Am Samstag heisst es in Brunnadern: Ohren auf unter dem Viadukt

Das neunte «Open-Ear» findet am Samstag, 11. Juli, in Brunnadern statt. Musikbegeisterte sind zur Gartenparty eingeladen. Kupus, Long Tall Jefferson, Bright und der Headliner Sam Himself sorgen für ein gewohnt buntes Musikprogramm.

Sascha Erni
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Das Festivalgelände in Brunnadern ist rollstuhlgängig und liegt beim Bahnviadukt.

Das Festivalgelände in Brunnadern ist rollstuhlgängig und liegt beim Bahnviadukt.

Bild: Sascha Erni (13. Juli 2019)

Der Toggenburger Festivalsommer fällt doch nicht vollständig ins Wasser. Kommenden Samstag findet das «Open-Ear»-Festival unterhalb des Bahnviadukts Brunnadern statt. Es ist klein und fein. Die Planung sei dieses Jahr kurzfristiger als üblich ausgefallen, erzählt Mit-Organisator Kevin Jaggi.

«Wir haben auf den Bundesratsentscheid für Veranstaltungen bis 300 Personen gewartet, zuvor haben wir gar nichts gemacht.»

Als es sich abzeichnete, unter welchen Auflagen das Festival durchgeführt werden kann, stellte das vierköpfige Organisationskomitee mit seinen zahlreichen Helferinnen und Helfern die neunte Ausgabe des beliebten Open Airs innerhalb weniger Wochen auf die Beine. Mit Kupus, Long Tall Jefferson, Bright und dem Headliner Sam Himself wird das Festival so bunt und vielfältig ausfallen, wie man es sich seit dem Jahr 2012 gewohnt ist.

Vinyl-Bus wird zu einer zweiten Bühne

Am Grundkonzept einer Gartenparty mit Livemusik habe sich nichts geändert, so Jaggi. Zwar werde überall auf dem Festivalgelände Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen und die Gäste müssen ihre Kontaktdaten hinterlegen. Aber Grillstelle und Pizzaofen, Ping-Pong-Tische und Sandstrand wird es auch dieses Jahr geben.

Neu zum Rahmenprogramm stösst die St.Galler Kaffeerösterei Beyer Beans, und der Vinyl-Bus – eine Tradition des kleinen Festivals – bekommt laut Jaggi mehr Beachtung. «Wir verzichten auf die Nebenbühne», erklärt er, «der Vinyl-Bus wird mit seinen DJs quasi zur zweiten Bühne.»

Mindestabstand lässt sich am Festival nur schwer einhalten

Das Organisationskomitee habe dieses Jahr aus verschiedenen Gründen auf eine Singer/Songwriter-Nebenbühne verzichtet. Einerseits sei der Zeitrahmen für das Suchen geeigneter Acts sehr knapp ausgefallen, andererseits sei es eine finanzielle Frage gewesen. Nicht zuletzt wolle das «Open-Ear»-Team den 100 bis 200 Besucherinnen und Besuchern mehr Raum bieten, ergänzt Jaggi.

Die 1,5 Meter Mindestabstand liessen sich an einem Festival nicht einhalten. Mit dem Wegfall der Nebenbühne gäbe es auf dem Areal mehr Platz und Rückzugsmöglichkeiten. Wie gewohnt ist das Festivalgelände rollstuhlgängig, die überdachte Hauptbühne ermöglicht bei jeder Witterung Musikgenuss ohne Schlammschlacht.

Dank Corona im Toggenburg statt New York

Das «Open-Ear»-Festival findet seit 2012 jeden Sommer beim Bahnhof Brunnadern statt. Das Gelände zwischen Fluss und Bahntrasse ist für ein solches kleines Open Air wie geschaffen, denn nicht nur hält sich die Lärmbelästigung für die Anwohner im Rahmen, die Besucher können auch bequem mit dem Zug an- und wieder abreisen.

Mit Acts wie Stahlberger, Pedestrians oder Baze brachte das Festival immer wieder bedeutende Künstler auf die Bühne. Jaggi zeigt sich auch vom diesjährigen Programm begeistert. «Dass wir Sam Himself als Hauptact gewinnen konnten, ist der Wahnsinn», freut er sich. Hier erwies sich die Coronakrise als Glücksfall – denn der SRF3-«Best Act» lebt vorwiegend in New York und ist wegen der Pandemie in der Schweiz gestrandet.

Hinweis Tickets und Informationen unter www.openear.ch.

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