Analyse zu den Abstimmungsvorlagen: Nur Wattwil und Lichtensteig stimmten gegen die Begrenzungsinitiative

Im Wahlkreis Toggenburg wäre die Begrenzungsinitiative angenommen worden. Zehn Gemeinden stimmten dafür. Bei den anderen Eidgenössischen Vorlagen entspricht die Toggenburger Meinung derjenigen des Kantons, aber sie wurde deutlicher geäussert.

Sabine Camedda
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Wäre die Begrenzungsinitiative nur im Toggenburg zur Abstimmung gekommen, wäre sie mit 54,0 Prozent durchgekommen.

Wäre die Begrenzungsinitiative nur im Toggenburg zur Abstimmung gekommen, wäre sie mit 54,0 Prozent durchgekommen.

Bild: Sabine Camedda

Schon bald zeichnete sich am Wahl- und Abstimmungssonntag ab, dass das Schweizer Stimmvolk die Begrenzungsinitiative ablehnen wird. 61,7 Prozent betrug der Nein-Anteil letztlich. Im Kanton St.Gallen war die Ablehnung nicht ganz so deutlich. Trotzdem: 56,7 Prozent erteilten dem Ansinnen für die Kündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU eine Abfuhr.

Am deutlichsten, nämlich mit 67,3 Prozent, hat der Wahlkreis St.Gallen die Initiative verworfen. Knapp wurde es in den Wahlkreisen Rheintal und Sarganserland. Im Rheintal betrug der Anteil an Nein-Stimmen 53,1 Prozent. Im Sarganserland hingegen gab es mehr Ja- als Nein-Stimmen. Der Unterschied betrug aber gerade einmal 31 Stimmen, was ein Stimmenverhältnis von 50,1 zu 49,4 ausmacht.

Ein klareres Bild zeigt das Wahlverhalten im Toggenburg. Dort legten 8913 Stimmbürger ein Nein in die Urne, 10474 Stimmende unterstützten die Initiative. Somit wurde das Ansinnen der SVP mit 54,0 Prozent Ja-Stimmen unterstützt.

62 Stimmen Differenz in Wattwil, 137 in Lichtensteig

In zwei von zwölf Gemeinden folgte das Stimmvolk der Mehrheit in der Schweiz und im Kanton St.Gallen. In Wattwil überwog der Anteil der Nein-Stimmen um 62. In Lichtensteig sprachen sich die Stimmbürger deutlicher gegen die Initiative aus. 423 Personen legten ein Nein in die Urne, Ja-Stimmen wurden 286 gezählt.

Den grössten Zuspruch an die Begrenzungsinitiative gab es in der Gemeinde Nesslau. Dort legten 416 Personen mehr ein Ja in die Urne, als dass die Initiative abgelehnt haben. Ebenfalls mit mehr als 200 Stimmen Differenz war das Resultat in den Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil und Mosnang deutlich.

Deutlichere Resultate als im Kanton St.Gallen

Bei der Abstimmung über das Jagdgesetz stimmten die Toggenburger wie die Mehrheit des Kantons. Mit einem Ja-Anteil von 63,2 Prozent fiel die Zustimmung allerdings weit deutlicher aus als im Kanton St.Gallen. Dort wäre das Gesetz mit 55,5 Prozent gutgeheissen worden. Bei dieser Abstimmung fällt auf, dass alle Gemeinden im Wahlkreis das Gesetz angenommen haben.

Ebenfalls ein einheitliches Bild zeigt sich bei der Vorlage um die Kinderabzüge. Hier überwog der Anteil Nein-Stimmen in allen Toggenburger Gemeinden. Entsprechend ist die Vorlage mit 70,1 Prozent im Wahlkreis wuchtig verworfen worden. Das Resultat ist noch deutlicher als im Kanton St.Gallen, wo der Anteil Nein-Stimmen 67,3 Prozent betrug.

Fünf Stimmen gaben den Ausschlag

Der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub fand beim Schweizer Stimmvolk Gefallen. Anders im Kanton St.Gallen, dort stimmten 50,8 Prozent gegen das Vorhaben. In den Gemeinden des Wahlkreises Toggenburg fiel das Resultat noch deutlicher aus. Der Anteil Nein-Stimmen lag bei 59,9 Prozent.

Bei der Analyse der Resultate fällt auf, dass es einen grossen Abstand zwischen den Ja- und den Nein-Stimmen gibt. In Nesslau gab es 531 Ja-Stimmen weniger als Nein-Stimmen. Die Differenz in Bütschwil-Ganterschwil betrug 518 Stimmen, in Kirchberg überwog der Anteil Nein-Stimmen um 488, in der Gemeinde Neckertal um 407.

Eine einzige Gemeinde im Wahlkreis Toggenburg sprach sich hingegen für den Vaterschaftsurlaub aus: Lichtensteig. Dort betrug das Stimmenverhältnis 357 Ja- zu 352 Nein-Stimmen.

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