Auch Instrumente zum Klingen bringen: Klangfestival in Alt St.Johann wartet mit Änderungen auf

Christian Zehnder ist für das Klangfestival verantwortlich, das zwischen Auffahrt und Pfingsten stattfindet. Er zeigt auf, was in der nächsten Ausgabe neu wird.

Sabine Camedda
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Die Brandhölzler Striichmusig tritt am Klangfestival in Alt St.Johann am Abend mit dem Titel «Der Ruf des Nordens» auf.

Die Brandhölzler Striichmusig tritt am Klangfestival in Alt St.Johann am Abend mit dem Titel «Der Ruf des Nordens» auf. 

Bild: PD

Das Klangfestival war Christian Zehnder nicht unbekannt, als er vor rund eineinhalb Jahren die Verantwortung für diesen Anlass von der Jodlerin Nadja Räss übernommen hat. Mehrere Male stand der Stimmkünstler in der katholischen Kirche Alt St.Johann selber auf der Bühne. Und seit dem ersten Auftritt blieb er als Leiter von Klangkursen mit der Klangwelt Toggenburg verbunden.

Christian Zehnder, Intendant des Klangfestivals.

Christian Zehnder, Intendant des Klangfestivals.

Bild: PD

Nun lüftet sich der Schleier über der neusten Ausgabe des Klangfestivals, das vom 20. Mai bis 1. Juni durchgeführt wird. Schon auf den ersten Blick ist ersichtlich, dass es anders daher kommt. Eine der auffälligsten Neuerungen: Man setzt nicht mehr ausschliesslich auf «Naturstimmen», sondern gibt auch Musikinstrumenten ihren Platz. «Ab sofort spielen überall Instrumentalisten und Ensembles und dies fast ausnahmslos. Die Musik bleibt aber meist umgarnt von den Natur- oder Kunststimmen unserer Zeit», schreibt Zehnder, der künstlerische Leiter, im Editorial zur Broschüre des Klangfestivals. Zu hören sind nebst Jodelchören, Sängern und Ensembles auch regional bekannte Formationen wie das Jugendorchester Il Mosaico, die Brandhölzler Striichmusig oder der Hackbrettspieler Töbi Tobler. Musiker aus fremden Ländern werden in Alt St.Johann ebenfalls zu hören sein.

Jeder Festivaltag hat sein besonderes Thema

Den Charakter des Klangfestivals macht aus, dass bei jedem Konzert verschiedene Künstler auf der Bühne stehen und einzeln, aber auch gemeinsam performen. Dieser Grundgedanke werde beibehalten, sagt Zehnder. Er hat aber jeden Abend unter ein besonderes Thema gestellt. So könne sich das Publikum auf ein Thema einlassen und dieses vertiefen, begründet er. Die Themen zeigen die Vielfältigkeit der Klangwelt. Man widmet sich Ländern und Kulturen wie Finnland und Armenien, gibt aber auch dem Jodeln in der Stadt und auf dem Land einen Platz.

Mit dem Projekt «Vergessenes Toggenburg» werden neue Wege beschritten. «Wir setzen Texte der Toggenburger Schriftstellerin Frieda Hartmann mit einem Orchester, einem Jodelchor, einer Stimmenkünstlerin und dem Klangkünstler am Cello musikalisch um», erklärt Zehnder. Ein weiterer Abend trägt den Titel «Im Anfang war die Stille». Zehnder beschreibt ihn als Konzert, in dem Klang und Stille, Laut und Gebärden sich selbstverständlich vereinen und zu einem Fest der Sinne werden sollen. Zu diesem tragen übrigens auch die Ischellner Churfirsten bei.

Mehr um Sprache – auch um Humor–geht es beim zweitletzten Konzert. So vielfältig die Musik ist, so vielfältig ist auch der Humor. Darum habe er Künstler aus verschiedenen Sparten eingeladen, um diesem Phänomen auf die Spur zu kommen, erklärt Christian Zehnder. Neu läuft neben dem Klangfestival auch ein Symposium zum Thema «Naturton und Oberton». Dieses endet mit dem «Gipfel der Naturtöne», der am ersten Samstagabend über die Bühne geht.

Öffnung gegen aussen mit Kunst und Kulinarik

Anpassungen gibt es auch beim Rahmenprogramm. Es gebe ein kleines Festivalgelände zwischen Probstei, Gasthaus Schäfli und Restaurant Rössli, auf dem Musik im Sinne einer Stobete gemacht und gehört wird. Dort gibt es auch Kulinarisches aus der regionalen Küche zu geniessen. «Wir wollen das Gelände für alle öffnen», sagt Zehnder. Mit dem Bereich Klangkunst gibt es eine weitere Dimension des Klanges zu erleben. Drei Künstler wurden eingeladen, im Klostergarten, in der evangelischen Kirche und in der Johanneskapelle eine Klanginstallation einzurichten. Diese können während des Festivals besichtigt und erlebt werden.

Alle diese Neuerungen seien eine Folge der neuen künstlerischen Leitung und des neuen Teams, sagt Zehnder. Auch im Hinblick auf den Bau des Klanghauses möchte sich die Klangwelt öffnen. Christian Zehnder hat bereits viele Ideen, in welche Richtung er das Klangfestival weiterentwickeln wolle. Den Anlass aber komplett auf den Kopf zu stellen, sei nicht seine Intention. «Wir haben an einigen Rädchen gedreht und es ist eine grosse Dynamik entstanden», sagt er. Viel mehr gehe es nun darum, zu sehen, wie diese Art von Festival beim Publikum ankomme.

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