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42 Jahre im selben Schulhaus

Das Ende dieses Schuljahres ist für Heinz Störi eine gute Gelegenheit, um sich in die Pension zu verabschieden. Für danach hat er konkrete Pläne unter dem Arbeitstitel «Frög de Heinz».
Sabine Schmid
Heinz Störi hat sich neben seinem Lehrerberuf auch handwerklich betätigt, beispielsweise bei der Renovation seines Hauses. (Bild: Sabine Schmid)

Heinz Störi hat sich neben seinem Lehrerberuf auch handwerklich betätigt, beispielsweise bei der Renovation seines Hauses. (Bild: Sabine Schmid)

«Nein, es war nie langweilig». Dieser Satz kommt aus dem Mund von Heinz Störi, der mit nicht einmal 20 Jahren eine Klasse im Schulhaus Schafbüchel in Ebnat-Kappel übernommen hat. Und jetzt, 42 Jahre später, noch immer im selben Schulhaus unterrichtet. Es seien immer andere Kinder in den Klassen gewesen, das Team habe sich verändert, die Lehrpläne, die Lehrmittel und die Unterrichtsmethoden sowieso. Er sei aber kein Lehrer gewesen, der jeden Trend mitgemacht habe. «Wenn ich etwas als sinnvoll erachtet habe, habe ich es in den Unterricht einfliessen lassen. Aber nicht ohne das bisher Gute weg zu lassen», sagt Heinz Störi.

Lehrer tragen viel Verantwortung

Lange Jahre unterrichtete er in der Mittelstufe. Das bedeutete, dass er eine vierte Klasse übernommen und bis zum Übertritt in die Oberstufe begleitet hat. Er habe verschiedene Formen des Übertritts gekannt. Die Sekprüfung findet Heinz Störi nicht ideal, weil sie nur eine Momentaufnahme des Schülers abbildet. Viel besser sei nun das Empfehlungssystem, bei dem der Klassenlehrer nach Gesprächen mit dem Kind und den Eltern den Übertrittsantrag abgibt. «Dafür muss der Lehrer aber viel Verantwortung übernehmen», sagt er.

Dieser Verantwortung, die er auch auf Schulreisen und in Klassenlagern vollständig tragen muss, ist er erst im Laufe seines Lehrerseins bewusst geworden. Je älter er geworden sei, desto mehr sei ihm klar geworden, wie klein der Altersunterschied zwischen ihm als Lehrer und seinen ersten Schülern gewesen ist.

Dem Trend zu keinen Hausaufgaben hat Heinz Störi nie nachgegeben. «Sie sollten aber keine Qual sein», betont der Lehrer. Dass der Schüler jeden Tag zu Hause etwas machen soll, ist die beste Vorbereitung auf spätere Pflichten. Die einen würden auch schnell erfahren, dass es stressig werden kann, wenn man etwas auf die lange Bank schiebt. Er sieht noch einen weiteren Vorteil. «Die Hausaufgaben geben den Eltern einen Einblick in die Themen, die wir behandeln, und in unsere Arbeitsweise».

Heinz Störi ist sich durchaus bewusst, dass die Hausaufgaben, wie auch der ganze Schulstoff, nicht jedem gleich leicht fällt. «Unmotivierte Kinder stellten für mich eine besondere Herausforderung dar», sagt er. Die schwachen aber, hätten von ihm viel Verständnis und Hilfe erfahren. «Jedes Kind hat Potenzial und muss daraus das Möglichste machen», ist er überzeugt. Sein Ehrgeiz sei es immer gewesen, es zuerst mit Verständnis und Güte zu probieren. Das habe aber nicht bei allen gefruchtet, gibt er zu.

Liebe zum Handwerk ausleben

Rund eine Woche vor Schulschluss ist der 62-Jährige noch voll im Alltag. Es gebe viel zu tun für seine Schüler, sagt er und nennt einen Besuch in der Oberstufe und im Jugendtreff als Beispiele. Er habe sich darum noch wenige Gedanken über das Danach gemacht, sagt er und wird dann doch konkreter. Zuerst einmal wird er in die Ferien fahren und im kommenden Schuljahr wird er drei Wochenlektionen eine Werkklasse unterrichten. Dazu habe er ein kleines Projekt mit dem Arbeitstitel «Frög de Heinz».

Wegen seiner Liebe zum Handwerk hat er in seinen Bildungsurlauben bei verschiedenen Handwerksberufen hineingeschaut. Er habe dort einiges gelernt und sei auch gut ausgerüstet. An seinem Haus habe er viel selbst renoviert, erzählt er. Bei seiner Familie und seinen Bekannten sei er ein gefragter Handwerker und so habe sich die Idee konkretisiert, seine Hilfe jedem anzubieten. Was er tun soll, lässt er vorerst offen. Von kleinen Handwerksaufträgen über Gartenpflege bis Schneeräumen liegt alles drin. Und noch für ein Hobby will sich Heinz Störi vermehrt Zeit nehmen, für die freiwillige Mitarbeit bei seinem Freund Martin Sailer im Zeltainer.

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