99-jähriges Haus bedarf Sanierung: Das Alters-und Pflegeheim Risi in Wattwil bezahlt sämtliche Neuerungen mit eigenen Mitteln

Im Alters-und Pflegeheim Risi wird ab nächstem Frühjahr umgebaut. Während des Umbaus muss niemand umziehen.

Fränzi Göggel
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Von links nach rechts: Architekt und Referent Michael Grob, Gemeinderat Michael Steiger, Gemeinderat Pirmin Sieber und Heimleiter Georg Raguth.

Von links nach rechts: Architekt und Referent Michael Grob, Gemeinderat Michael Steiger, Gemeinderat Pirmin Sieber und Heimleiter Georg Raguth.

Bild: Fränzi Göggel

Obwohl von der Heimleitung des Alters- und Pflegeheims Risi in Wattwil intern bereits kommuniziert, versprach die Information über die anstehende Renovation des 99-jährigen Hauses spannend zu werden. Schliesslich war Daniel Grob, der zuständige Architekt, als Referent angekündigt. Der Einladung folgten einige Gäste, etliche Bewohner und Mitarbeiter des Heims.

In seiner Präsentation erläuterte Daniel Grob den Zustand des stattlichen Hauses, das 1920 nach einem Brand erbaut wurde. Die Bausubstanz der dicken Mauern sei gut. So werde das markante Gebäude äusserlich kaum verändert. Ein minimaler Eingriff in das bestehende Dachkonstrukt ergebe sich durch den Einbau des neuen Liftschachtes. Der kleine Dachaufbau werde in die bestehende Struktur des Hauses sanft integriert. Hingegen müssten das Dach und die Fassade mitsamt den Fenstern saniert werden. «Die Dachrinne ist so dünn, man kann sie mit dem Finger durchdrücken», sagte Grob. Im Haus wird ein neuer Bettenlift eingebaut und der Boden im Speisesaal erneuert. Der jetzige Lift bleibt bestehen, er bekommt eine neue Kabine.

Geld ist beisammen, Bau möglichst erhalten

Das Haupthaus steht unter Ortsbildschutz. Dieser hat zum Ziel, die topografischen, räumlichen und architekturhistorischen Qualitäten der schützenswerten Ortsbilder zu erhalten. Der bestehende Verputz der Fassade wird heruntergeschlagen und nach der Reinigung und Risssanierung ein Kratzverputz aufgetragen. «Das ist ein Edelputz und braucht darum keinen Farbanstrich», erklärt der Architekt die Vorgehensweise. Die neuen Fenster werden, ausser den Denkmalfenstern im Treppenhaus, alle einen Holzrahmen und Dreifach-Isolierverglasung haben. Bei der Sanierung der Loggien werden Biberschwanzziegel verbaut. Die Renovation wird mehr als zwei Millionen Franken verschlingen. Heimleiter Georg Raguth hält stolz fest, dass sämtliche Erneuerungen mit eigenen Mitteln bezahlt werden. «Es wird keine Steuererhöhung und keinen Aufschlag für die Bewohner geben.»

Einen konkreten Eindruck vermittelt

Nach seinem Referat verteilte Daniel Grob Farb- und Verputzmuster zur Ansicht. Die Bewohner zeigten sich erfreut über diese Geste, bekamen sie doch schon einen ersten Eindruck, wie ihr neues Zuhause nach der Renovation aussehen wird. Die Möglichkeit, Fragen zu stellen, nutzten sie rege. So erfuhr man, dass niemand während des Umbaus umziehen muss. Der Betrieb laufe wie gewohnt weiter, hiess es seitens der Heimleitung. Die Fenster werden jeweils an einem Tag aus- und wieder eingebaut und die Arbeiter achten darauf, dass sich der Baulärm in einem erträglichen Mass hält. «Ich freue mich auf den Umbau», sagte Heimleiter Georg Raguth, korrigierte seine Aussage aber nach den fragenden Blicken der zwei Gemeinderatsmitglieder und des Architekten. «Ich freue mich, wenn der Umbau fertig ist und das Alters-und Pflegeheim Risi in altehrwürdigem Glanz erstrahlt.»