«Ab Montag wird auf der Wiese gebaut» – Nesslauer Ortsbürger können endlich loslegen

An der Ortsbürgerversammlung von Nesslau konnte der Präsident den Baubeginn des Projekts «Wiese» verkünden.

Michael Hug
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Auf dem Bauplatz der Ortsgemeinde für die Überbauung Wiese in Nesslau sind mittlerweile die Bagger aufgefahren.

Auf dem Bauplatz der Ortsgemeinde für die Überbauung Wiese in Nesslau sind mittlerweile die Bagger aufgefahren.

Bild: Sabine Camedda

Die spannendsten Traktanden kommen stets fast am Schluss. Als zweitletztes Geschäft, kurz vor der «Allgemeinen Umfrage». Die wurde aber am Dienstagabend im Büelensaal nicht benutzt. Denn die Informationen, die Ortsbürgerpräsident Köbi Rutz vermittelte, waren umfangreich und neu, taufrisch genug.

Die 93 anwesenden (von 762 möglichen) Ortsbürger, allesamt am Eingang nach Stimmausweis, Auslandsaufenthalten und Gesundheitszustand befragt, nahmen die erfreulichen Infos – die meisten hatten es schon vom Hörensagen und eigenen Beobachtungen gewusst – zu Kenntnis:

«Ab Montag wird auf der Wiese gebaut.»

Rechtsstreit betreffend Stromversorgung

Doch der erlösende Satz kam, wie gesagt, erst fast am Schluss. Vorab mussten die Traktanden abgearbeitet werden. Rutz verlas seinen Verwaltungsbericht. Der Weg Rüti und die Brücke zur Alp Schattenhalb können aufgrund des schlechten Wetters im vergangenen Herbst erst diesen Frühling saniert werden, dafür wird er um einen Drittel mehr kosten als 2019 budgetiert: «Wir sind uns aber bewusst, dass dieses Projekt äusserst dringend ist.»

Rutz berichtete ausserdem von guten Geschäftsgängen bei den Unternehmungen Forstbetrieb Obertoggenburg und Brennholzzentrale sowie einem kleinen Rechtsstreit betreffend Stromversorgung der Alpen Rüti und Stofel. Beim Streit handelte es sich um eine ungerechtfertigte Stromtarifanpassung durch den Stromlieferanten, so Rutz, doch: «Die neue Geschäftsführung der Fuchs AG hatte vom 2010 geschlossenen Vertrag nichts gewusst. Dieses Problem ist nun ohne Folgen für uns beigelegt worden.»

Zahlen entsprechen grösstenteils jenen der Vorjahre

Die Jahresrechnung wurde bündig abgehandelt. Mit Ausnahme der Abschreibung bei den beiden Liegenschaften Wiese, die insgesamt 870'000 Franken betrugen, entsprechen die Zahlen der Rechnung der letzten Jahre. Die Abschreibung (auf Null) war durch den Abbruch der Liegenschaften erfolgt, so Rutz, «daraus resultiert ein einmaliger Verlust von 830'000 Franken in der Rechnung 2019». Doch sei es gerade diese Liegenschaft, die auch erfreuliche Neuigkeiten zeitigte. Rutz: «Der Rekurs wurde im Vorsommer letzten Jahres bereinigt. Jetzt wird auf der Wiese endlich gebaut.»

Unmittelbar nach dem Rückzug des Rekurses nach einer Begehung mit Behörden und des Kantonsbaumeisters wurden die Liegenschaften abgebrochen und die Architekten machten sich an die Planung, erläuterte der Präsident. «Letzte Woche fuhren die Baumaschinen auf und sicherten das Baugelände mit Rühlwänden, das sind Baugrubensicherungen. Eigentlich sollte der Aushub diese Woche beginnen, aber es war den Unternehmern wohl wieder zu schlechtes Wetter.»

Grösstenteils reserviert und anbezahlt

11 der 16 geplanten Eigentumswohnungen seien reserviert und teilanbezahlt, konnte Rutz den Ortsbürgern mitteilen, «und 9 von 15 Mietwohnungen sind auch vergeben». Im Herbst 2021 müssen die drei neuen Häuser fertig erstellt und bezugsbereit sein, betonte Rutz. «Müssen, das haben wir den Käufern versprochen.»

Solange, beziehungsweise bis zum Ablauf der Amtszeit 2024, wollen auch alle Vorstandsmitglieder dabei sein, konnte Rutz verkünden. Es gibt in diesem Jahr keine Rücktritte aus dem fünfköpfigen Vorstand, demzufolge war auch niemand neu zu wählen. Der gesamte Vorstand und der Präsident wurden einstimmig bestätigt. Rutz abschliessend: «Wir hätten aber überhaupt nichts dagegen, ein sechstes Vorstandsmitglied aufzunehmen, auch eine Frau. Aber eine Gute müsste es sein.»