin, die jetzt in St.Gallen wohnt – und Salome Wildermuth erhöhen. Beide standen im Vorjahr auf dem Podest. Einen Spitzenplatz im Visier hat auch Valerie Widmer, Kirchberg. Nach den Positionen 3 (2017) und 5 (2019) darf es für sie ruhig noch etwas weiter nach oben gehen. Der Startschuss für die Teilnehmenden fällt um 13 Uhr beim Oberstufenschulhaus.

Läufer sind dankbar über die Möglichkeit

Trotz einiger Hindernisse, die das OK aus dem Weg räumen musste, freut sich Rita Hedley auf den kommenden Samstag. «So wie mir geht es vielen Läuferinnen und Läufern. Im Gespräch zeigen sich viele dankbar, dass sie endlich wieder einmal ein Rennen bestreiten dürfen. Allein schon deshalb wäre es schade gewesen, wenn wir den Panoramalauf abgesagt hätten», sagt die OK-Präsidentin.

Mehr Informationen sind hier zu finden.

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