Alterskonzept: Unbeschwert altern können

Alle Einwohner, die älter als 60 Jahre sind, konnten per Fragebogen bei der Aktualisierung des Alterskonzepts mithelfen.

Sabine Camedda
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Im Bereich Alterswohnungen arbeitet Wattwil, wie hier an der Hembergerstrasse, mit einer eigenständigen Genossenschaft zusammen. (Bild: Sabine Camedda)

Im Bereich Alterswohnungen arbeitet Wattwil, wie hier an der Hembergerstrasse, mit einer eigenständigen Genossenschaft zusammen. (Bild: Sabine Camedda)

Welche Veränderungen und neuen Angebote muss die Gemeinde Wattwil in der kommunalen Altersversorgung vornehmen, um der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung zu begegnen? Dies sei die zentrale Fragestellung des Alterskonzeptes, sagt Gemeinderat Thomas Merz, Präsident der Kommission Alter und Gesundheit. Er nennt fünf Ziele der Alterspolitik: ein möglichst unbeschwertes Altern ermöglichen, Möglichkeiten für Nachbarschaftshilfe, die Schaffung von geeigneten Wohnstrukturen sowie für Strukturen für soziale Interaktion und die Schaffung von einer Plattform für Alters-
fragen.

Um das seit 2008 bestehende Alterskonzept zu überprüfen und zu erneuern, hat die Gemeinde Wattwil Vertreter von mehreren Organisationen wie den Landeskirchen, der Alters- und Pflegeheime, der Genossenschaft Alterswohnen, der Spitex und der Pro Senectute ins Boot geholt.

Situation der Älteren wird insgesamt positiv beurteilt

Weiter wurde an alle Einwohner, die älter als 60 Jahre sind, ein Fragebogen verschickt. Ein Fazit aus dieser Umfrage ist, dass die Situation der älteren Bevölkerung insgesamt positiv beurteilt wird. Wie Thomas Merz präzisiert, bezieht sich diese Beurteilung auf die Umgebungsfaktoren wie Einkaufsgelegenheiten oder öffentlicher Verkehr sowie auf Dienstleistungsangebote wie ambulante Versorgung, Fahrdienste oder Mahlzeitendienst.

Aus der Befragung ist zudem ersichtlich, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten noch völlig selbstständig ist und viele ihre finanzielle Situation als gut bis sehr gut beurteilen. Es werde viel Freiwilligenarbeit geleistet, folgert Thomas Merz überdies. Jedoch werden mehr altersgerechte Informationen gewünscht und es fehlen Entlastungsangebote für pflegende Angehörige.

20 Massnahmen für die Zukunft

Hier setzt die Gemeinde Wattwil an und hat gleichzeitig mit dem Alterskonzept 20 Massnahmen verabschiedet, die in den kommenden Jahren im Rahmen der kommunalen Alterspolitik verfolgt werden sollen. Dafür will die Gemeinde die Zusammenarbeit mit externen lokalen Partnern stärken.

Gerade in der Betreuung von Angehörigen (Entlastungsangebote schaffen) und bei der Erweiterung des Angebots an altersgerechten Wohnungen und Wohnformen bestehe Handlungsbedarf. Zudem will die Gemeinde die Freiwilligenarbeit vermehrt wertschätzen und eine Informations- und Koordinationsplattform für die Bedürfnisse älterer Menschen schaffen.