Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Serie

Advents-Serie Folge 7: «Wir feiern Weihnachten erst am 7. Januar»

Verschiedene Traditionen prägen die Advents- und Weihnachtszeit. Doch nicht in jedem Land und in jeder Familie wird auf die gleiche Weise gefeiert. Im Rahmen dieser Serie erzählen Menschen aus aller Welt ihre persönliche Weihnachtsgeschichte. In dieser Folge ist es Medrek Hagos aus Eritrea.
Aufgezeichnet von Beat Lanzendorfer
Medrek Hagos (unten rechts) besucht mit ihren Freundinnen jeden Dienstag den Solidarity Treff in Bazenheid. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Medrek Hagos (unten rechts) besucht mit ihren Freundinnen jeden Dienstag den Solidarity Treff in Bazenheid. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ich heisse Medrek Hagos und bin in Eritrea geboren, lebe aber mit meiner Familie seit zweieinhalb Jahren in der Schweiz. Ich gehöre der eritreisch-orthodoxen Kirche an, die im Land rund zwei Millionen Mitglieder hat. Nebst dieser Glaubensrichtung gibt es in Eritrea mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern auch Moslems und Katholiken.

Anderes Datum wegen julianischem Kalender

Einer der Unterschiede zum katholischen Glauben ist das Datum, an dem wir Weihnachten feiern. Im Gegensatz zu den katholischen und evangelischen Christen, welche den gregorianischen Kalender benutzen, gilt für die orthodoxen Christen in Eritrea der julianische Kalender. In diesem wird Christi Geburt 13 Tage später gefeiert, also am 7. Januar.

Ansonsten unterscheidet sich das Fest nicht gross von jenem, wie es die meisten Christen auf der Welt begehen. Geschenke werden ebenfalls verteilt – meistens sind es Kleider oder Schuhe. In der Stadt besorgen sich die Menschen häufig, wie auch hier, einen Baum und schmücken diesen zu Hause. Die Strassen sind von der Weihnachtsbeleuchtung genauso hell erleuchtet. Auf dem Land ist dieser Brauch allerdings weniger verbreitet.

An Weihnachten wird endlich Fleisch aufgetischt

Weil viele Menschen in Eritrea sehr arm sind, können sie sich während des Jahres wenig Fleisch leisten. Das ist an Weihnachten anders. An diesen Festtagen gehört auch Fleisch dazu. Zu diesem wird gerne ein Linsengericht gegessen, das mit einer roten Sauce zubereitet wird. Zwiebeln, Tomaten, scharfer Chili und Kartoffeln dürfen dabei nicht fehlen. Weitere Beilagen können Pasta oder Reis sein. Die Gerichte werden mit Injera serviert, einem schwammigen Pfannkuchen von grauer Farbe, hergestellt aus Teff, einer lokalen Getreidesorte.

Viele Speisen werden von den Einheimischen von Hand gegessen. Man nimmt mit der rechten Hand ein Stück Injera und benutzt es als Löffel. Selbstverständlich kennen wir auch Messer, Löffel und Gabeln.

Kirche hat einen hohen Stellenwert

Weil die Kirche in Eritrea einen grossen Stellenwert hat, finden über Weihnachten viele Gottesdienste statt, die häufig bis zu fünf Stunden dauern. Wir bringen dem Diakon Kerzen und Weihrauch. In der hell erleuchteten Kirche beten und singen wir und werden dabei von Trommeln, Flöten, Zimbeln und einer fünfsaitigen Harfe begleitet. Vorher und nachher trifft sich die ganze Familie. Später kommen auch Freunde, Nachbarn oder Kollegen, egal ob Christen oder Muslime.

Nach dem gemeinsamen Essen geniessen wir unsere Kaffeezeremonie. Viele Menschen – Männer, Frauen und Kinder – tragen an diesen Festtagen weisse Kleider mit einem Kreuz um den Hals. Ich freue mich auf Weihnachten.

Eritrea

Eritrea ist ein Land im Nordosten von Afrika an der Küste des Roten Meeres. Es grenzt an Äthiopien, den Sudan und Dschibuti. Die Hauptstadt Asmara, in der etwa 800000 Menschen leben, ist für ihre italienischen Kolonialbauten bekannt. Die italienische, ägyptische und türkische Architektur spiegelt die bewegte Geschichte des Landes wider. Eritrea hat rund fünf Millionen Einwohner. (bl)

Hier finden Sie alle Teile der Advents-Serie

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.