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Am Tag nach dem Brand: Das Wohnhaus an der Wattwiler Bleikenstrasse ist nur noch eine Ruine

In der Nacht von Sonntag auf Montag stand an der Bleikenstrasse in Wattwil ein Wohnhaus in Flammen. Die Bewohner konnten sich zwar retten, das Haus ist jedoch ein Opfer der Flammen geworden. Am Tag nach dem Brand ist die Feuerwehr Wattwil-Lichtensteig noch mit einem kleinen Detachement vor Ort, um allfällige Glutnester zu bekämpfen.

Tobias Söldi und Urs M. Hemm
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Die Feuerwehr Wattwil-Lichtensteig ist noch mit zwei Einsatzfahrzeugen an der Bleikenstrasse vor Ort.
12 Bilder
Der Dachstock ist vollständig ausgebrannt.
Trotz Sonnenschein ist der Boden noch nass vom Löschwasser.
Das Trottoir vor dem Haus wurde abgesperrt, um Fussgänger vor herabfallenden Trümmern zu schützen.
Die Wiese um das zerstörte Wohnhaus ist voller geborstener Dachziegel.
Die kleinen Kohlestücke zeugen von der Heftigkeit des Brandes.
Das Löschwasser steht bis zum Hauseingang. Es dürfte auch die vom Brand verschonten Stockwerke in Mitleidenschaft gezogen haben.
Spezialisten räumen die Brandruine.
Passanten informieren sich bei der Feuerwehr über das Geschehen.
Zeugen des nächtlichen Einsatzes der Feuerwehr.
Stiefel und Handschuhe stehen für den Fall bereit, falls noch ein Glutnest gefunden wird.
Die Brandursache war vorerst unklar.

Die Feuerwehr Wattwil-Lichtensteig ist noch mit zwei Einsatzfahrzeugen an der Bleikenstrasse vor Ort.

Bild: Urs M. Hemm

Um 3.30 Uhr traf die Meldung bei der Kantonspolizei St.Gallen ein: In Wattwil steht ein Mehrfamilienhaus in Flammen. Die Bilder, welche die Polizei zusammen mit der Medienmitteilung um 5.17 Uhr verschickt hat, sprechen eine unmissverständliche Sprache.

Aus den Fenstern der oberen beiden Stockwerke schiessen Flammen heraus, der Dachstock brennt lichterloh, dichter, und vom Feuer erhellter Rauch steigt in das Schwarz der Nacht empor.

Das Mehrfamilienhaus brannte lichterloh.

Das Mehrfamilienhaus brannte lichterloh.

Bild: Kapo

Zu diesem Zeitpunkt befindet sich glücklicherweise niemand mehr im Haus an der Bleikenstrasse. Die vier Bewohner konnten das Gebäude rechtzeitig und selbstständig verlassen, bevor Feuerwehr und Polizei eintrafen, sagt Mediensprecher Florian Häderli auf Nachfrage. Verletzte gab es keine.

Florian Häderli, Polizeisprecher.

Florian Häderli, Polizeisprecher.

Bild: PD

Der Gestank verkohlten Holzes liegt in der Luft

Es war ein grosser Einsatz, allein schon vom Aufgebot her, das bestätigt auch Häderli: Rund 100 Personen und mehrere Fahrzeuge der örtlichen Feuerwehren Wattwil-Lichtensteig, Ebnat-Kappel und Neckertal waren in dieser Nacht vor Ort. Der Mediensprecher sagt:

«Die Feuerwehr rückt grundsätzlich mit viel ‹Manpower› aus. Man weiss nie, was einen vor Ort erwartet.»

Um sechs Uhr früh konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden.

Die Feuerwehren von Wattwil-Lichtensteig, Ebnat-Kappel sowie Neckertal standen einem Grossfeuer gegenüber.

Die Feuerwehren von Wattwil-Lichtensteig, Ebnat-Kappel sowie Neckertal standen einem Grossfeuer gegenüber.

Bild: Kapo

Bei Tageslicht sind die Spuren des Brandes erst richtig zu erkennen. Der Boden ist nass vom Löschwasser, überall liegen zerborstene Dachziegel und zersplittertes Fensterglas herum. Obwohl kein Rauch mehr zu sehen ist, liegt der Gestank verkohlten Holzes in der Luft. Der Dachstock und die obere Etage des Wohnhauses scheinen komplett ausgebrannt, nur das Untergeschoss sieht von aussen so aus, als sei es von den Flammen verschont geblieben. Trotzdem: Das Haus ist nicht mehr bewohnbar.

Brandursache noch nicht klar

Zur Sicherheit hat die Feuerwehr drei Einsatzkräfte als Feuerwache abgestellt, um allfällige unentdeckte Feuernester schnell bekämpfen zu können. «Das Ende eines Brandes lässt sich darum nicht genau bestimmen», erklärt Häderli. Der Grund für den Ausbruch des Brandes ist noch nicht bekannt.

Spezialisten des Kompetenzzentrums Forensik der Kantonspolizei St.Gallen sind dabei, Abklärungen zu treffen. Häderli erklärt:

«Wegen der Einsturzgefahr und der Feuerwache dauert es jeweils eine gewisse Zeit, bis die Spezialisten das Gebäude betreten können.»

Am Montagnachmittag konnten sie ihre Arbeit aufnehmen.

Währenddessen kümmert sich die Gemeinde Wattwil um die vier heimatlos gewordenen Bewohner des Mehrfamilienhauses. «Wir schauen, dass die Betroffenen soweit notwendig unterstützt werden: Essen und Trinken, Kleidung, ein Dach über dem Kopf», sagt Ratsschreiber Roger Meier.

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