Anzahl der Straftaten sind im vergangenen Jahr mehrheitlich gesunken – Wil bleibt kriminelles Zentrum der Region

Im vergangenen Jahr wurden in der Region Linthgebiet-Toggenburg 11,8 Prozent weniger Straftaten verübt worden als im Vorjahr. In der Region Fürstenland-Neckertal nahm die Zahl der Delikte im selben Zeitraum um 1,6 Prozent zu. Die Gerichte werden also viel Arbeit bekommen.

Sabine Camedda
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Während in der Region Linthgebiet-Toggenburg im Jahr 2019 weniger Delikte verübt worden sind als ein Jahr zuvor, gab es in der Region Fürstenland-Neckertal einen leichten Zuwachs.

Während in der Region Linthgebiet-Toggenburg im Jahr 2019 weniger Delikte verübt worden sind als ein Jahr zuvor, gab es in der Region Fürstenland-Neckertal einen leichten Zuwachs.

Bild: Susann Basler

Das Toggenburg, eine heile Welt? Gewiss, wenn man die Zahlen der Kriminalstatistik des Jahres 2019 anschaut. In der Region Linthgebiet-Toggenburg wurden insgesamt 3101 Straftaten polizeilich bekannt. Dies entspricht einem Rückgang von 414 Delikten respektive 11,8 Prozent.

In der Region Fürstenland-Neckertal hingegen sehen die Zahlen nicht ganz so positiv aus. Dort wurden im vergangenen Jahr 4724 Straftaten begangen, während es ein Jahr zuvor noch 4648 waren. Der Zuwachs um 1,6 Prozent ist vor allem auf das Plus bei den Straftaten gegen das Strafgesetzbuch (StGB) zurückzuführen. Diese nahmen um 269 zu, während es bei den Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG) und gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) mit minus 161 respektive minus 32 eine deutliche Abnahme gab.

Delikte sind zusammengefasst

In der Kriminalstatistik werden alle polizeilich bekannt gewordenen Straftaten, die gegen das Strafgesetzbuch (StGB), gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG) und gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) verübt wurden, detailliert aufgenommen.

Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz (SVG) sowie fahrlässige Tötungen oder Körperverletzungen, die in Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall erfolgen, sind in dieser Statistik nicht enthalten. Diese werden in der Verkehrsstatistik gezeigt.

Die Kriminalstatistik wird in allen Kantonen der Schweiz nach denselben Prinzipien und Vorgaben des Bundesamts für Statistik erstellt. (pd/sas)

Mehr Straftaten in Wil, weniger Delikte in Wattwil

Die Kantonspolizei St.Gallen setzt bei grösseren Gemeinden die Zahlen aus dem Berichtsjahr 2019 in Relation zum Vorjahr. So wird ersichtlich, dass in Wattwil (minus 43 Prozent) und Oberuzwil (minus 22 Prozent) die Anzahl an Straftaten gegen das StGB innerhalb eines Jahres teilweise massiv zurückgegangen ist.

Anteilsmässig den höchsten Anstieg (plus 20 Prozent) gab es in Ebnat-Kappel zu verzeichnen. In dieser Gemeinde wurden 2019 insgesamt 107 Delikte verübt, was ungefähr einem Zwölftel der Delikte in Wil entspricht. In Wil nahm die Anzahl an Straftaten gegen das StGB um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, die Polizei hatte von 1311 Delikten Kenntnis.

Kriminalstatistik 2019

Anzahl Delikte StGB Anzahl Delikte BetmG Quote pro 1000 Einwohner
Bütschwil-Ganterschwil 83 5 17
Degersheim 88 6 21,3
Ebnat-Kappel 107 15 21,3
Flawil 434 34 41,2
Häggenschwil 20 0 14,7
Hemberg 34 0 37,5
Jonschwil 66 0 17,5
Kirchberg 189 6 20,8
Lichtensteig 55 9 29,4
Lütisburg 44 0 27,9
Mosnang 27 0 9,4
Neckertal 60 12 14,9
Nesslau 69 5 19,3
Niederbüren 16 14 10,6
Niederhelfenschwil 49 6 15,6
Oberbüren 95 5 21,4
Oberhelfenschwil 16 2 12,7
Oberuzwil 157 37 24,5
Uzwil 424 21 32,9
Wattwil 224 11 25,6
Wildhaus-Alt St.Johann 36 2 13,7
Wil 1311 80 54,7
Zuzwil 157 14 32,8

Im Jahr 2019 musste die Polizei in jede der Gemeinden im Toggenburg und in der Region Wil/Fürstenland für eine Straftat gegen das StGB ausrücken. Aus der Statistik geht hervor, dass in den kleineren Gemeinden weniger Unrechtes gemacht wurde.

Am tiefsten ist die Anzahl Delikte in Oberhelfenschwil und Niederbüren (jeweils 16), gefolgt von Häggenschwil (20) und Mosnang (27). Spitzenreiter, was die Anzahl Delikte betrifft, ist erwartungsgemäss Wil, gefolgt von Flawil (434) und Uzwil (424). In Wattwil wurden 224 Straftaten gezählt, in der Gemeinde Kirchberg 189.

Änderung beim Gesetz zeigt Wirkung

Einen Rückgang um 35 Prozent gab es bei den Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz. Ein möglicher Grund hierfür ist, dass seit dem 1. März 2019 ein straffreier Einzug von Marihuana (bis 10 Gramm) sowie Kokain und Heroin (bis je zwei Gramm) möglich ist. Bemerkenswert ist der Rückgang in Wattwil (minus 67 Prozent), in Kirchberg (minus 63 Prozent) in Uzwil (minus 54 Prozent) und in Wil (minus 45 Prozent). In fünf Gemeinden der Regionen Toggenburg und Wil/Fürstenland kam es zu keinen Delikten gegen das BetmG. Bei dieser Betrachtung zeigt sich ebenfalls eine Häufung der Straftaten in den Zentrumsgemeinden und in den grösseren Gemeinden.

Tiefste Quote in Mosnang, höchste in Wil

Die Kantonspolizei St.Gallen stellt die Anzahl Straftaten in Relation zu der Bevölkerung. So ergibt sich eine Quote pro 1000 Einwohner, was die Vergleichbarkeit innerhalb der Gemeinden ermöglicht.

Mit einer Quote von 9,4 Delikten pro 1000 Einwohner weist Mosnang die kleinste Kriminalitätsrate im Toggenburg und in der Region Wil-Fürstenland auf. Auf den weiteren Plätzen folgen Niederbüren mit 10,6, Oberhelfenschwil mit 12,7 und Häggenschwil mit 14,7.

Auf der anderen Seite stehen die grossen Gemeinden. Wil weist mit 54,7 Delikten pro 1000 Einwohner den höchsten Wert innerhalb der beiden Regionen auf. Auf dem zweiten Rang folgt Flawil mit einer Quote von 41,2, Hemberg mit einer hochgerechneten Quote von 37,5 und Uzwil mit 32,9 Delikten pro 1000 Einwohnern. (sas)

In den Regionen Linthgebiet-Toggenburg und Fürstenland-Neckertal kommt es verhältnismässig zu wenigen Delikten gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG). Allgemein nahm die Anzahl dieser Straftaten um 5 respektive 16 Prozent ab.

Die Schwankungen in den grösseren Gemeinden im Vergleich zum Vorjahr sind gross. So halbierte sich die Anzahl der Fälle in Ebnat-Kappel und in Kirchberg, während sie sich in Oberuzwil verdoppelte. In Wattwil gab es einen Zuwachs von 14 Fällen, in Uzwil wurden 20 Fälle mehr registriert.

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