Projekt-Förster zur Trockenheit: «Auch bei mässiger Brandgefahr ist Vorsicht geboten»

Das Toggenburg ist im Vergleich zu anderen Regionen feuchter und der Wald daher noch nicht so stark von der Trockenheit betroffen. Wie sich die Situation in den kommenden Tagen entwickle, sei schwierig vorherzusagen.

Urs M. Hemm
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Nikolaus Fankhauser, Projektförster Waldregion 5. (Bild: PD)

Nikolaus Fankhauser, Projektförster Waldregion 5. (Bild: PD)

Während die Waldbrandgefahr in den Regionen Sargans, Werdenberg, Walensee und im Rheintal als erheblich eingestuft wird, wird sie im Toggenburg noch als mässig beurteilt. «Das Toggenburg ist im Vergleich zu den anderen, eher trockeneren, sonnenexponierten Regionen, feuchter und der Wald daher noch nicht so stark von der Trockenheit betroffen», begründet Nikolaus Fankhauser, Projektförster bei der Waldregion 5 Toggenburg die unterschiedliche Einschätzung. Dennoch: Auch bei mässiger Waldbrandgefahr ist Vorsicht geboten. «Es können bereits in dieser Situation lokal spontane Feuer entstehen», sagt Nikolaus Fankhauser.

Darum sollten Zigaretten und andere Raucherwaren nicht sorglos weggeworfen werden und Grillfeuer unter ständiger Beobachtung stehen. Allfälliger Funkenwurf sollte sofort gelöscht werden. Zudem gebe es sicherlich auch im Toggenburg an ungeschützten Lagen Orte, wo das Risiko eines Waldbrandes höher einzustufen sei.

Wie sich die Situation in den kommenden Tagen entwickle, sei schwierig vorherzusagen. «Sicherlich wird es durch die hohe Temperatur und den fehlenden Regen noch trockener werden, womit sich die Waldbrandgefahr auch im Toggenburg erhöhen wird», sagt Nikolaus Fankhauser. Die Entscheidung, ob die Gefahrenstufe dann auf erheblich erhöht werde, liege letztlich aber beim Kantonalen Führungsstab und dem Kantonsforstamt. Auf dieser Stufe würden dann auch verschärfte Verhaltensvorschriften gelten. Das Entfachen von Feuer beispielsweise wird dann nur noch in bestehenden Feuerstellen erlaubt sein, da brennende Streichhölzer oder bereits der Funkenflug eines Grillfeuers einen Brand entfachen könnten. Weitergehende Einschränkungen können die lokalen Behörden je nach Situation erlassen. Gerade weil die Verhältnisse im Kanton St.Gallen von Region zu Region sehr unterschiedlich sein können, würden der Führungsstab und das Kantonsfortsamt vor ihrer Beurteilung der Gefahrenstufe die lokalen Stellen um deren Einschätzung anfragen.

Bezüglich eines möglichen Verbots von 1. August Feuerwerken möchte sich Nikolaus Fankhauser nicht festlegen. «Ein generelles Verbot hängt stark von der Entwicklung in den kommenden Tagen und vor allem auch von den Wetterprognosen von Anfang nächster Woche ab», sagt er.

Um die Situation in den Wäldern aber gänzlich zu entschärfen, würde nicht einfach ein schnelles Gewitter ausreichen. Dazu bräuchte es eine längere Regenperiode, meint Nikolaus Fankhauser.

Hinweis

Informationen zur aktuellen Waldbrandgefahr und zu allfälligen Feuerverboten gibt es auf: www.sg.ch