Ab Montag Verkehrsbehinderungen: So soll Wattwil Ende des Jahrs aussehen

Der Bagger ist da: In den nächsten zehn Monaten erhält das Dorfzentrum ein neues Gesicht - und dannn eine Verkehrsentlastung. Das Wattwiler Baujahr 2021 ist somit lanciert.

Simon Dudle
Merken
Drucken
Teilen
Auch die Poststrasse wird verengt - und somit entschleunigt.

Auch die Poststrasse wird verengt - und somit entschleunigt.

Visualisierung: gk

«Wir haben geplant, studiert, geschwitzt und teilweise auch gebibbert. Und nun haben wir ein für das Dorf grosses Ereignis.» Das sagte Wattwils Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner am Freitagmittag auf dem Bräkerplatz stehend. Neben ihm ein Bagger. Später stieg er in diesen und setzte die erste Schaufel in den nassen Boden.

In den nächsten zehn Monaten werden die Bahnhof- und Poststrasse neu gestaltet. Das Projekt gilt als flankierende Massnahme im Hinblick auf die Eröffnung der zweiten Etappe der Wattwiler Umfahrungsstrasse Richtung Ebnat-Kappel, was im Herbst 2022 geschehen soll. Dass das Dorfzentrum dann deutlich weniger Verkehr haben wird, wurde zum Anlass genommen, ebendieses aufzuwerten.

«Kreuzchenstich» wird erweitert

Doch was sind die konkreten Pläne? Die Fahrbahn wird verengt, womit die Geschwindigkeit deutlich reduziert werden soll. «Sollte die erwünschte Verlangsamung ausbleiben, werden zusätzliche Massnahmen geprüft», lässt die Gemeinde verlauten. Die Längsparkfelder werden neu in Zweierpaketen angeordnet und durch Alleebäume getrennt. Das Konzept wird auch auf die Poststrasse erweitert, wo es bisher keine Längsparkfelder gibt. Das Ein- und Ausparkieren soll einfacher und sicherer werden.

So wird der Postplatz ab November aussehen.

So wird der Postplatz ab November aussehen.

Visualisierung: gk

Beidseitig der Thur werden der Bräkerplatz und neu der Kirchplatz mit Wasserspielen sowie Sitzgelegenheiten für den Aufenthalt im Zentrum eingerichtet. Auf dem Bräkerplatz wird anstelle der Blutbuche, die letzte Woche krankheitshalber gefällt wurde, eine Eiche stehen.

Entlang der Strasse werden Versorgungsinseln eingebaut, welche das Wattwiler Zentrum für Veranstaltungen und Märkte attraktiver machen. Eine Baumallee als markantes Gestaltungselement soll über den ganzen Strassenabschnitt angelegt werden. Das bereits vom Bahnhofplatz bekannte künstlerische Element, der «Kreuzchenstich», wird weiterentwickelt und findet in Form von Mundartaussprüchen einen neuen Anwendungsbereich. Vom Bräkerplatz bis zur Einmündung Grüenaustrasse wird ein heller Asphalt eingebaut, der den Übergang der Postbrücke als Verbindung zwischen dem linken und rechten Thurufer betont. Schliesslich wird der Strassenabschnitt mit einheitlichen Veloständern, Abfallbehältern und Pollern ausgestattet. Die Strassenlampen werden durch neue Beleuchtungsmasten ersetzt. Die Einkaufsstrasse wird mit diesen gleichmässig beleuchtet.

Auf dem Bräkerplatz wird anstelle der Blutbuche eine Eiche gepflanzt.

Auf dem Bräkerplatz wird anstelle der Blutbuche eine Eiche gepflanzt.

Visualisierung: gk

Seit dem Jahr 2006 in Planung

Es steht ein Kredit von 7,85 Millionen Franken zur Verfügung. Dieser war im Jahr 2018 vom Wattwiler Stimmvolk an der Urne gutgeheissen worden. Nach dem offiziellen Spatenstich von Freitag fahren nun am Montag die Bagger auf. Das Dorfzentrum soll jedoch einspurig befahrbar bleiben – und zwar in Richtung Lichtensteig. Richtung oberes Toggenburg wird der Verkehr während der Bauphase über die Ebnaterstrasse umgeleitet.

Bis es so weit war, wurde seit 2006 geplant – wenn auch nicht ganz durchgehend. Mitte des vorletzten Jahrzehnts wurde der neue Verkehrsrichtplan erlassen, was ein erstes Vorprojekt zur Folge hatte. Konkret wurden die Planungsarbeiten, als der südliche Teil des Bahnhofs umgestaltet war. Wie bei mittlerweile fast jedem grossen Bauprojekt gab es auch hier Einsprachen. Deren 16 gingen während der Projektauflage im Jahr 2019 ein. Bis im vergangenen Sommer konnten diese beseitigt werden.

Beim ersten Spatenstich am Freitag: Esther Schmid (Baustellenbotschafterin, Brühwiler AG Ingenieure und Architekten), Thomas Graf (Projektleiter), Peter Schweizer (Leiter Bau und Planung Gemeinde Wattwil), Kathrin Ott (Präsidentin Verein Zentrum Wattwil), Alois Gunzenreiner (Gemeindepräsident Wattwil, im Bagger) und Baumeister Ueli Weber, ARGE Zentrum Wattwil (von links nach rechts)

Beim ersten Spatenstich am Freitag: Esther Schmid (Baustellenbotschafterin, Brühwiler AG Ingenieure und Architekten), Thomas Graf (Projektleiter), Peter Schweizer (Leiter Bau und Planung Gemeinde Wattwil), Kathrin Ott (Präsidentin Verein Zentrum Wattwil), Alois Gunzenreiner (Gemeindepräsident Wattwil, im Bagger) und Baumeister Ueli Weber, ARGE Zentrum Wattwil (von links nach rechts)

Bild: gk

Zuerst der Osten, dann der Westen

Es wird in zwei Etappen gearbeitet. Zuerst ist die Ostseite an der Reihe, zusammen mit der Kirchenrampe. Ab etwa Mitte Mai geht es mit der westlichen Strassenseite weiter. Bis im November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Somit ist das Wattwiler Baujahr 2021 so richtig lanciert. Die Ortsdurchfahrt wird nicht die einzige Grossbaustelle innerhalb Wattwils bleiben. Schon im März soll es auch auf dem Rietwis-Areal losgehen. Dort ist eine neue Sportstätte geplant, welche auch eine neue Dreifach-Turnhalle enthält. Dies wiederum ist Teil des Projektes «Campus Wattwil» – Neubau der Kantonsschule und Sanierung sowie Erweiterungsbau des Berufs- und Weiterbildungszentrums inklusive.