Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Serie

Advents-Serie – Folge 10: «Als Bub war ich vom Weihnachtsesel begeistert»

Verschiedene Traditionen prägen die Advents- und Weihnachtszeit. Doch nicht in jedem Land und in jeder Familie wird auf die gleiche Weise gefeiert. Im Rahmen dieser Serie erzählen Menschen aus aller Welt ihre persönliche Weihnachtsgeschichte.
Anina Rütsche
Andreas Barth hat die Krippe aufbewahrt, die ihm schon als Kind so gut gefiel. Seine Frau Tanja Barth erfreut sich jedes Jahr an der Weihnachtspyramide. (Bild: Anina Rütsche)

Andreas Barth hat die Krippe aufbewahrt, die ihm schon als Kind so gut gefiel. Seine Frau Tanja Barth erfreut sich jedes Jahr an der Weihnachtspyramide. (Bild: Anina Rütsche)

Er: Meine Frau Tanja und ich sind beide in Deutschland aufgewachsen, allerdings in unterschiedlichen Regionen, mit unterschiedlichen Konfessionen und familiären Vorgeschichten.

Sie: Die Art und Weise, wie wir heutzutage Weihnachten feiern, ist eine Mischung aus allem, was wir von früher her kennen und nun unserem Sohn mit auf den Weg geben möchten. Wir geniessen die gemeinsame Zeit, essen etwas Gutes und überraschen einander mit kleinen Geschenken.

Er: Bei uns laufen diese festlichen Tage ohnehin aussergewöhnlich ab, da ich als Diakon in der Seelsorgeeinheit Neutoggenburg an Heiligabend in mehreren Dörfern im Einsatz bin. Für uns selbst bleiben dazwischen kurze Momente der Ruhe. Innerhalb der Familie feiern wir frühestens am 25. Dezember, manchmal noch später.

Sie: Wenn ich an Weihnachtsfeste in meiner Kindheit zurückdenke, fällt mir neben der festlichen Atmosphäre und der Bescherung auch das besondere Essen ein. Ich bin in der Nähe von Nürnberg in einem evangelisch-lutherischen Mehrgenerationenhaushalt aufgewachsen. Bei uns war es Brauch, dass die Oma an Heiligabend das Abendessen zubereitete, und zwar kochte sie jedes Jahr ein Gericht namens «Fischpfeffertunke». Lustigerweise enzthält dieses keinen Fisch. «Fischpfeffertunke» ist geräucherte Wurst an Lebkuchensauce mit Salzkartoffeln. Es handelt sich hierbei um ein mündlich überliefertes schlesisches Rezept. Unser Opa stammte nämlich aus Schlesien.

Er: «Fischpfeffertunke» habe ich erst als Erwachsener kennen und schätzen gelernt. Bei uns zu Hause in Bietingen, in einem römisch-katholischen Haushalt nahe der Schweizer Grenze, gab es ein anderes traditionelles Weihnachtsmenu – Rollschinken und Kartoffelsalat.

Zu den Personen

Sowohl Tanja als auch Andreas Barth stammen aus Deutschland. Andreas Barth ist in Bietingen aufgewachsen, wenige hundert Meter von der Grenze zur Schweiz entfernt. Heute ist er als Diakon in der Seelsorgeeinheit Neutoggenburg tätig. Tanja Barth hat ihre Jugendjahre in Gräfensteinberg bei Nürnberg verbracht. Das Paar hat einen Sohn und lebt mittlerweile in Lichtensteig. Einen grossen Teil ihrer freien Zeit verbringen die Barths mit ihrem Hund und ihren beiden Pferden. (aru)

Sie: Doch nicht nur aufgrund des Essens haben Andreas und ich in unserer Jugend unsere je eigenen Weihnachtstraditionen erlebt. Unterschiede gab es auch beim Tagesablauf. Bei uns war es üblich, dass der Christbaum gemeinsam aufgestellt und geschmückt wurde. Da halfen die Grosseltern, die Eltern und wir Kinder mit. Danach, am späten Nachmittag, ist die ganze Familie zum Gottesdienst gegangen.

Er: Das war bei uns anders. Ich schätzte vor allem den geheimnisvollen Charakter des Weihnachtsfests. Die Tür zum Wohnzimmer war jeweils abgeschlossen, während das Christkind seine Vorbereitungen traf. Wenn später die Verwandten zu Besuch kamen und wir endlich den schönen Baum und die Krippenfiguren sehen durften, hat mich das immer tief bewegt. Zur Kirche gingen wir auch, aber erst später, zur Mitternachtsmesse.

Sie: Mit dem Weihnachten meiner Kindheit verbindet mich nach wie vor die Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge, die ich jedes Jahr gerne aufstelle. Sie funktioniert wie ein kleines Karussell und kann mittels Kerzen angetrieben werden – wunderschön.

Er: Und ich besitze nach wie vor die Krippe, die früher bei uns in der Stube stand. Mit ihr ist neben der besinnlichen auch eine amüsante Erinnerung verbunden: Als ich ein kleiner Bub war, habe ich der Eselsfigur vor Begeisterung den Kopf abgebissen. Zum Glück konnte mein Vater die Teile wieder zusammenflicken.

Alle Folgen der Advents-Serie finden Sie hier

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.