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Klare Worte an der Bundesfeier

Vreni Wild, Gemeindepräsidentin der Nachbargemeinde Neckertal, sprach an der 1.-August-Feier in Hemberg Klartext. Egoismus und Unverbindlichkeit müssten anderen Werten Platz machen, betonte sie vor den Gästen im Kirchgemeindesaal.
Cecilia Hess-Lombriser
Die Musikgesellschaft Hemberg eröffnete die 1.-August-Feier im Kirchgemeindesaal. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Die Musikgesellschaft Hemberg eröffnete die 1.-August-Feier im Kirchgemeindesaal. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Der organisierende Verkehrsverein Hemberg-Bächli zeigte sich beim Anzug des langersehnten Gewitters so flexibel wie die Gäste der 1.-August-Feier. Was auf dem Gemeindeplatz aufgebaut worden war, wurde wieder versorgt und die Getränkeharasse in den Kirchgemeindesaal geschleppt.

Präsidentin Maria Raschle-Oertle war froh, dass sich der Saal dennoch füllte. Die Feier bekam ohne die Ablenkung von lärmendem Feuerwerk eine nachdenkliche und gemeinschaftsfördernde Note.

Es gab nie ein einig Volk von Brüdern

Zur Konzentration trug die Musikgesellschaft Hemberg mit ihren schmissigen Klängen bei. Sie begleitete auch die Nationalhymne bei. Die beiden Jodlerinnen Edith Frischknecht-Roth und Marianne Hilpertshauser-Signer, begleitet von Theres Signer am Akkordeon, bekamen während ihrer Auftritte uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Die harmonischen und klaren Stimmen wussten zu gefallen.

Neckertals Gemeindepräsidentin Vreni Wild – nein, sie ging nicht auf das Thema Gemeindefusion ein – erinnerte an das Zusammenstehen vor sieben Jahrhunderten, auch wenn die Eidgenossen alles andere als ein «einig Volk von Brüdern» gewesen seien. Es habe schliesslich eines Ausländers bedurft, Kaiser Napoleon, um der damaligen Schweiz eine föderalistische Verfassung zu diktieren. Zusammenstehen sei immer notwendig gewesen – auch heute noch. «Auch wenn wir heute so träge geworden sind, dass wir alles Neue kritisch beäugen und nur noch Angst haben, dass es uns irgendwann nicht mehr so gut gehen könnte.» Die Abschottung sei keine Lösung.

Vreni Wild redete Klartext, legt Fakten auf den Tisch, machte bewusst, dass es interessierte und engagierte Menschen braucht, die ihr Bewusstsein für die heutigen Probleme und Bedrohungen schärfen.

Auf menschliches Potenzial besinnen

Sie zählte auf, wo findige Menschen zum Wohlstand beigetragen haben, der jedoch nicht in Stein gemeisselt sei. Die Welt verändere sich und es brauche dabei wache Menschen, die mitdenken. Der Egoismus und die Gleichgültigkeit verengten den Blick. «Es reicht nicht mehr aus, Steuern und Abgaben zu bezahlen und andere arbeiten zu lassen. Wir müssen uns wieder auf unser menschliches und soziales Potenzial besinnen und uns für die Gesellschaft einsetzen.»

Mit Blick auf die aktuelle Trockenheit machte Vreni Wild ausserdem bewusst, dass die Natur Grenzen setzt. «Wir müssen uns auf veränderte Bedingungen einstellen. Vielleicht müssen wir unser Verhalten in vielen Dingen ändern und das Beste daraus machen. Und immer einen Schritt weiterdenken.»

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