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600 Kartons gehen auf Reisen: Raiffeisenbank zieht um

Die Raiffeisenbank Obertoggenburg ist heute Freitag in ihren Neubau im Zentrum von Nesslau umgezogen. Am Montag will sie dort Kunden empfangen.
Martin Knoepfel
Zügelkartons, Verpackungsmaterial und Plastikbehälter für elektronische Geräte dominieren am Donnerstagabend in den Räumen der Raiffeisenbank Obertoggenburg in Neu St. Johann. (Bild: Martin Knoepfel)

Zügelkartons, Verpackungsmaterial und Plastikbehälter für elektronische Geräte dominieren am Donnerstagabend in den Räumen der Raiffeisenbank Obertoggenburg in Neu St. Johann. (Bild: Martin Knoepfel)

Braune Kartons, fein säuberlich mit farbigen Etiketten beschriftet, stechen ins Auge. Dazwischen stehen Plastikbehälter, angefüllt mit Computer-Monitoren und mit Telefonen. Durch die Gänge zwischen den Schreibtischen wuseln Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Raiffeisenbank Obertoggenburg.

Am Donnerstagabend, kurz vor 18 Uhr, wird der Berichterstatter des «Toggenburger Tagblatts» in der Raiffeisenbank in Neu St. Johann schon erwartet. Trotz der räumlichen Enge und der offensichtlichen Eile aller Bankmitarbeiter ist die Stimmung locker. Die Etiketten sagen, wohin ein Karton oder Plastikbehälter kommt. Die Farbe zeigt das Stockwerk an, die Zahlen die Büronummer.

Spezialisierte Firma wurde beigezogen

Um 17.30 Uhr wurden die Schalter in Neu St. Johann zum letzten Mal fürs Publikum geschlossen. Die letzten Vorbereitungen laufen, denn am folgenden Morgen soll eine auf Banken spezialisierte Umzugsfirma die etwa 600 Zügelkartons an den neuen Standort bringen. Zwanzig Personen wechseln den Arbeitsort.

«Alles muss im gesicherten Bereich ablaufen», sagt Bankleiter Ernst Zwingli. Eine besondere Herausforderung stellten die 500 Kilo schweren Metallschränke dar, in denen die Kreditunterlagen lagern und die mitgenommen werden.

Umzug 1991 mit einheimischen Helfern bewältigt

Am Donnerstagabend zeigte sich Ernst Zwingli gegenüber dem «Toggenburger Tagblatt» etwas wehmütig. Die Bank in Neu-St. Johann sei bei der Einweihung 1991 eine der modernsten des Landes gewesen, da sie von Anfang an Schalter ohne Glas gehabt habe. Den Umzug vom Sidwald an die Hauptstrasse nach Neu St. Johann habe man mit einheimischen Helfern bewältigt. Es sei eine kleinere Sache gewesen, da sieben Mitarbeiter zügelten.

Wie viele Stunden die Bankmitarbeiter für den Umzug nach Nesslau aufwenden müssten und wie hoch die Kosten seien, könne er nicht beziffern, sagte er. «Der ganze Umzug wurde minutiös geplant unter der Leitung von Thomas Bleiker. Ihm zur Seite stand ein ehemaliger Lehrling und sein Schulkollege, beide studieren Betriebsökonomie an der Fachhochschule in St. Gallen. Sie nutzten die Semesterferien für diesen Spezialeinsatz bei der Raiffeisenbank Obertoggenburg.»

Holz, Sichtbeton und geschwungene Linien

Am Freitagmorgen kurz vor acht Uhr warten mehrere Bankmitarbeiter in der Empfangshalle des neuen Gebäudes und unterhalten sich. Die Architektur der Halle, Holz und Sichtbeton, geschwungene Flächen, wird gelobt.

In der Empfangshalle im Neubau der Raiffeisenbank Obertoggenburg in Nesslau kontrastieren Holz und Sichtbeton sowie rechte Winkel und geschwungene Linien. (Bild: Martin Knoepfel)

In der Empfangshalle im Neubau der Raiffeisenbank Obertoggenburg in Nesslau kontrastieren Holz und Sichtbeton sowie rechte Winkel und geschwungene Linien. (Bild: Martin Knoepfel)

Auf den Schreibtischen stehen bereits schwarze Computerbildschirme, welche am Vorabend gezügelt worden sind. Eine Mitarbeiterin der Bank wischt die Fächer von Büromöbeln sauber. Nach Auskunft von Ernst Zwingli hat jeder Mitarbeiter zwei Bildschirme am höhenverstellbaren Arbeitsplatz. «Früher brauchten wir Fläche, heute sind es Monitoren», sagt er.

Handwerker erledigen die letzten Arbeiten. Computer-Fachleute der Swisscom sind da, sie stellen die Verbindung zum neuen Ort sicher. Informatik-Fachleute von Raiffeisen Schweiz fahren die Informatik-Infrastruktur am neuen Ort hoch. Angestellte einer Firma für Alarmanlagen machen sich ans Werk, um die Anlagen einzustellen. Ziemlich genau um neun Uhr klappt der Anschluss an die Börse. Trotz geschlossenen Türen könnten Kunden also Wertpapiere kaufen und verkaufen, wenn sie das wollen. Um 9.20 Uhr werden bereits alle Arbeitsplätze Zugang zu den Informatiksystemen haben.

Plötzlich gleicht die Bank einem Bienenhaus

Schon um acht Uhr fährt ein Kleinlastwagen mit Möbeln vor. Der Ablad ist speditiv. Kurz vor neun Uhr trifft das Fahrzeug einer Geldtransportfirma ein. Ein Mitarbeiter dieser Firma marschiert immer wieder mit einem kleinen Koffer an der Hand in die Bank und trägt den mutmasslich gleichen Koffer wenige Minuten später hinaus. Heute sei in den Banken viel weniger Bargeld vorrätig als früher, sagt Ernst Zwingli. Um 9.05 Uhr gleicht das Bankgebäude plötzlich einem Bienenhaus. Der erste Transport mit Zügelkartons ist eingetroffen und wird sogleich mit vereinten Kräften entladen. «Hast du Steine gezügelt?», fragt ein Raiffeisen-Mitarbeiter seinen Kollegen.

Neben dem Zügeln wird der Monatsabschluss gemacht

Da der Umzug auf den 31. August angesetzt war, muss noch der Monatsabschluss erstellt werden. Kurz vor zehn Uhr widmet sich eine Mitarbeiterin an ihrem Arbeitsplatz dieser Aufgabe. Ein Mitarbeiter gibt diejenigen Zahlungen frei, bei denen ein menschlicher Entscheid nötig ist. Gegenüber dem Berichterstatter des «Toggenburger Tagblatts» loben die Vertreter von Raiffeisen Schweiz, dass der Umzug sehr gut vorbereitet worden sei. Alles läuft nach Zeitplan, abgesehen davon, dass die schweren Metallschränke auf sich warten lassen.

Am Montagmorgen soll die Bank am neuen Standort im Zentrum von Nesslau die Türen öffnen. Auch die Geschäftsstelle Alt St. Johann ist dann wieder wie gewohnt im Betrieb. Am Standort Neu St. Johann befinden sich noch die Schliessfächer. Die Kunden müssen deren Inhalt selber nach Nesslau zügeln. Dort werden die Schliessfächer rund um die Uhr während sieben Tagen in der Woche zugänglich sein. Die betreffenden Kunden werden für den Umzug separat durch ein Schreiben der Bank informiert werden.

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