Auch Nesslau verliert seine Postfiliale – ab 2022 übernimmt der Eisenhof Zürcher

In Nesslau gibt es Postdienstleistungen ab 2022 in einem Eisenwarengeschäft. Damit gibt es im Toggenburg noch fünf Filialen, die von der Post betrieben werden.

Ruben Schönenberger
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Die Post schliesst die Filiale in Nesslau ab 2022.

Die Post schliesst die Filiale in Nesslau ab 2022.

Symbolbild: Sandra Ardizzone

Bisher hatte die Post ihre Filiale in Nesslau als «zu überprüfen» deklariert. Nun hat sich die Zukunft geklärt: Sie schliesst. Die Postdienstleistungen soll voraussichtlich ab 2022 der Eisenhof Zürcher anbieten. Das Eisenwarengeschäft zügelt dann vom bisherigen Standort in die neue Überbauung «Wiese».

«Damit steht auch in Zukunft im Zentrum von Nesslau ein breites Postangebot zur Verfügung», schreibt die Post in einer Mitteilung. Bis zur Eröffnung der Partnerfiliale bleibt die Poststelle beim Bahnhof in Betrieb. Der genaue Umzugstermin werde im Herbst 2021 bekannt gegeben. Auch der genaue Standort der Postfachanlage steht noch nicht fest. Eine solche soll es gemäss der Post aber weiterhin geben.

Zusätzliches Standbein für den «Eisenhof»

Hans und Margrit Zürcher vom Eisenhof Zürcher freuen sich auf die Partnerschaft mit der Post. In der Mitteilung werden sie wie folgt zitiert: «Das gibt uns ein wirtschaftlich wichtiges zusätzliches Standbein und wir können so mithelfen, die Postdienste in Nesslau zu behalten.»

Gemäss der Post gewährleiste die Partnerlösung eine weiterhin gute postalische Grundversorgung im oberen und mittleren Toggenburg. Ein solches Angebot gibt es gemäss der Post bereits an über 1100 Standorten.

Noch fünf Filialen im Toggenburg

Eigene Filialen führt die Post im Toggenburg noch in Bazenheid, Bütschwil, Wattwil, Ebnat-Kappel und Unterwasser. Jene in Bütschwil soll ebenfalls zu einer Partnerfiliale werden. Die Post sei dort in Gesprächen mit der Gemeinde.

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Die Filialen in Bazenheid, Wattwil, Ebnat-Kappel und Unterwasser gehören zu insgesamt 800 Filialen, welche die Post langfristiger selbst betreiben will. Diese will der «Gelbe Riese» für Dienstleister und Behörden öffnen, um so eine flächendeckende Grundversorgung mit relevanten Dienstleistungen für das tägliche Leben der Schweizer Bevölkerung sicherzustellen.

Dienstleistungszentren in den Regionen

«Die Post hält damit explizit an ihrem Filialnetz fest und glaubt fest daran, dass eine Öffnung der Filialen und ihren Serviceleistungen für Schweizer Unternehmen ohne eigenes Filialnetz wie beispielsweise Versicherungen, Krankenkassen oder Unternehmen im Gesundheitswesen, einen Mehrwert bieten kann», sagt die Post auf Anfrage. Entstehen sollen eigentliche Dienstleistungszentren. Gespräche mit diversen Dienstleistern würden geführt, das Interesse sei gross.

Die Netzentwicklung bleibe aber eine Daueraufgabe. Punktuell würden auch zukünftig Standorte den Kundenbedürfnissen angepasst.

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