Serie

Adventsserie: «Damit diese Tradition in Lichtensteig nicht verloren geht»

An vielen Orten schmücken Adventsfenster das Ortsbild. Die Redaktion des «Toggenburger Tagblatts» besucht die kreativen Geister, die hinter diesen Fenstern stehen und bereits seit Jahren ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

Notiert von Urs M. Hemm
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Dieses Jahr schmückt das Fenster von Rolf Schlauri ein handgefertigtes Motiv mit Maria und dem Jesuskind.

Dieses Jahr schmückt das Fenster von Rolf Schlauri ein handgefertigtes Motiv mit Maria und dem Jesuskind.

Bild: Urs M. Hemm

Ich mache seit Jahren bei den Adventsfenstern mit, damit diese schöne Tradition nicht verloren geht. Früher machten alle Lichtensteiger Quartiere mit. Da gab es beispielsweise auch dekorierte Fenster in der Stadtau oder im Loretoquartier, heute hingegen macht fast niemand mehr mit. Wenn dann immer mehr absagen, ist der Brauch schliesslich bald verschwunden. Die Adventsfenster am Leben zu erhalten, motiviert mich jedes Jahr, wieder eines zu dekorieren. Schuld daran, dass immer weniger mitmachen, ist aber weniger die Arbeit an den Fenstern. Das Problem ist, dass sich die Leute beim Öffnen des Fensters mit ihrem Angebot für die Besucher übertrumpfen wollten. Eigentlich reicht ein Becher Glühwein für ein gemütliches Beisammensein. Es muss auch nicht drei Stunden dauern. Eine halbe Stunde oder höchstens eine Stunde genügt völlig. Eine andere Lösung, um die Leute vielleicht eher zum Mitmachen bewegen zu können, wäre, dass sich die Quartiere jeweils abwechseln. So müsste man nicht jedes Jahr ein Fenster dekorieren. Ich weiss nicht, ob es wirklich helfen würde, einen Versuch wäre es aber sicherlich wert.

Rolf Schlauri, Lichtensetig.

Rolf Schlauri, Lichtensetig.

Bild: Urs M. Hemm

Gedanken um das Sujet mache ich mir erst Anfang Adventszeit. Die Ideen habe ich meisten dann, wenn ich mit meinem Hund draussen bin. Die Inspiration kommt dann aus Dingen, die ich sehe oder höre. In diesem Jahr jedoch wurde es mir leicht gemacht. Ich habe das Fenster von einer Kollegin aus Krummenau geerbt, die für ihr Adventsfenster im letzten Jahr anfertigte. Normalerweise mache ich immer etwas aus der Backstube. In diesem Jahr schmücke ich mich aber mal ausnahmsweise mit fremden Federn. Vom Motiv her habe ich immer religiöse Szenen – sei es etwas mit Krippenfiguren, mit einem Christbaum oder dem Christkind.

Beim Öffnen der anderen Lichtensteiger Fenster kann ich leider nicht dabei sein. Denn in der Regel findet das zwischen 18 und 19 Uhr statt und ich habe meinen Laden bis 18.30 Uhr geöffnet. Ich sehe sie mir aber immer an, wenn ich abends noch mit meinem Hund eine Runde mache.

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