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Dänu Wisler wird als Jeremias Gotthelf des 21. Jahrhunderts bezeichnet

Der Musiker, Songpoet, Schriftsteller und Querwanderer Dänu Wisler präsentierte sein drittes Buch «Die Weiberbüchse» im « Haus der Freiheit» im Wintersberg bei Ebnat-Kappel.
Rudolf Steiner
Dänu Wisler mit Geigerin Maya Stieger in der «Sonne». (Bild: Rudolf Steiner)

Dänu Wisler mit Geigerin Maya Stieger in der «Sonne». (Bild: Rudolf Steiner)

Wer den Namen Dänu Wisler hört oder liest, weiss, woran er ist: bodenständige, ehrliche, kraft- und humorvolle Unterhaltung und lustvolle Melodien, die aus dem Herzen des gebürtigen Emmentalers kommen. So war es auch am Donnerstagabend im «Haus der Freiheit» auf dem gar nicht mehr winterlichen Wintersberg ob Ebnat-Kappel.

Gastgeber Toni Brunner mit Partnerin Esther Friedli haben zusammen mit dem Werd & Weber Verlag, Thun zur Vernissage des dritten Buchs «Die Weiberbüchse» von Wisler eingeladen. Und nicht verwunderlich, wenn Polit-Frührentner Brunner in sein Gasthaus einlädt, strömt viel Volk in den Landgasthof auf dem Wintersberg. Diesmal sogar eine Hardcore-Fangruppe aus dem Emmental, die sich das Ereignis nicht entgehen lassen wollte. Obwohl in zwei Wochen im Restaurant Krummmholzbad in Heimisbach die Buchpräsentation wiederholt wird.

Emmentaler und Toggenburger sind wie Linden

Und was macht denn ein Emmentaler im Toggenburg in der Ostschweizer Diaspora? Der Grund liege in der Ähnlichkeit der Menschen im Emmental mit den Toggenburgern, wie Dänu Wisler im Gespräch mit Franz A. Zölch vom Werd & Weber Verlag verriet.

Nach jahrelangen Wanderjahren ist der 54-jährige gelernte Mechaniker via Spanien und Walzenhausen bewusst im unteren Neckertal gelandet, wo er heute in Oberhelfenschwil wohnt, arbeitet und sich wohlfühlt. «Die Emmentaler kommen mir vor wie die Lindenbäume auf den Hügeln, stark verwurzelt und mit einem freien Blick ins weite Land, und genau das haben sie mit den Toggenburgern gemeinsam und deshalb fühle ich mich in diesem urchigen, ländlichen Kulturkreis zu Hause», macht der passionierte Wanderer und Bergsteiger eine charmante Liebeserklärung an die Menschen in seiner neuen Wahlheimat.

Zölch wagt im Verlaufe des unterhaltsamen Gesprächs einen Vergleich mit dem legendären Dorfpfarrer und Volksschriftsteller Albert Bitzius, besser bekannt als Jeremias Gotthelf. Wisler, in Eggisberg, zwei Bauern- und Wohnhäuser, vier Ställe, bei Dürrenroth, ganz in der Nähe von Gotthelfs Wirkungsort Lützelfluh aufgewachsen, will von einem Vergleich mit dem neben dem Käse wohl berühmtesten Emmentaler allerdings nichts wissen. «Mein Ururgrossvater war zwar mit Gotthelf befreundet, aber der gewagte Vergleich macht mich trotzdem schon ein paar Fünkchen stolz.»

Danach gibt Dänu Wisler auf der Gitarre zusammen mit zweien seiner drei Söhne – Glenn am Schlagzeug und Lou am Bass – sowie der einheimischen Geigerin Maya Stieger noch einige Kostproben seiner Songtexte «On The Road», «Shady Grove», «Ämmital» und «Wen ig heichume». Später lies der SVP-Nationalratskandidat Dänu Wisler aus seinem neuesten Roman «Die Weiberbüchse» einige Sequenzen und Episoden und demonstriert das Geschehen mit einem antiken Schrauber Vorderladergewehr aus Familienbesitz.

Im Buch geht es um den Hauptprotagonisten Max Pfäffli, einen Pfarrer im emmentalischen Dürrenroth, wo mehr geschossen als gebetet wird, und der Gebrauch von Schusswaffen und Wildern im Dunstkreis von Rechtsextremismus an der Tagesordnung sind. Gemeinsam mit einem pfiffigen Journalisten geht er auf Spurensuche und will die Szene aufdecken, erlebt dabei das Emmental mit all seinen Geistern und Charakterköpfen, begegnet aber auch der Frau seiner Träume.

Als ihm der Jugendfreund seines Grossvaters dessen Wildererflinte schenkt, ist Pazifist Pfäffli geschockt, kommt dadurch aber einem lange gehüteten Geheimnis auf die Spur und gerät wegen Wilderei selbst in dringenden Verdacht. Er wird selber zum Gejagten. Eine bedenkenswerte und hintergründige Story, spannend und witzig erzählt.

Hinweis

Die Weiberbüchse; Weber-­Verlag AG Thun 7 Gwatt, ISBN 978-3-03818-212-2, mit Zeichnungen von Wisler, 25 Franken.

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