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Anders als in Krinau – Auf dem Windrädliweg sorgen Windräder für Freude

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 1150-Jahr-Jubiläum von Rindal-Lütisburg wurde vor 1999 der Windrädliweg eröffnet. Derzeit drehen sich über 30 handgemachte Windrädli auf drei gut begehbaren Wegen.
Fränzi Göggel
Die beiden Windrädlimacher Ruedi Reich (links) und Gusti Arnold freuen sich an ihren gegenseitigen Geschenken. (Bild: Fränzi Göggel)

Die beiden Windrädlimacher Ruedi Reich (links) und Gusti Arnold freuen sich an ihren gegenseitigen Geschenken. (Bild: Fränzi Göggel)

Die ersten Windrädli baute der damals bereits pensionierte Zimmermann Bruno Lusti vom Winzenberg. Als 1999 Sturm Lothar wütete, zerbarsten Teile der beweglichen Holzfiguren, weil sich die Windradpropeller zu schnell drehten. Darauf erfand Ruedi Reich aus Lütisburg ein neues Konzept für die Triebwerke.

Beide Tüftler fahren auch Postauto

«Schon als Junge war ich stets am Chlüttere», beschreibt der Zimmermeister und Postautochauffeur Ruedi Reich seinen Werdegang zum Tüftler. Ob neu oder alt, Mechanik und deren Antriebe − alles interessiert ihn. «Ich freue mich wie ein kleiner Bub, wenn ich an einem Rapid werkeln kann», beschreibt Reich seine Gefühle für alte Landmaschinen. Für den Antrieb der Windrädli zeichnet und dreht er alle Teile selbst. Nur zum Lasern gibt er das Metall auswärts. Die Propeller sind aus Inox und beschichtetem Alu. Was rotiert, läuft in Kugellagern, alles was sich hin und her bewegt, gleitet in Gleitlagern. Damit sich die Rotorblätter bei starkem Wind nicht zu schnell drehen, baut er Fliehkraftpropeller ein. Durch Feder-Bolzen miteinander verbunden, stellen sich die Drehflügel je nach Windstärke flacher in den Wind. Ein unkonventioneller Testlauf bewies, dass seine Idee des aufwendigen Antriebes sogar einem Orkan standhalten wird.

Gusti Arnold baute sich als Schulbub ein hölzernes Spielzeugdorf. Um Material für das Fundament der Häuschen zu bekommen, tauschte er jeweils sein Pausenbrot für ein Säckli Beton, welches ihm ein Schulkollege besorgte. Mit Schnitzen begann er in der Oberstufe. Der Holzbildhauer wohnt in Ganterschwil. Er entwirft und schnitzt aus verschiedenen Hölzern neue Sujets und erweitert seit 2008 die luftige Attraktion in Tufertschwil.

Lauter Berufe abgebildet

Alle Motive auf dem Windrädliweg handeln von Berufen. Sie sind detailgetreu geschnitzt und werden auf Informationstafeln beschrieben, sodass nebst Spaziergängern auch Oberstufenschüler als aktive Berufsberatung den Windrädliweg ablaufen. Welchen Beruf er zu schnitzen hat, bestimmen die Auftraggeber. Natürlich könne man auch als Privatperson ein Windrädli nach Wunsch bestellen. «Einmal war ich mit dem Auto unterwegs und gedanklich schon in die Details eines Auftrages vertieft. Da stellte ich den Blinker zum Abbiegen so, wie ich mit dem Postauto fahren muss, dabei wollte ich ganz woanders hin», lacht Arnold über seine Schnitzleidenschaft.

Die Hollywoodschaukel und der Bildhauer an der Kettensäge bewegen sich, wenn sich der Propeller dreht. Damit alles reibungslos funktioniert, ist Detailarbeit gefragt. (Bild: Fränzi Göggel)

Die Hollywoodschaukel und der Bildhauer an der Kettensäge bewegen sich, wenn sich der Propeller dreht. Damit alles reibungslos funktioniert, ist Detailarbeit gefragt. (Bild: Fränzi Göggel)

«Solange, wie wir das schon machen, geht es wahrscheinlich nicht mehr, bis wir damit aufhören. Es wäre sehr schade, wenn wir zwei kein eigenes Windrädli im Garten hätten», unterbreitet Bildhauer Arnold sein Anliegen seinem Kompagnon. Sofort besprachen sie ihre Lieblingsmotive. «Hm, ein Rapid mit einem Holzer wäre schön», wünschte sich Ruedi Reich und Gusti Arnold entschied sich für einen Kettensäge-Holzbildhauer mit einer Dame am Laptop in der Hollywoodschaukel. Fifty-fifty war die Abmachung, der eine schnitzte, der andere machte die Mechanik. «Ich ha uhuere Fröid», drückt der Bildhauer seine Begeisterung aus.

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