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Serie

Ein Wattwiler auf Weltreise (Folge 7): Als Strassenmusiker zu den Polarlichtern Norwegens

Maurice Grob aus Wattwil ist im September 2018 zu einer Weltreise aufgebrochen, die fünf Jahre dauern soll. Unterwegs wird er zudem ein Fernstudium in Mathematik absolvieren. In loser Folge berichtet der Toggenburger von seinen Erlebnissen.
Maurice Grob
Während seiner Reise kann Maurice Grob auch das Polarlicht sehen. (Bild: Maurice Grob)

Während seiner Reise kann Maurice Grob auch das Polarlicht sehen. (Bild: Maurice Grob)

Ende Februar kam für mich die Zeit des Aufbruchs. Das Wetter wurde wärmer, der Schnee fing an zu schmelzen und ich spürte, dass ich weiterziehen musste. Um die Reise spannend zu halten, entschied ich mich, ohne Geld nach Norwegen zu trampen und einen Neustart zu wagen. Am 1. März 2019 zog ich per Anhalter von Jokkmokk in Richtung Tromsø los. Ob ich naiv bin oder einfach abenteuerlustig, bin ich mir nicht so sicher. Was allerdings feststeht, es macht Spass.

Ein Autofahrer nahm mich bis kurz vor die norwegische Grenze mit und stellte mir sein Auto für eine Nacht als Schlafplatz zur Verfügung. Zum Glück hatte ich einen warmen Schlafsack dabei, denn in den Bergen tobte ein Schneesturm bei Temperaturen von minus 20 Grad.

Vor Mitternacht in Tromsø

Am nächsten Morgen ging ich früh los und lief von Riksgränsen, Schweden, über den schönsten Grenzübergang, den ich je gesehen habe, nach Norwegen. Ich war überrascht, wie gut ich vorankam, dank netten Autofahrern erreichte ich kurz vor Mitternacht mein Ziel Tromsø. Nach einer Nacht im Hafen lief ich am nächsten Tag zu einer Kirche, wo ich von einem pensionierten Pfarrer herzlich aufgenommen wurde und die nächsten drei Tage in seinem Haus wohnen durfte.

Da ich immer noch kein Geld hatte, borgte ich von der Kirche eine Gitarre und probierte mein Glück als Strassenmusiker. Es war so kalt, dass ich kaum 20 Minuten am Stück spielen konnte, bevor mir die Hand einfror, dafür war die Belohnung nahezu fürstlich. Im Durchschnitt erspielte ich mir 20 Franken pro Stunde, was einem guten Stundenlohn entspricht. So fokussierte ich mich nicht mehr auf eine Jobsuche, sondern auf meine musikalischen Künste. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich erst drei Lieder auf der Gitarre. Da den Leuten auf der Strasse auch kalt war, blieb kaum einer länger als ein Lied lang stehen.

Bei der Kälte fiel das Gitarre spielen schwer. (Bild: Maurice Grob)

Bei der Kälte fiel das Gitarre spielen schwer. (Bild: Maurice Grob)

Meine ursprüngliche Idee, rund 30 Tage in dieser Stadt zu bleiben, verlor schnell ihren Reiz. Nach einer Woche kannte ich bereits viele Leute. Ich fand ein Hostel, in dem ich für etwas Putzarbeiten gratis wohnen durfte. Auch verschiedene Tourismusbüros wollten mich anwerben, um für die Sommersaison zu bleiben. Ich möchte mich jedoch nicht zu lange an einem Ort aufhalten, sondern mich mehr auf das Reisen konzentrieren. Deshalb werde ich Tromsø in den nächsten Tagen bereits verlassen und meine Reise in noch unbestimmte Richtung fortsetzen.

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