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Am Abend ins Dreyschlatt zum Theater

Es lohnt sich nicht nur wegen der Freilichtspiele nach Krinau zu fahren. Die Bevölkerung hat sich einiges einfallen lassen, um die Bräkerzeit ins Toggenburg zurückzubringen.
Kathrin Burri
Die engagierten Krinauer Rita Grob, Verena Bollhalder, Matthias Wickli und Hansueli Ammann (von links) treffen sich vor dem Schulhaus, in dem Ueli Bräker zur Schule ging. (Bild: Kathrin Burri)

Die engagierten Krinauer Rita Grob, Verena Bollhalder, Matthias Wickli und Hansueli Ammann (von links) treffen sich vor dem Schulhaus, in dem Ueli Bräker zur Schule ging. (Bild: Kathrin Burri)

Noch sitzen die Männer nicht mit einer Zipfelkappe vor dem Haus und haben hauptsächlich das Lesen und Schreiben im Sinn. Noch müssen die Frauen nicht mit verzweifelter und fordernder Stimme alleine in Haus und Hof zum Rechten schauen. In der Vorbereitungszeit für das Freilichttheater «Ueli Bräker – der arme Mann im Tockenburg» im Dreyschlatt betonte Willy Schönenberger, dass auch Aktivitäten und Ideen seitens der Dorfbevölkerung gewünscht sind.

Einige initiative Leute im Dorf haben sich vom Bräkergeschehen, das unter grossem Applaus im Dreyschlatt aufgeführt wird, anstecken lassen. Warum nicht gleich mal einen ganzen Tag vor der Theatervorführung rund um Krinau verbringen und sich ein Rahmenprogramm zusammenstellen?

Brot vor dem Schmieden

Da ist zum Beispiel Rita Grob mit ihrem Brotegge, in dem sie Bräkerbrot anbietet. Es ist ein wunderbares chüschtiges Brot, hauptsächlich aus Roggenmehl. «Zwar hat man wohl zu Bräkers Zeiten eher Habermus gegessen, schätze ich mal», sagt sie und schmunzelt. Auch kleine Chröpfli, sogenannte Bräker-Chröpfli liegen im Brotladen auf. Dazu wird die ganze Festwirtschaft im Dreyschlatt mit ihrem Ruchbrot bedient.

Auf Ueli Bräkers Spuren wandern

Die Wanderungen, die Hansueli Ammann plant und begleitet, können individuell gebucht und gestaltet werden. Die eine führt beispielsweise mit einer Marschzeit von gut eineinhalb Stunden ab dem Parkplatz Dreyschlatt zum Tweralpspitz, damals noch Aueralp genannt. Von dort bietet sich eine wunderbare Aussicht auf den Bodensee und den Zürichsee. Eine andere Möglichkeit ist, den Schulweg Ueli Bräkers zu bewandern, oder den Weg über Altbach-Mösli nach Lichtensteig hinunter zu gehen, auf dem es Ueli ins Städtli zog.

Bei schlechtem Wetter bietet Hansueli Ammann einen Besuch des Geburtshauses von Näppis Ueli in Wattwil an. Hansueli Ammann steht an den Tagen, an denen das Theaterstück aufgeführt wird, jeweils um 11 Uhr beim Parkplatz Schaufelberg und bespricht mit den Wanderteilnehmern die Route. Es ist möglich, auf der Wanderung in einem Restaurant fürs Mittagessen einzukehren. Gegen 17.30 Uhr ist man zurück im Dreyschlatt. Eine Anmeldung für die Wanderung ist nicht nötig. Hansueli Ammann empfiehlt, gute Schuhe und eventuell einen Regenschutz mitzunehmen. Weitere Auskünfte bei Hansueli Ammann, Telefon 071 374 28 67. (pd/sas)

Matthias Wickli betreibt eine Schmiede im Dorf. Zu Bräkers Zeiten ist sie noch nicht an diesem Platz im Dorfeingang gestanden. Aber Schmieden sei natürlich ein uraltes Handwerk und geschmiedete Alltagsgegenstände seien sicher auch in Bräkers Haus und Hof in Gebrauch gewesen, so Matthias Wickli. Er bietet in diesem Sommer Schmiedekurse für Interessierte an. Der Besuch der abendlichen Aufführung lässt sich gut mit einem Handwerkabenteuer am Nachmittag in der Krinauer Schmiede verbinden. Am Ende soll ein kleines Öllämpchen oder ein Talglicht entstehen, wie es auf Bräkers Tisch gestanden haben mag.

Zvieriplättli oder eine Wanderung

Verena Bollhalder weist darauf hin, dass das Restaurant Rössli in Krinau feine Bräker-Zvieriplättli mit Speck Käse und Brot, oder auch Mittagessen anbiete. Auch dies liesse sich mit einem abendlichen Besuch des Theaters verbinden.

Hansueli Ammann ist der Spezialist, wenn es um die Landschaft geht und er bietet tagsüber vor den Theateraufführungen Wanderungen an (siehe Zweittext). Er ist im Schaufelberg aufgewachsen, gleich neben dem Bräker-Haus im Dreyschlatt, in dem das Theaterstück aufgeführt wird. Die Umgebung seiner Kindheit sei dieselbe, wie die des jungen Uelis damals vor rund 250 Jahren, sagt Ammann. «Wir hatten als Kinder wohl ähnliche Abenteuer», erzählt er mit leuchtenden Augen. «Tiere weiden, den Wald durchstreifen bis zum Tweralpspitz oder ins Dorf hinunter, Bäche stauen, Ruten schneiden und schnitzen, sich verstecken im Dickicht ...»

Essen nach dem Wandern

So kann in den Aufzeichnungen des armen Mannes vom Tockenburg gelesen werden, dass Ueli beim Ziegen hüten im Kreuzegggebiet auf einem überhängenden Baum in den tosenden Wasserfall hinunter geblickt hat. «Der Baum steht nicht mehr», weiss Hansueli Ammann, aber der Bach rauscht noch immer. Und der Schulweg, der Hansueli Ammann vor gut 70 Jahren zu Fuss nach Krinau führte, war ganz genau in den Fussstapfen des jungen Bräkers von damals, allerdings täglich und nicht nur im Winter.

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