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Damals: Arthur Lieberherr auf Abschiedstour

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Arthur Lieberherr schaute mit Gemeinderäten und Gästen auf seine 18jährige Amtszeit zurück. (Bild: PD)

Arthur Lieberherr schaute mit Gemeinderäten und Gästen auf seine 18jährige Amtszeit zurück. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

21. Dezember: Bazenhaid. Bewegte Zeiten und Grippe-Epidemie, schlechter Geschäftsgang in der Stickerei und Weihnachten vor der Türe, welche ein Gedanke. Hat doch die so verbreitete Grippe soeben in unserem Dorfe ein 17jähriges Mädchen dahingerafft, obwohl wir, wenn man die Zahl der Fälle im allgemeinen und die schweren Fälle im besonderen uns über die Anzahl der wegen Grippe und Lungenentzündungen entstandenen Todesfälle im Verhältnis zu auswärtigen diesbezüglichen Nachrichten nicht beklagen dürfen, obwohl auch manches Herzeleid dadurch hervorgerufen wurde. Die Lage der Stickerei ist ganz bedenklich und stehen sehr viele Hand- und Schifflimaschinen leer, was in unserer Gegend besonders empfunden wird, da keine andere nennenswerte Industrie zu verzeichnen ist.

25. Dezember: Toggenburg. Die letzten Tage der verflossenen Woche mit starkem Schneegestöber liessen «weisse Weihnachten», wie man sie im Volke so gerne wünscht, voraussehen. Am Sonntag abend jedoch trat plötzlicher Temperatursturz ein; der Schneefall machte einem ausgiebigen Regen Platz, der sich in Bälde zu einem wolkenbruchartigen verdichtete und dann die ganze Nacht andauerte. Es wurde das Niedergehen zahlreicher Erdschlipfe gemeldet, z.B. aus dem Steintal, wo sich deren drei an verschiedenen Stellen ereigneten. Die Niederschläge hörten dann gänzlich auf und schon hoffte man, das Schlimmste sei überstanden.

Am Montag mittag setzte der strömende Regen wiederum ein, der diesmal ohne Unterbruch bis am Dienstag morgen andauerte. Die Thur und ihre Zuflüsse kamen neuerdings zum Steigen, «das Wiesental begrub ein See» und die Hochwassergefahr wuchs stündlich. Gegen Morgen trat statt Regen Schneefall bis ins Tal ein, und die Wasser begannen rasch zu fallen. Die Thurkorektion hat sich abermals glänzend bewährt. Ohne diese wäre eine Katastrophe unvermeidlich gewesen; der Wasserstand hatte beinahe denjenigen des schrecklichen Juni-Hochwassers vom Jahre 1910 erreicht.

Vor 50 Jahren

20. Dezember: St.Peterzell. Seit Anfang November ist St. Peterzell im oberen Neckertal um ein Industrieunternehmen reicher. Es scheint heute etwas gewagt, den Namen «Industrieunternehmen» zu gebrauchen, arbeiten doch heute ca. 5 bis 10 Personen, z.T. halbtagsweise, in diesem Unternehmen. Doch soll nach dem Willen des Inhabers diese Zahl erhöht werden. Die Firma ist ein Zweigbetrieb der Alex Neher AG, Ebnat-Kappel, und in den grundlegend renovierten Gebäulichkeiten des ehemaligen Plattenwerkes von J. Giezendanner am nordwestlichen Eingang des Dorfes St.Peterzell etabliert.

Hergestellt, besser gesagt zusammengesetzt, werden Tastaturen für Precisa-Rechenmaschinen. Die Zürcher Firma ist heute so eingeengt, dass sie ganze Baugruppen ihrer Erzeugnisse an Unterlieferanten vergibt, so eben die Tastaturen an die Alex Neher AG, Werkzeugbau, Stanzteilherstellung etc. sind die Produkte des Unternehmens in Ebnat- Kappel. Die neue Zweigniederlassung schien von Anfang an prädestiniert für die Zusammensetzung der einzelnen Stanz- teile zur fertigen Tastatur. Die Arbeit scheint auch für Frauen geeignet zu sein, ist sauber, kann sitzend verrichtet und evtl. auch halbtagsweise ausgeführt werden.

Vor 20 Jahren

24. Dezember: Wattwil. Altersheim Bunt in neuen Händen. Die Gemeindammänner und Ratsschreiber der Gemeinden Wattwil, Lichtensteig und Krinau mit der Führung der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons St.Gallen unterzeichneten den Abtretungsvertrag der Liegenschaft Bunt. Vor fast genau 80 Jahren, am 18. Dezember 1918, wurde die Liegenschaft Bunt der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons St.Gallen vermacht mit der Auflage, im Bunt ein Altersheim zu gründen. Das Gebäude, eine alte Industriellenvilla, entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen, die an ein Altersheim gestellt werden.

Die Renovation des Altersheims wäre aber dem Gemeinnützigen Verein viel zu teuer zu stehen gekommen und der Aufwand und der Ertrag hätten in keiner Weise übereingestimmt. Was mit Liegenschaft Bunt nach dem Auszug des Altersheims passiert, ist noch offen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, darf also nicht abgerissen werden. Dafür hat das umgebende Land, rund ein Hektar Boden, einen hohen Wert. «Wir haben aus dem Verkauf der Liegenschaft rund zweieinhalb bis drei Millionen Franken budgetiert», erklärte Hans Monstein, der Wattwiler Gemeindammann.

Vor 10 Jahren

22. Dezember: Ebnat-Kappel. Gemeindepräsident Arthur Lieberherr war auf Abschiedstour. Die Gemeinderäte hatten für ihren «Chef» eine Abschiedstour organisiert. Bei Nachbarn und ehemaligen Behördenmitgliedern hatte er Zeit, zurückzublicken. Nur noch wenige Tage verbleiben dem Ebnat-Kappler Gemeindepräsidenten Arthur Lieberherr bis zur Amtsübergabe am 31. Dezember. Er war deshalb bei den Präsidenten der Nachbargemeinden in Ennetbühl und mit seinen ehemaligen Ratsmitgliedern bei der Brandholz-Brücke unterwegs. Dies nicht ganz freiwillig, denn seine Gemeinderäte hatten die Abschiedstour organisiert und mit ein paar Überraschungen versehen.

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