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Andreas Meyer setzt sich seit zwölf Jahren für den Biberschutz im Toggenburg ein

Vor zwölf Jahren wurde ein erster Biber in der Region beobachtet. Seither verfolgt Andreas Meyer die Tiere. Nun wurde er für sein freiwilliges Engagement geehrt.
Adi Lippuner
Andreas Meyer beobachtet mit einem Fernglas, wie ein Biber in der Thur schwimmt. (Bild: Adi Lippuner)

Andreas Meyer beobachtet mit einem Fernglas, wie ein Biber in der Thur schwimmt. (Bild: Adi Lippuner)

An der Thur zwischen Lichtensteig und Wattwil, insbesondere gegenüber der Flöözliwiese, fühlen sich die Biber sichtlich wohl. Ihre Bauten sind von ungeübten Beobachtern kaum auszumachen. Aber da kommt Andreas Meyer, ausgebildeter Biberwatcher, Biberkenner, eifriger Beobachter und engagierter Naturschützer ins Spiel. Seit zwölf Jahren – damals wurde ein erster Biber in der Region beobachtet – befasst sich der Wattwiler mit dem perfekt an seinen Lebensraum angepassten Tier.

«Begleiten, beobachten und den Leuten diese faszinierenden Tiere näherbringen, das ist meine grosse Passion», sagt Andreas Meyer. Ihm ist es zu verdanken, dass bei einem der Gärten an der Thur Schutzmassnahmen ergriffen wurden, «denn gefällte Bäume machen keine Freude», so die Gartenbesitzerin.

Einzelne Bäume entlang des Flusslaufes wurden mit Drahtgittern eingepackt, damit der Biber diese nicht fällen kann, wie ein Rundgang ende letzter Woche in Begleitung des «Bibervaters» zeigte. Weil so viel Engagement auch belohnt werden soll, wurde Andreas Meyer mit dem ersten «nathur-Preis» ausgezeichnet.

Das Wasser ist des Bibers Element

Noch vor dem Eindunkeln und während Andreas Meyer über die faszinierenden Tiere und ihre Eigenheiten berichtete, schwimmt der erste Biber in der Thur. Zuerst etwas weiter entfernt, dann immer näher.

Ein Schlag mit der Kelle aufs Wasser und dann abtauchen. So warnt der Biber seine Artgenossen. (Bild: Adi Lippuner)

Ein Schlag mit der Kelle aufs Wasser und dann abtauchen. So warnt der Biber seine Artgenossen. (Bild: Adi Lippuner)

Sozusagen als Höhepunkt dürfen die Beobachter am Ufer erleben, wie der Biber mit seiner Kelle aufs Wasser schlägt und damit die anderen Tiere vor einer Gefahr warnt. In diesem Fall kommt ihm ein Stand-up-Padler zu nahe, was der Biber offenbar gar nicht schätzt. Nach der Warnung wird getaucht und dann ist das Tier an einem ganz anderen Ort wieder schwimmend zu sehen.

Im Abschnitt zwischen der Floozbrücke und dem Jumbo lebt eine Biberfamilie mit ihrem Nachwuchs. «Biber haben ihr genau definiertes Revier und wenn ein Fremder auftaucht, kann dies zu harten Kämpfen führen», erklärt Meyer. Spannend auch die Information, dass ein Biber in einer einzigen Nacht einen Baum von 30 bis 40 Zentimeter Durchmesser problemlos fällen kann und dass seine grossen, meisselartigen Schneidezähne nachwachsen.

Im Kleinen Grosses bewirken

«Lange Zeit war es in Wattwil und Lichtensteig kaum bekannt, dass Meyer ein ausgewiesener Biberkenner ist», sagt Stephan K. Haller, Vorstandsmitglied des Vereins nathur Wattwil Krinau Lichtensteig. «Wir haben uns deshalb entschieden, ihm für seinen unermüdlichen, freiwilligen Einsatz, den er zu jeder Tages- und Nachtzeit leistet, einen Preis zu verleihen. Einerseits eine Urkunde, andererseits einen kleinen Barbetrag, damit er seine Ausrüstung vervollständigen kann.»

Der Verein engagiere sich bewusst auf lokaler Ebene. Meyer sei der Beweis, dass auch im Kleinen viel bewirkt werden könne, betonte Haller. Und weil die Beobachtung der Biber die Anwesenden am betreffenden Abend so faszinierte, begaben sie sich nach einem Umtrunk nochmals ans Thurufer und liessen sich von Meyer in die Geheimnisse rund um den Biber, der seinen Lebensraum aktiv gestaltet, einweihen.

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