«Adams Äpfel» sind in drei Wochen reif – die Proben für die neue Eigenproduktion im Zeltainer in Unterwasser laufen auf Hochtouren

Die dritte Eigenproduktion des Zeltainers in Unterwasser ist eine groteske Komödie, die nur wenige kennen. Regisseur Daniel Koller kann dabei auf ein eingespieltes Team zählen und seine Erfahrung nutzen.

Rudolf Steiner
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Regisseur Daniel Koller mit den Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Crew und Bühnenmitarbeitern Jakob Wickli, Rolf Studerus, Vroni Gubler (hintere Reihe), Barbara Eberle, Rita Gabathuler, Bruno Pfyl (mittlere Reihe) sowie Hilda Mathis, Marlène Hégelé, Cilgia Kobelt, 
Regi Diener und Fabian Rhyner (vordere Reihe, jeweils von links). (Bild: Rudolf Steiner)

Regisseur Daniel Koller mit den Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Crew und Bühnenmitarbeitern Jakob Wickli, Rolf Studerus, Vroni Gubler (hintere Reihe), Barbara Eberle, Rita Gabathuler, Bruno Pfyl (mittlere Reihe) sowie Hilda Mathis, Marlène Hégelé, Cilgia Kobelt, 
Regi Diener und Fabian Rhyner (vordere Reihe, jeweils von links). (Bild: Rudolf Steiner)

Währenddem die meisten Menschen momentan das süsse Nichtstun in der Badi, in der freien Natur oder auf Reisen in fremde Länder geniessen, ist eine Gruppe Theaterfreaks im Kleintheater Zeltainer in Unterwasser intensiv damit beschäftigt, mehrmals wöchentlich bis in die späten Abendstunden für die sechs auf Anfang August geplanten Aufführungen der Komödie «Adams Äpfel» zu proben.

Zusammen mit Martin Sailer, Kulturveranstalter Zeltainer, ist Schauspieler und Theaterpädagoge Daniel Koller Initiant der dritten Eigenproduktion des Zeltainers. Der 41-jährige Toggenburger Theaterschaffende ist in Unterwasser kein Unbekannter. Er ist hier aufgewachsen und hat als Regisseur mit Laienschauspielern bereits 2015 die Stücke «Schweizermacher» und 2017 «Der Besuch der alten Dame» im Zeltainer erfolgreich auf die Bühne gebracht.

Regisseur Daniel Koller produziert die dritte Eigenproduktion des Zeltainers. (Bild: Rudolf Steiner)

Regisseur Daniel Koller produziert die dritte Eigenproduktion des Zeltainers. (Bild: Rudolf Steiner)

Nun wagt sich Koller dieses Jahr mit seinem Ensemble an die rabenschwarze Komödie und Filmadaption «Adams Äpfel» des dänischen Filmregisseurs Anders Thomas Jensen. «Ich habe den Film 2005 im Kino Riffraff in Zürich gesehen, war hell begeistert und wusste schon damals, dass ich diese Komödie unbedingt auf die Bühne bringen wollte», erklärt Daniel Koller.

«Das Stück ist keines, das jeder kennt, und es gehört auch nicht gerade zur klassischen Mainstream-Komödie. Gerade darum ist es hier im Toggenburg auf einer Kleintheaterbühne sicherlich eine besondere Herausforderung für alle: sowohl für das Publikum, die Schauspieler als auch für mich.»

Eine rabenschwarze, 
groteske Komödie

Für diese Herausforderung kann er sich auf ein vertrautes, eingespieltes Team von Laienschauspielern und -schauspielerinnen verlassen, mit denen er schon in seinen früheren Produktionen zusammengearbeitet hat, oder die zumindest langjährige Erfahrungen in anderen Theaterproduktionen wie «Ueli Bräker» von der Bühne Thurtal oder bei den Silberfüchsen gesammelt haben.

In Jensens Geschichte von «Adams Äpfel» geht es um die herzensgute Pfarrerin Ivana, die sich um verlorene Seelen kümmert und versucht, Straftäter zu resozialisieren, zumindest so lange, bis Skinhead Adam auftaucht. Adam versucht, diese Idylle zu zerstören, weil er sich durch den grossen Optimismus und die grenzenlose Vergebungsbereitschaft Ivanas herausgefordert fühlt und alles daran setzt, den unerschütterlichen Glauben der Pfarrerin zu brechen.

Durch Nachforschungen findet er heraus, dass auch Ivanas Leben selbst hochproblematisch ist. Sie leugnet aber diese Schicksalsschläge, die sie als Versuchungen des Teufels ansieht, denen sie mit Gottes Hilfe standhalten muss. Bei einer Konfrontation mit Adams Freunden, einer Gruppe Skinheads, trifft Ivana aus Versehen eine Kugel in den Kopf. Doch es kommt, wie so oft im Stück, alles anders, als man denkt.

Ein Mix aus Tragik 
und Komik

Koller sagt dazu: «Mich reizen böse, verschrobene Figuren. Zudem Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, aber unbeirrt für ihre Ideale kämpfen und nach jedem Rückschlag wieder aufstehen und von vorne beginnen. Das Leben ist ja nicht anders: Tragik und Komik wechseln sich auch da ab.

Und das Stück bricht immer wieder Tabus, die man im Alltag oft umgeht, anstatt sie direkt anzusprechen. Ich denke, jeder erkennt sich in diesem Stück selber. Und auch wenn man sich von einzelnen Figuren distanziert, spürt sicher jeder die menschlichen Nöte und Gefühle, die in seinem Innern schlummern. Trotz allem darf man aber nicht vergessen, dass ‹Adams Äpfel› äusserst witzig und unterhaltsam ist.»

Finanziert wird diese Eigenproduktion durch den Kulturveranstalter Zeltainer von Martin Sailer. Alle Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Helferinnen und Helfer arbeiten wie bei den ersten zwei Eigenproduktionen unentgeltlich.

Hinweis

Die Premiere von «Adams Äpfel» findet am Donnerstag, 
8. August, um 20 Uhr, statt. Vorstellungen sind am 9., 11., 15., 16. und 17. August jeweils um 20 Uhr, am Sonntag 11. August, um 18.30 Uhr. Reservation über Telefon 071 999 99 09 oder 079 337 66 61 oder auf der Website www.zeltainer.ch.