Am Sonntag zählte man viele Ausflügler im obersten Toggenburg 

Ob mit Velo, Töff oder zu Fuss: Das Osterwetter lockte viele Menschen ins oberste Toggenburg. Die Polizei musste nicht intervenieren.

Adi Lippuner
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Der Picknickplatz in der Laui ist gut besucht.

Der Picknickplatz in der Laui ist gut besucht.

Bild: Adi Lippuner

Der Aufruf aus Bern ist klar: «Bleiben Sie an Ostern daheim, verzichten Sie auf Ausflugsfahrten und Risikosportarten.» Nicht alle haben sich, wie ein Augenschein am Ostersonntag zeigte, daran gehalten, aber wer nach draussen ging, hielt sich meist an die Abstandsregeln und auch grössere Gruppen waren nur wenige auszumachen.

Einige wollen nichts sagen auf die Frage, weshalb sie hierher gekommen sind

Der Wildhauser Dorfplatz ist ein beliebter Halt für Motor- und Veloradfahrer, am Ostersonntag waren kleine Gruppen oder Einzelfahrer zu beobachten.

Ein Sportcabriolet und ein Motorrad verlassen den Parkplatz.

Ein Sportcabriolet und ein Motorrad verlassen den Parkplatz.

Bild: Adi Lippuner

Die Frage nach dem «Warum jetzt eine Töfftour»? kommt unterschiedlich an. Während die einen die Schultern zucken, kommt von anderen die Antwort: «Bei so schönem Wetter muss ich einfach fahren, da juckt es in den Fingern und auch am Hintern.»

Kommunikativer ist eine Gruppe mit SG- und SZ-Kontrollschildern. «Wir kommen aus der Region Rapperswil und geniessen eine gemeinsame Ausfahrt. Und was Corona betrifft, solange wir arbeiten müssen, fahren wir Töff. Mit der nötigen Vorsicht, denn die meisten von uns haben Familie.»

Die Töfffahrer aus der Umgebung von Rapperswil lassen sich die Freude an einer Ausfahrt nicht nehmen.

Die Töfffahrer aus der Umgebung von Rapperswil lassen sich die Freude an einer Ausfahrt nicht nehmen. 

Bild: Adi Lippuner

Zwei Übernachtungen unter freiem Himmel

Szenenwechsel, rasch ein Blick ins Naherholungsgebiet Munzenriet: Dort sind Spaziergänger auszumachen, allein oder zu zweit und oft mit einem Hund. Beliebt sind die Wege auch bei Joggern und Velofahrern. Abstand bei Begegnungen kein Problem. Nun etwas den Berg hinauf Richtung Schwendi und zum beliebten Ausflugziel an den beiden Schwendiseen.

«Ich bin am Karfreitag in Ricken gestartet, habe in der Nähe von Nesslau im Wald übernachtet, bin am Samstag der Thur entlang und weiter nach Gamplüt, dort wieder unter freiem Himmel übernachtet und nun geniesse ich die Mittagspause».

Auf dem Floss, mit Blick auf den teilweise noch zugefrorenen See, sitzt eine junge Frau. Ihr grosser Rucksack verrät, dass sie schon länger unterwegs sein muss. 

Ruhepause mit Blick auf den noch teilweise mit Eis bedeckten Schwendisee.

Ruhepause mit Blick auf den noch teilweise mit Eis bedeckten Schwendisee.

Bild: Adi Lippuner

«Ich bin am Karfreitag in Ricken gestartet, habe in der Nähe von Nesslau im Wald übernachtet, bin am Samstag der Thur entlang und weiter nach Gamplüt, dort wieder unter freiem Himmel übernachtet und nun geniesse ich die Mittagspause», sagt Janine Litschi. Sie werde Richtung Wattwil wandern und allenfalls den Rückweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen.

Von Krummenau zum vorderen Schwendisee und zurück

Beim vorderen Schwendisee ist eine fröhliche Dreiergruppe anzutreffen. «Wir sind in Krummenau gestartet, machen hier einen kurzen Zwischenhalt und dann geht’s auf der Sonnenseite zurück. Dies mit einem Abstecher in die Höhe, damit wir die Aussicht geniessen können. Wir sind vorsichtig unterwegs, aber Daheimsitzen macht bei diesem herrlichen Wetter ganz einfach keinen Spass.»

«Wir sind vorsichtig unterwegs, aber Daheimsitzen macht bei diesem herrlichen Wetter ganz einfach keinen Spass».

So wie diese Dreiergruppe sind viele E-Biker auf dem Weg in die Höhe, sei es Richtung Schwendisee, Oberdorf oder Iltios auszumachen. Die meisten geniessen es allein oder zu zweit. Auch die Spaziergänger halten sich an die Vorgaben und da und dort gönnen sich zwei oder drei Personen ein Picknick auf einem Bänggli.

Velofahrer im Naherholungsgebiet Munzenriet

Velofahrer im Naherholungsgebiet Munzenriet

Bild: Adi Lippuner

Wohnmobile stehen auf dem Parkplatz in Laui

Der Parkplatz in der Laui, Unterwasser ist am Ostersonntag gut belegt. Von den Feuerstellen steigt Rauch. Familien mit Kindern tummeln sich auf dem Platz und an den Waldrändern, entlang des Baches und auf den Wiesen haben sich kleine Gruppen niedergelassen.

«Daheimbleiben ist keine Option und wir haben ein weiteres, lohnenswertes Ziel entdeckt»

Vier Wohnmobile stehen dort, die Besitzer machen es sich bequem. Man sieht GR- und ZH-Kontrollschilder. «In der Regel fahren wir ins Südtirol, an den Gardasee oder ins Tessin. Alles Regionen, die wegen Corona nicht in Frage kommen. Daheimbleiben ist keine Option und wir haben ein weiteres, lohnenswertes Ziel entdeckt», heisst es.

Polizei meldet ruhiges Osterwochenende

Auf den Strassen im Obertoggenburg war zwar über Ostern einiges los, die Polizei musste aber coronabedingt nicht eingreifen, wie Hanspeter Krüsi, Leiter der Medienstelle der Kantonspolizei, sagt. «Es waren Ausflügler unterwegs, aber es wurden von Tag zu Tag weniger.»

Auf dem Parkplatz bei den Schwendiseen werden momentan keine Parkgebühren verlangt.

Auf dem Parkplatz bei den Schwendiseen werden momentan keine Parkgebühren verlangt.

Bild: Adi Lippuner

Regelmässige Kontrollen in den Naherholungsgebieten gehören dazu und werden auch in Zukunft durchgeführt. Verglichen mit früheren Jahren hielt sich der Andrang im obersten Toggenburg jedoch in Grenzen.