Ärzte stellen sich gegen die Strategie der Regierung

Der Toggenburger Ärzteverein glaubt nicht, dass die Zentralisierung der Spitallandschaft zu einer Verbesserung der medizinischen Versorgung und zur Senkung der Kosten führt.

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Wie kann das St.Galler Spitalwesen gerettet werden? (Bild: Ruben Schönenberger)

Wie kann das St.Galler Spitalwesen gerettet werden? (Bild: Ruben Schönenberger)

(pd/rus) Bei der der Hauptversammlung des Toggenburger Ärztevereins im Café Huber in Lichtensteig am Donnerstag skizzierte der als Gast geladene Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner der in grosser Anzahl anwesenden Toggenburger Ärzteschaft prägnant die Strategie der St.Galler Spitalverbunde.

Er zeigte dabei viele Ungereimtheiten und Widersprüche auf, die eine Schliessung des Spital Wattwils in keinster Art und Weise rechtfertigen.

Weitere Schliessungen sind geplant

Zudem formuliere die Strategie unmissverständlich, dass im Kanton St.Gallen mittelfristig eigentlich nur maximal zwei Spitäler notwendig seien, eines davon das Kantonsspital St.Gallen. Das bedeutet, dass bei der Regierung weitere Spitalschliessungen auf dem Plan stehen.

In einer angeregten Diskussion zeigte sich sehr rasch eine Einigkeit unter den Mediziner. Eine Zentralisierung der Spitallandschaft wird sicher nicht zu einer Verbesserung der medizinischen Versorgung führen und keine Kosten senken.

Offener Konkurrenzkampf zwischen Spital und Arzt

Noch offensichtlicher ist die Empörung bezüglich der Absicht einer Erweiterung der ambulanten Leistungen der Spitäler in den sogenannten Gesundheitszentren. Dadurch werden Kompetenzen, die bisher von den Grundversorgern und Spezialisten in der Praxis abgedeckt werden, an die Spitaler delegiert, womit ein offener Konkurrenzkampf zugunsten der Spitäler entbrennt.

In einem gemeinsamen Beschluss wird festgehalten, dass der Toggenburger Ärzteverein sich klar gegen die Spitalstrategie der Regierung stellt und ein Vernehmlassungspapier einreichen wird.