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Auf den Spuren vergangener Kunstwerke von Hedwig Scherrer

In der alten Zwirnerei in Bazenheid werden die Werke Hedwig Scherrers ausgestellt. Peter Zünd, Kurator der Hedwig-Scherrer-Stiftung, setzt sich sei 1980 mit ihrem Werk auseinander.
Corinne Bischof
Ein Selbstporträt der Pionierin Hedwig Scherrer (1878–1940) aus Kirchberg. (Bild: PD)

Ein Selbstporträt der Pionierin Hedwig Scherrer (1878–1940) aus Kirchberg. (Bild: PD)

Hedwig Scherrer ist für vieles bekannt. Sie war eine Pionierin der Kunst, der Gleichstellung und der pazifistischen Bewegung in der Schweiz am Anfang des 20. Jahrhunderts. Vom 19. Oktober bis zum 4. November wird in der alten Zwirnerei in Bazenheid das Leben und Werk der Kirchbergerin geehrt. Fadenzieher der Wiederbelebung von Hedwig Scherrer sind der Kurator Peter Zünd und die Kirchberger Kommission für Kultur, Freizeit und Sport.

Eine Familienstiftung für begabte Menschen

Die Geschichte, warum genau jetzt in Kirchberg eine Ausstellung über die Werke von Hedwig Scherrer stattfindet, beginnt bei ihrem Vater. Joseph Scherrer-Füllemann errichtete seinerzeit eine Familienstiftung in Kirchberg. Diese sollte jungen Familienangehörigen und begabten jungen Menschen aus Kirchberg und dem Kanton St. Gallen helfen, wenn es um die Ausbildung oder Unterstützung in einer Notlage ging. Die Finanzverwaltung der Stiftung oblag der politischen Gemeinde Kirchberg. Hedwig Scherrer war zuletzt deren einzige Stiftungsrätin. Nach ihrem Tod wurde die Stiftung inaktiv.

Zur Person

Hedwig Scherrer (1878 - 1940) wuchs im thurgauischen Sulgen als einziges Kind des Magistraten und Nationalrats Josef Scherrer-Füllemann auf. Schon früh setzte sich Hedwig Scherrer für die Gleichstellung der Frau und für bessere soziale Verhältnisse ein. Geprägt wurde sie besonders von ihren Eltern und deren pazifistischer und weltverbessernder Einstellung.

Hedwig Scherrer hatte das Glück, in einer für Künstlerinnen schwierigen Zeit in einer weltoffenen Umgebung aufzuwachsen. Ihre kreativen Talente wurden vor allem von ihrer Mutter stark unterstützt. Mit 16 Jahren besuchte Hedwig Scherrer die Zeichungsschule des St. Galler Gewerbemuseums. Darauf folgte die Ausbildung als freischaffende Künsterlin in München.

Hedwig Scherrer gilt als eine der ersten akademisch ausgebildeten Künstlerinnen der Schweiz. Hedwig Scherrer verfolgte viele verschiedene künstlerische Projekte. Sie arbeitete im Hintergrund des St. Galler Marionettentheaters, machte Wandmalereien für Spitäler und Heime in St. Gallen, Zürich und im Toggenburg, dichtete und illustrierte Märchenbücher und karikierte viel aus ihrem eigenen Leben.

Später widmete sie sich oft der Miniaturmalerei und dem Trachtenwesen. Während dem zweiten Weltkrieg und nach dem Tod ihres Vaters führte Hedwig Scherrer seine pazifistischen Vorstellungen fort, indem sie Plakate gegen den Krieg und die Rüstungsindustrie schuf. (pd/cob)

Hedwig Scherrers Auferstehung

Seit rund vierzig Jahren setzt sich Peter Zünd aus Oberriet wieder mit dem Leben und dem Werk der aufstrebenden Malerin auseinander. Peter Zünd ist der Kurator der Hedwig-Scherrer-Stiftung, welche sich als Tochterorganisation der visarte.ost um das Künstlerhaus auf dem Montlingerberg und die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler kümmert.

In diesem Rahmen baute Peter Zünd ein Werkinventar von rund 3500 Einheiten auf, verfasste zahlreiche Publikationen und realisierte eine Reihe von Ausstellungen über Hedwig Scherrer. Bei seinen Recherchen stiess er auf das ehemalige Stiftungsreglement von Vater Scherrer und brachte die Revitalisierung der Stiftung ins Rollen. Durch vielseitiges Bemühen konnte ein neues Reglement geschaffen werden, und die Stiftung wurde in einen Fonds umgewandelt.

Der Kirchberger Gemeinderat ist nicht nur für die Finanzverwaltung, sondern auch für die Erteilung von Stipendien zuständig. Der Gemeinderat unterstützt die Bekanntmachung von Leben und Werk Hedwig Scherrers. Das neue Reglement ist dieses Jahr in Kraft getreten und somit war die Ausgangslage für die Ausstellung gegeben, die von der Kirchberger Kommission für Kultur, Freizeit und Sport organisiert wird.

Kunst, Literatur und Märchenerzählungen

Die Ausstellung verspricht interessante literarische Werke und künstlerische Einblicke in das Leben von Hedwig Scherrer. Von Broschen, pazifistischen Plakaten über Karikaturen und Landschaftsmalereien kann alles angesehen werden.

Am Freitag, 19. Oktober, eröffnet Peter Zünd die Ausstellung. Die Vernissage wird umrahmt vom Jodelclub Kirchberg-Bazenheid. Ein weiteres Highlight der Ausstellung bildet die Buchvernissage am Samstag, 20. Oktober. Das neue Buch über Hedwig Scherrer wird präsentiert und des weiteren gibt es die Möglichkeit, ihr literarisches Schaffen in Form ihrer geschriebenen Korrespondenz mit ihrem Vater anzuhören. Zudem liest die Märchenerzählerin Vreni Zünd am Mittwoch, 31. Oktober, aus der Märchensammlung von Hedwig Scherrer für die jüngsten Besucher vor.

Hinweis

Die Ausstellung findet vom Freitag, 19. Oktober, bis am Sonntag, 4. November, in der alten Zwirnerei in Bazenheid statt. Infos unter: www.kirchberg.ch.

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