Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Auch für Tiere gibt es Komplementärmedizin

Komplementärmedizin für Tiere braucht Zeit, Fachwissen und zu Beginn auch etwas Mut, sagt Bauer Toni Huber aus Oberhelfenschwil. Doch das Resultat überzeuge.
Adi Lippuner
Landwirt Toni Huber aus Oberhelfenschwil versorgt seine Kühe – diese leben in einem Laufstall mit viel Licht und Luft – mit eigenem Heu. (Bild: Adi Lippuner)

Landwirt Toni Huber aus Oberhelfenschwil versorgt seine Kühe – diese leben in einem Laufstall mit viel Licht und Luft – mit eigenem Heu. (Bild: Adi Lippuner)

Derzeit findet die internationale Antibiotika-Awareness-Woche statt, an der auch die Schweiz teilnimmt. Ziel dieser Aktion, welche noch bis zum 18. November dauert, ist es, die Bevölkerung bezüglich Antibiotikaeinsatz sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin zu sensibilisieren.

Landwirt Toni Huber vom Füberg in Oberhelfenschwil setzt schon seit 1992 auf Komplementärmedizin und hat damit gute Erfahrungen gemacht, wie er bei einem Besuch auf dem Hof bestätigt. «Das Beobachten der Tiere ist äusserst wichtig, auch wenn dies viel Zeit erfordert», sagt Toni Huber überzeugt. «So kann ich bereits kleinste Veränderungen feststellen und mit einem Allgemeinmittel helfend eingreifen.»

Wenn sich das Verhalten eines Tieres in den darauf folgenden Stunden nicht verändere, gelte es genauer hinzuschauen. «Dann konsultiere ich die Fachliteratur und lese nach, was allenfalls eingesetzt werden kann. Komme ich allein nicht weiter, hilft mir der Beratungsdienst von Kometian (siehe Box) weiter. Auch Gespräche mit Berufskollegen, die auf Komplementärmedizin setzen, bringen viel. Wir profitieren gegenseitig von den gemachten Erfahrungen.»

Erst mit der Zeit Mut gefasst

Mit ersten homöopathische Behandlungen bei den Milchkühen haben Trudy und Toni Huber begonnen. «Allerdings damals eher zögerlich und erst mit zunehmenden Erfolg fassten wir mehr Mut», ist sich das Ehepaar einig. Dank vertiefter Aus- und stetiger Weiterbildung konnte mit der Umstellung auf biologische Produktion im Jahr 1999 die Behandlung der Tiere mit Komplementärmedizin auf den Schweinebestand erweitert werden. Toni Huber sagt:

«Bio-Schweine sind nicht ganz einfach zu halten, bei uns ist der grosse Vorteil, dass wir einen geschlossenen Kreislauf haben.»

Dies bedeute, dass er Muttersauen halte und die Ferkel, welche auf dem eigenen Betrieb zur Welt kommen, ausmästen könne. Allerdings sei der Einsatz von Homöopathie bei den Schweinen anspruchsvoll und er lerne ständig dazu, so der Bauer. Auch der Schafbestand des Hofes wird, bei Bedarf, mit Komplementärmedizin behandelt.

Licht und Luft ist etwas vom Wichtigsten

Bei seinem Aufenthalt in Kanada hat Toni Huber erlebt, wie Kühe bei Minusgraden ihre Kälber auf den Weiden zur Welt brachten. «Keines dieser Tiere hatte je eine Lungenentzündung oder Erkältung. Und bei uns hatten wir Angst vor jedem Lufthauch oder Durchzug im Stall.» Inzwischen habe man aber erkannt, dass Kühe, Rinder und Kälber Licht und Luft brauchen. «Das sind sozusagen die besten Vorkehrungen, um die Besuche des Tierarztes zu minimieren.»

Doch auch beim gezielten Einsatz von Komplementärmedizin sei es nicht immer möglich, auf den Tierarzt zu verzichten. «Wir haben auf unserem Hof das Ziel, den bestmöglichen Ertrag mit dem kleinstmöglichen Einsatz von Fremdmitteln zu erzielen. Das funktioniert nur, wenn alle Tiere gut gehalten und betreut werden», ist Toni Huber überzeugt. Bei den heutigen, knappen Erträgen könne der Besuch des Tierarztes den Profit merklich schmälern, weiss der Bauer. «Als Ergänzung zur Homöopathie setzten wir auch Kräutermedizin ein. Doch wenn es nötig ist und wir mit den eigenen Mitteln nicht weiter kommen, wird der Tierarzt gerufen. Denn unsere Tiere haben Anspruch auf die bestmögliche Versorgung.»

Einsatz von Antibiotika als Reizthema

Der Einsatz von Antibiotika bei Tieren führe nicht nur zwischen den Berufskollegen zu Diskussionen. «Auch von der nicht-bäuerlichen Bevölkerung werden wir regelmässig darauf angesprochen», bestätigt Toni Huber. Deshalb sei es wichtig, sich mit der Thematik zu befassen. «Der Vorteil eines Bio-Betriebs ist, dass Antibiotika erst nach einer vorangegangenen Probe eingesetzt werden darf. Während der Wartezeit erhalten die Tiere homöopathische Mittel oder wir setzten unsere selbst gemachte Salbe und Kräutertees ein», erklärt Huber.

Beratung und Förderung

Der Verein Kometian unterstützt durch Beratung die Gesunderhaltung der Nutztiere und fördert dabei den Einsatz der Komplementärmedizin. Hohe Fachkompetenz der Kometian-Beratenden und verantwortungsvolle Tierhalter verstärken die Anwendung von Alternativen. Daraus entsteht Nutzen für die behandelten Tiere und für die Bauern. Das Beratungsangebot wird gewährleistet durch Tierärzte mit Fähigkeitsausweis in Homöopathie, sowie Tierheilpraktiker/Tierhomöopathen mit anerkanntem Abschluss. Weitere Informationen auf der Webseite des Vereins. (pd/lim)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.