Abschussplan noch nicht erfüllt: Hirschjagd dauert bis Ende Jahr

Im Obertoggenburg ist noch nicht so viel Rotwild erlegt worden, wie der Abschussplan vorgibt. Darum müssen die Jäger noch weiter auf Pirsch.

Sabine Camedda
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Die Jagd auf Hirsche ist in allen Revieren der Rotwild-Hegegemeinschaft 1 bis Ende Jahr verlängert worden.

Die Jagd auf Hirsche ist in allen Revieren der Rotwild-Hegegemeinschaft 1 bis Ende Jahr verlängert worden.

Bild: Stefan Borkert

Das Glück war den Waidmännern in den Obertoggenburger Revieren bislang nur teilweise hold. Dies belegen die aktuellen Zahlen der Rotwild-Hegegemeinschaft 1 (RHG1). Demnach müssen in allen Revieren der RHG1 total 476 Stück Rotwild erlegt werden.

Bis Mitte Dezember haben die Jäger 71 Prozent dieses Solls geschafft. Deshalb hat das Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) des Kantons St.Gallen entschieden, die Jagd in allen Revieren der RHG1 bis zum 31. Dezember zu verlängern.

Keine Nachjagd im unteren Teil des Toggenburgs

Der Kanton St. Gallen teilt Jagdreviere, in denen regelmässig Rotwild vorkommt und bejagt wird, in Rotwild-Hegegemeinschaften (RHG) ein. Die Jagdreviere im unteren Teil des Thurtals und im Neckertal gehören, wie die Reviere im See und Gaster, der RHG 3 an.

Wie deren Obmann, der Kirchberger René Wunderli, sagte, wurde die Abschussquote für Hirsche im 2019 erfüllt. «Die geforderte Abschussvorgabe von 108 Stück Rotwild konnte in der regulären Jagdzeit vom 15. August bis 15. Dezember leicht übertroffen und erfolgreich mit den resultierenden 111 Stück unfallfrei abgeschlossen werden», sagt René Wunderli.

In den Toggenburger Revieren wurden 28 Tiere gejagt, im Neckertal erlegten die Jäger 14 Tiere. Die Mehrheit, 69 Stück Rotwild, wurde im Gebiet See und Gaster gejagt. In der Statistik nicht aufgeführt wird das Fallwild. (sas)

Elf Reviere im Gebiet des RHG1 liegen im Obertoggenburg zwischen Wildhaus und Krummenau. In diesen haben die Toggenburger Jäger bis Mitte Dezember 25 männliche Tiere erlegt. Beim Kahlwild – darunter sind weibliche Tiere und Jungtiere zusammen gefasst – fehlen noch 31 Tiere bis zum Soll von 92 Tieren, das vom ANJF vorgegeben wird. Zehn Stück Rotwild wurden allein in den ersten Wochen im Dezember erlegt.

Gesamthaft haben die Obertoggenburger Jäger beim Rotwild somit rund 72 Prozent des Solls erreicht. Ein bisschen höher, nämlich bei 81 Prozent, liegt die Abschussquote in den Revieren im Werdenberg und im Rheintal. In der Region Seeztal Nord bewegen sich die aktuellen Abschusszahlen ebenfalls im Bereich des Schnitts der Vorjahre.

Intakte Chancen, sich dem Soll zu nähern

Jagdverlängerungen werden im Kanton St.Gallen immer wieder durchgeführt. Im vergangenen Jahr beispielsweise kamen in der zweiten Dezemberhälfte die Abschüsse von insgesamt zehn Tieren in den Obertoggenburger Jagdrevieren hinzu. Obwohl sich die Jagd dieses Jahr, insbesondere auf Kahlwild, im Obertoggenburg schwierig gestaltet, sind die Jäger bemüht, ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, ist Nic Wohlwend überzeugt. Schneefälle treiben die Tiere, die sich im Sommer und im Herbst in höher gelegenen Regionen aufhalten, in tiefere Lagen, wo sie von den Jägern besser bejagt werden können.

Ziel ist es, die Rotwildjagd über einen kurzen, dafür intensiven und streckenreichen Zeitraum durchzuführen, wie Nic Wohlwend, Obmann der RHG1 erklärt. Die nun verfügte Verlängerung der Jagdzeit sei nicht die primäre Strategie der Jäger. «Wegen des diesjährigen hohen Abschlusssolls wäre es aber verkehrt, den Dezember als produktivste Zeit im Jahr ungenutzt zu lassen und damit fehlende Abschüsse auf das nächste Jahr zu übertragen», sagt Nic Wohlwend.

Mehrere Drückjagden in der Region

Wie er weiter ausführt, ist das Ziel ein dem Lebensraum angepasster, gesunder Rotwildbestand. «Dafür müssen zwar Tiere erlegt werden, aber nur nach waidmännischen Grundsätzen, sprich, auf faire Weise. Bejagt werden die Hirsche deshalb – und auch aus Sicherheitsgründen – weder beim Überqueren von Strassen, noch bei hoher Schneelage, noch nachts. Bejagt wird das Rotwild tagsüber oder in der Dämmerung, in den Wäldern und in Hanglagen.»

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