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Abschiedstournee: «Heinz de Specht» ehren das Obertoggenburg im «Zeltainer» in Unterwasser

Auf ihrer «Tribute»-Abschiedstournee im Kleintheater Zeltainer widmete die Band Heinz de Specht den Song «Oh Unterwasser» dem Publikum und der Ortschaft.
Rudolf Steiner
Heinz de Specht trat zweimal zum letzten Mal im «Zeltainer» auf. (Bild: Rudolf Steiner)

Heinz de Specht trat zweimal zum letzten Mal im «Zeltainer» auf. (Bild: Rudolf Steiner)

Nach 15 Jahren, neun CDs und mehr als 700 Auftritten haben sie fertig geklopft, die drei multiinstrumentalen Spechte Roman Riklin (Keyboard, Gitarre, Cello, Akkordeon), Daniel Schaub (Gitarre, E-Bass, Banjo) und Christian Weiss (Gitarre, Blues Harp). Und zwar nicht, weil sie ein Burn-out – wie in einem Song ihr Klavier – haben, sondern, weil sie der Meinung sind, dass man rechtzeitig aufhören soll.

Spass gemacht hat es den drei Spechten bei ihren zwei Auftritten am Donnerstag und Freitagabend im «Zeltainer». Spass gemacht hat es dem Publikum, nachdem es sich mit Wolldecken gegen die Kälte geschützt hatte. Denn schon beim fünften Song «Oh Unterwasser», einer Liebeserklärung an die sympathischen, urchigen und bodenständigen Obertoggenburger Bewohnerinnen und Bewohner, sangen alle stehend mit, als die Spechte mit klopfendem Herz gestanden, dass sie am liebsten von Zürich nach Unterwasser ziehen würden. Schaub und Weiss sind Zürcher, Riklin ist St. Galler.

«Spring nöd uf min Audi»

In ihren sarkastischen Songs herrschte so etwas wie eine Ausverkaufsstimmung. In einer «Alles-muss-weg»-Stimmung sangen sie sich in ihren Songs «Spring nöd uf min Audi», «Wenn Gott no hett wöle», «Friede isch kei Lösig und wert masslos überschätzt – nur Gwalt und Hass isch normal und bringt üs voraa», ihre Sorgen, Nöte, Befindlichkeiten und Stimmungen von der Seele.

Kreuz und quer singen sie sich durch ihr Specht-Repertoire, geben bekannte und neue Songs zum Besten und sinnieren in einer Multivisionsschau über ihre Einschätzung durch Kritiker und Kulturbanausen nach. Eine Lehrerband zwischen Monthy Phyton, Mani Matter und Züri West auf Pointensuche. Gesellschaftskritisch geben sie Ratschläge wie «blib doch dihei i dim schöne Afrika», im Hintergrund ertönen Brandreden von Blocher und Brunner. Sie fabulieren von einem Kreis, der von Ecken und Kanten träumt, in der Spechtschen Optik sozusagen ein Figurenproblem hat.

Weil die «Tribute»-Abschiedstournee bald zu Ende geht – es folgen bis zur Derniere am 2. Juni im Casinotheater in Winterthur noch neun Auftritte in Bischofszell, Olten, Wil, Arbon und Bremgarten – wird seitens der Spechts Bilanz gezogen, Rückschau gehalten und Requisiten verramscht.

Tonmeister und Knebel­verträge zum abgeben

Sie verhökern alles, was nicht mehr gebraucht wird: Manager für Knebelverträge, Tonmeister (muss abgeholt werden), zwei Flaschen aus Zürich zu 1.75 Franken und eine aus St.Gallen gratis dazu. Stoff und Ideen hätten sie noch für viele Songs und mehrere Tourneen.

Aber irgendwann ist unweigerlich Schluss, die Spechte klopfen den Takt zum letzten Song, der Schlusspointe: «I wör no gärn ächli bliibe, aber s’isch letzti Lied, oh Unterwasser, wär doch die ganzi Schwiiz äso», und das Publikum singt begeistert zum zweiten Mal stehend mit.

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