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Seit 25 Jahren finden Menschen mit Beeinträchtigungen hier Arbeit

Der «Rosengarten» bietet Raum zum Arbeiten. Menschen mit Beeinträchtigungen können am Arbeitsprozess beteiligt sein und es wird auf ihre Bedürfnisse eingegangen.
Kathrin Burri
Im Jubiläumsjahr hat sich die Perkussionsgruppe unter der Leitung von Ferdi Rauber gebildet. Selbstverständlich spielte sie am Fest zur Unterhaltung auf. (Bild: Kathrin Burri)

Im Jubiläumsjahr hat sich die Perkussionsgruppe unter der Leitung von Ferdi Rauber gebildet. Selbstverständlich spielte sie am Fest zur Unterhaltung auf. (Bild: Kathrin Burri)

Ein Sommerfest in der Werkstatt im Rosengarten kann nur eines heissen. Viele helfende Hände der «Rosengartenfamilie» sind daran beteiligt. Musik, beispielsweise von der Brandhölzler Striichmusig erklingt, Grilladen und Salate können erstanden werden und Kaffee und Kuchen sind gerichtet. Ausgestelltes gibt es zu kaufen. Werke aus den Veranstaltungen zum Fest des 25-jährigen Bestehens werden präsentiert, und ein Konzert der Perkussionsgruppe unter der Leitung von Ferdi Rauber begeistert das Publikum. Später werden sogar Kühe versteigert. Diese sind natürlich aus Holz und extra zum 25-Jahr-Jubiläum entwickelt worden.

Dass die Werkstatt im Rosengarten im Toggenburg seit 25 Jahren den Menschen mit Beeinträchtigungen geschützte Arbeitsplätze anbieten kann, ist eng mit der Ursprungsgeschichte Chupferhammer verbunden. Am 13. Januar 1990 beschliessen Heinz Büchel – der mit Irene Büchel zusammen die Heilpädagogische Grossfamilie im Steinegässli in Ebnat-Kappel leitet – Josef Hartmann und Jürg Nef eine Werkstatt für Menschen mit geistigen, körperlichen und psychischen Behinderungen zu gründen. Im Juni stossen Josef Fröhli und Margrith Koch dazu. Die Werkstatt öffnete am 1. Mai 1993.

Ideale Arbeitsbedingungen schaffen Möglichkeiten

Die damalige Vision war zukunftsweisend für das heute, fast überall gängige Denken, dass Menschen mit Beeinträchtigungen ein vollwertiger Teil der Gesellschaft sind, ihren Anteil beitragen wollen und können. Dazu kommt der grundlegende Gedanke, dass sie sich gelingender für alle in den Arbeitsprozess einbringen können, wenn die Arbeitsbedingungen so beschaffen sind, dass individuelle Möglichkeiten und Tagesverfassungen begleitet und aufgefangen werden können. Heute gehören die Begriffe Integration oder konsequenter, Inklusion, ins Grundvokabular eines jeden.

Politische Entscheidungen beeinflussen die finanziellen Strukturen, unter welcher die Werkstatt sich behaupten muss. Nach der Umsetzung der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung (NFA) von 2008 bis 2010 gelten die mit dem Kanton abgeschlossenen Leistungsverträge. Kantonale Sparmassnahmen beeinflussen die Beitragshöhe. Seit 2010 muss pro begleitete Person der individuelle Betreuungsbedarf (IBB) erhoben werden.

Ab 2017 ist die Einstufung des IBB im Werkstattbereich kostenrelevant. Zur Zeit weist der Rosengarten 41 Arbeitsplätze auf, zehn Plätze gelten als nicht «produktionsrelevant». «Im Rosengarten war es seit jeher wichtig die Mitarbeitenden in die laufenden Prozesse miteinzubeziehen. So ist beim Konzept in leichter Sprache die Rückmeldung der Mitarbeitenden in den Entwurf vollumfänglich mit eingeflossen», sagt Rosmarie Altenburger. Sie ist im August 1993 zum Rosengarten-Team dazugekommen, und war in der Aufbauphase des Vereins Chupferhammer und des Rosengartens mitbeteiligt.

Im Spannungsfeld der freien Marktwirtschaft

Für das Sommerfest hat Rosmarie Altenburger, Leiterin der Werkstatt, eine Diaserie der letzten zehn Jahre zusammengestellt. Vieles hat sich verändert, mindestens 250 Gesichter und ihre Geschichten prägten bisher den Alltag in der Werkstatt. Neue Betriebszweige wie die «Wald Wege Gartenabteilung» wurden geschaffen und ein abteilungsübergreifendes Wirken ermöglicht grosses Entwicklungsangebot. Die Arbeitssicherheit im Rosengarten wurde ständig verbessert.

In Zeiten von Wirtschaftseinbrüchen bleibt die Werkstatt gefordert, den rund 65 Mitarbeitenden ein sinnstiftendes Arbeitsangebot zu ermöglichen. «Als Werkstatt sind wir bezüglich Finanzierung im Spannungsfeld der freien Marktwirtschaft», erläutert Rosmarie Altenburger. «Unser wichtigster Wert bleibt aber im Werkstattalltag das Zusammenwirken der Menschen und die gegenseitige Akzeptanz.» Dies hat sich in den 25 Jahren als Grundmotiv erhalten.

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