Andreas Widmer ist Toggenburger Panaschierkönig

Der CVP-Politiker Andreas Widmer konnte bei den Kantonsratswahlen am meisten Stimmen auf Listen anderer Parteien ergattern.

Ruben Schönenberger
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Andreas Widmer (CVP) während einer Session des St.Galler Kantonsrats

Andreas Widmer (CVP) während einer Session des St.Galler Kantonsrats

Bild: Regina Kühne

Der CVP-Politiker Andreas Widmer (Mühlrüti) machte bei den Kantonsratswahlen vom Sonntag das beste Resultat im Wahlkreis Toggenburg.

Dass er insgesamt 5285 Stimmen auf sich vereinen konnte, hat er aber nicht nur der eigenen Parteibasis zu verdanken, sondern auch Wählerinnen und Wählern anderer Parteien. 1786 Stimmen holte Widmer auf Listen, die mit einer anderen Bezeichnung versehen waren. Das ist mehr als jede dritte Stimme.

Widmer holt in absoluten Zahlen gar mehr Stimmen auf «fremden» Listen als der Panaschierkönig im Wahlkreis Wil, wo über 3000 Wahlzettel mehr abgegeben wurden. Bruno Cozzio (ebenfalls CVP) kommt dort nur auf 1669 Panaschierstimmen. Viele der Panaschierstimmen holt Widmer bei der SVP. Fast 1000-Mal wird er auf einer solchen Liste aufgeführt.

Mathias Müller auf Platz 2 der Statistik

Einen Platz hinter Widmer taucht in der Panaschierstatistik Mathias Müller (CVP) auf. Der Lichtensteiger Stadtpräsident holt mit 1251 aber bereits deutlich weniger Stimmen auf anderen Listen. Auffallend: Mit Imelda Stadler (FDP) und Karl Brändle (CVP) folgen auf den Plätzen 3 und 4 eine Politikerin und ein Politiker, die in der Rangliste der Gewählten bezüglich Stimmentotal weiter hinten liegen.

Müller holt viele Stimmen bei der SP und der FDP, Brändle bei der SVP und der FDP und Stadler bei der CVP und der SVP. Die Lütisburger Gemeindepräsidentin holt gar einen so grossen Anteil ihres Totals auf Listen mit anderer Bezeichnung, dass sie sich ebenfalls als Panaschierkönigin fühlen darf. Ihre 34,2 Prozent Panaschierstimmen sind leicht höher als Widmers 33,79 Prozent und damit der höchste Wert unter den Gewählten.

SVP-Politiker können sich auf eigene Basis verlassen

Auch der fünfte Platz in der Panaschierstatistik lässt aufhorchen. Dort folgt mit Alois Gunzenreiner bereits der Erste der Nicht-Gewählten. 1039 seiner 3301 Stimmen holt der Wattwiler Gemeindepräsident nicht auf seiner CVP-Liste. Auch Andrea Abderhalden und Ruben Schuler (beide FDP) schaffen es, bei den Panaschierstimmen einige Gewählte hinter sich zu lassen.

Unter den Gewählten am meisten auf die eigene Basis verlassen musste sich Mirco Gerig. Der SVP-Politiker holte nur 6,63 Prozent seiner 3709 Stimmen auf «fremden» Listen. Auch die anderen SVP-Politiker liegen in dieser Betrachtung an diesem Ende der Skala. Sie holen maximal 13,94 Prozent der Stimmen auf «fremden» Listen.

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